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Sitzung des Gemeinderats am 7. November 2017 - „Wir müssen an einem Strang ziehen“

Bürgermeisterin Christiane Staab zum Haushaltsplanentwurf 2018

Das ist die Bildunterschrift

Bürgermeisterin Christiane Staab gab einen Ausblick auf kommende Projekte (Foto: Kircher)


Von einem „dunklen Schatten, der sich über diese Stadt gelegt hat“ sprach Bürgermeisterin in ihrer Haushaltsrede und nahm damit Bezug auf die Vorkommnisse in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (siehe „Walldorfer Rundschau“ Nr. 45/2017).


Wie sie erläuterte, müsse angesichts der Vorfälle das Augenmerk auch weiterhin auf die Unterstützung der in Walldorf lebenden Familien und ihrer Kinder gerichtet werden. Gerade in Walldorf werde ja unglaublich viel für Kinder und Jugendliche getan. Insgesamt konnte sie dem „Schatten“ durch die „vielen guten und wirksamen Dinge“ in Walldorf „viel Licht“ gegenüberstellen. „Walldorf ist eine tolle Stadt, hier leben knapp 16.000 Menschen friedlich mit all ihren Sorgen, aber auch Freuden miteinander“, stellte sie fest. Dies bedeute aber auch Unterschiedlichkeit, vor allem in Bezug auf das Alter. Die Stadtverwaltung sah sie in der „moderierenden Aufgabe“, die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser Menschen abzuwägen und miteinander vereinbar zu machen. „Nur dann können wir eine Gemeinschaft bilden“, so Staab, die „eine schöne und ruhige Stadt als Gemeinschaftsergebnis“ wertete. „Nur wenn alle hier lebenden Menschen an einem Strang ziehen, wird dies auf Dauer aufrechtzuerhalten sein“. Sie appellierte hier auch an das Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

Arbeiten ...

Was den Haushalt anging, sprach die Bürgermeisterin von „Zahlen, von denen die meisten Städte und Gemeinden nur träumen können“. Ihr Dank galt den großen und kleinen Steuerzahlern. „Angesichts des erneuten Steuerskandals, diesmal um die ‚Paradise Papers‘, bin ich unendlich dankbar für den Anstand, den all diese Steuerzahler an den Tag legen“, stellte sie fest. Umso wichtiger sei es, mit diesem Steuergeld behutsam umzugehen. Staab sprach von fast 20.000 Menschen, denen die Unternehmen Arbeitsplätze in Walldorf böten. Allein rund 13.000 Arbeitsplätze gebe es zukünftig bei der SAP SE, die durch ihre Investitionen „ein großartiges Bekenntnis zum Standort Walldorf“ gebe. Mit John Deere komme ein weiterer „global player“ nach Walldorf. Staab ging auch auf die Gewerbeflächenknappheit in Walldorf ein. Es müsse gelingen, Leerstände oder minder genutzte Flächen zu identifizieren und neu zu beleben.

... und Wohnen in Walldorf

Um Arbeiten und Wohnen in Einklang zu bringen und auch aus ökologischen Gesichtspunkten, sei es wünschenswert, möglichst vielen hier arbeitenden Menschen auch Wohnraum zu bieten, erklärte Christiane Staab. Etwas „Erleichterung“ schaffe der zweite Bauabschnitt Walldorf-Süd, der 2018 erschlossen werde. Wie schnell der dritte und letzte Bauabschnitt folgen werde, hänge davon ab, wie viele Menschen im zweiten Bauabschnitt eine neue Heimat finden könnten und ob darüber hinaus gravierender Bedarf bestehe.Der Neubau der Begegnungsstätte „Plattform“ mit Räumen für die Kleiderstube und die „Walldorfer Tafel“ werde im zweiten Bauabschnitt von Walldorf-Süd als „großes soziales Projekt“ der Dietmar-Hopp-Stiftung sowie der Gerd und Sonja Oswald Stiftung vorgezogen entstehen. Gespannt auf die weitere Entwicklung des privaten Mehrgenerationen-Wohnprojekts „Gemeinsames Wohnen in Walldorf“ als neuer Wohnform zeigte sich Staab ebenfalls. Neuer Wohnraum für Menschen, die auf eine günstige Wohnung angewiesen sind, sowie Neubürger, die als Flüchtlinge nach Walldorf kommen, wird an der Stresemann- und Eberstraße entstehen. Staab wies auch darauf hin, dass die Stadt nach wie vor Wohnraum für Flüchtlinge in der Anschlussunterbringung suche. Für ein neues Feuerwehrhaus soll ein geeigneter Standort gefunden werden. Die Bürgermeisterin kündigte hierzu eine Klausurtagung mit dem Gemeinderat an.

Projekte in der „Wachstumsphase“

Als wichtige Bauprojekte nannte sie den Bau von Mensa, Ganztagesräumen und Sporthalle für das Schulzentrum, der 2018 in die „Wachstumsphase“ komme, und den Bau der Kindertagesstätte im Gewann Hof. Im Ganztagesbereich sah sie die Schulen „in immer ruhigeres Fahrwasser gleiten“. Wie wichtig die Vereine gerade für Kinder und Jugendliche sind, betonte Christiane Staab. „In der Förderung der Vereine werden wir nicht nachlassen“, versprach sie mit Dank an alle ehrenamtilch Engagierten.

Klimaschutz voranbringen

Das Thema Klimaschutz soll 2018 energisch weiterverfolgt werden. Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit soll das Interesse für den Klimaschutz geweckt werden. „Wir müssen viel stärker vom Abstrakten, auf dem sich das Thema Klimaschutz für die meisten bewegt, zum Konkreten kommen – was kann ich als einzelner tun?“, erklärte Staab. In diesem Zusammenhang erwähnte Staab auch Carsharing, das man gern für Walldorf anbieten wolle. „Die Vermeidung von Verkehr und die Reduktion von Autos in der Stadt würden zu großen Erleichterungen mit Blick auf den Lärm und die zugeparkten Flächen in Walldorf führen.“ Walldorf werde sich auch mit Wiesloch weiterhin für den Ausbau der L 723 stark machen, versicherte Christiane Staab. Angesichts des weiteren Anwachsens der Arbeitsplätze in Walldorf und Wiesloch sei der Ausbau unumgänglich.

Dass Walldorf zunehmend auch für Wildschweine attraktiv ist, musste ebenfalls konstatiert werden. „Ein Ärgernis und eine Gefahr“, laut Staab. Ein Runder Tisch zu diesem Thema werde in Kürze zusammenkommen, um Maßnahmen zu besprechen und zu ergreifen.

2020: Walldorf wird 1250

Viel positives Licht auf Walldorf dürften die vielen Veranstaltungen im Bereich Musik und Kunst werfen. Das Metropolink-Festival mit Urban Art wird wieder nach Walldorf kommen. Organisator Pascal Baumgärtner ist schon wieder auf der Suche nach großen Flächen, die gestaltet werden können. Der Kunstpreis für Skulpturen und Objekte im öffentlichen Raum wird sehenswert sein, „Kunst im Rathaus“, die „Konzerte der Stadt“, die „Walldorfer Musiktage“ mit dem Thema „Dichter und Denker“, das Zeltspektakel und die vielen Veranstaltungen von Vereinen werden für kulturelle Highlights sorgen. Wie der 1250. „Geburtstag“ Walldorfs im Jahr 2020 gefeiert werden soll, wird auch im nächsten Jahr schon diskutiert werden. „2018 findet sich viel Neues, das angegangen wird, aber ebenso viel Bewährtes, was zum Glück fortgesetzt werden kann“, stellte die Bürgermeisterin fest.


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