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Gehört und gehandelt

Das ist die Bildunterschrift
  Die kleinen Betriebe, die zur Attraktivität Walldorfs viel beitragen, will die Stadt besonders stärken
(Foto: Pfeifer)


Für Kleinstunternehmen im Einzelhandel und Lebensmittelhandwerk bietet die Stadt Walldorf auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats künftig ein Förderprogramm. Gefällt wurde diese Entscheidung in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 24. Juni, womit ein Antrag der FDP-Fraktion aus dem Jahr 2013 „mit Leben gefüllt“ wurde, wie Bürgermeisterin Christiane Staab zu Beginn der Sitzung meinte.


Nutznießer der beschlossenen Förderung können Unternehmen in der Walldorfer Wohnstadt mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz unter zwei Millionen Euro sein, so die Definition der Kleinstunternehmen. Damit sollen gezielt Betriebe unterstützt werden, die zur Belebung der Innenstadt beitragen und auch die Nahversorgung gewährleisten. Wie Wirtschaftsförderer Marc Massoth erläuterte, hätten es vor allem die inhabergeführten innerstädtischen Kleinhändler zunehmend schwer, sich gegenüber der Konkurrenz des großflächigen Einzelhandels, der regionalen Mittel- und Oberzentren sowie des expansiven Online-Handels zu behaupten. Auch bei wirtschaftlichen Härtefällen, die durch größere Tiefbaumaßnahmen der Stadt oder der Stadtwerke Walldorf  entstehen, öffnet die Stadt einen Fördertopf. Die Notwendigkeit hierfür hat der Arbeitskreis vor allem durch die jüngsten Belastungen durch Großbaustellen erkannt. Auf diesen Fördertopf können allerdings nicht nur Kleinstunternehmen und Lebensmittelhandwerk zugreifen, sondern auch Gastronomie, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe in ganz Walldorf. Eine Förderung ist hier unter anderem von der Nähe zur Baustelle abhängig. Beide Förderrichtlinien gewähren so genannte „nicht rückzahlbare Zuschüsse“. Als förderungswürdig anerkannte Unternehmen können innerhalb von drei Jahren maximal 5.000 Euro erhalten. Im städtischen Haushalt sind für beide Förderrichtlinien zunächst bis zum Jahr 2019 jährlich 50.000 Euro vorgesehen, wovon der Gemeinderat auf Beschluss jedoch abweichen kann.

Einfach und transparent

Die Aufgabe, die Förderprogramme auszuarbeiten, übertrug der Gemeinderat an einen Arbeitskreis. Aus den Reihen des Gemeinderats gehörten dem Arbeitskreis Horst Dobhan, Michael Schneider, Petra Tognino und Manfred Zuber an, vom Gewerbeverein Walldorf der Leiter der Abteilung Werbegemeinschaft, Bernhard Gröner, Fachwissen steuerte auch der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Nordbaden, Swen Rubel, bei. Wirtschaftsförderer Marc Massoth übernahm die Organisation und Moderation. Rat holte sich der Arbeitskreis bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Ingelheim, die ein solches Programm bereits aufgelegt hat. Den Rat der Ingelheimer, die Richtlinien einfach und transparent zu gestalten und eine Erprobungsphase einzuplanen, hat Walldorf beherzigt. Da man noch nicht absehen kann, wie das Programm angenommen wird und ob es sein Ziel erreicht, das Image Walldorfs als Einzelhandels-
standort zu stärken und damit auch Unternehmensgründungen zu erhöhen, sollen die Förderrichtlinien zunächst fünf Jahre lang laufen. Danach soll dem Gemeinderat eine Evaluation vorgelegt werden. Marc Massoth berichtete noch, dass man außerdem „Heimbring-Service“, zum Beispiel von Lebensmitteln, unterstützen wolle. Gerade in Wohngebieten am Stadtrand, wie zum Beispiel dem Fischgrund, sei dieser für ältere Menschen sehr wichtig. Zur Organisation erklärte der Wirtschaftsförderer, dass ein Beirat die Förderrichtlinien umsetzen und fachlich begleiten solle. Personell könne dieser mit dem Arbeitskreis identisch sein. In einem ersten Schritt soll das Programm nun bekannt gemacht werden.

"Wichtiger Baustein"

Als einen „wichtigen Baustein für die Stabilisation der Innenstadt“ empfand Stadträtin Petra Tognino (FDP) die Förderrichtlinien. Für die nachhaltige Stärkung des Einzelhandels sei aber auch die Erreichbarkeit der Geschäfte sehr bedeutend, ergänzte sie und erinnerte an ein Verkehrsgutachten. Michael Schneider (CDU) zeigte sich ebenfalls zufrieden. Dies sei ein positives Signal für den Einzelhandel, meinte er. Den Betrag von 50.000 Euro im städtischen Haushalt müsse man jährlich neu betrachten, empfahl er. Bereits vor zwölf Jahren habe seine Fraktion einen ähnlichen Antrag gestellt, meinte Manfred Zuber (SPD), der sich über die aktuelle Unterstützung für das Vorhaben freute. Er plädierte dafür, dass der Gemeinderat alljährlich über den Zuspruch zu dem Programm informiert werden solle. Das Thema „Bringservice“ sei sehr wichtig, so Zuber. „Die Belange der Betroffenen sind bei uns angekommen“, erklärte Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen). Man habe gehört und gehandelt. Auch seine Fraktion könne zustimmen.

Bürgermeisterin Christiane Staab bekräftigte, den Gemeinderat regelmäßig über den Zuspruch zu dem Programm und die Anträge zu informieren, wobei nach fünf Jahren eine Evaluation stattfinden solle.

Informationen zu den Förderrichtlinien gibt die
Wirtschaftsförderung der Stadt Walldorf Marc Massoth, Tel. 35 - 10 20, 
marc.massoth[at]walldorf.de

Info Hier geht es zu den Förderrichtlinien


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