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Walldorf-Süd wächst weiter

Das ist die Bildunterschrift
Das neue Wohnquartier Walldorfs mit 8,3 Hektar auf dem Plan. Es schließt östlich an den ersten Bauabschnitt von Walldorf-Süd an (Plan: Stadt Walldorf)


In seiner letzten Sitzung im alten Jahr hat der Gemeinderat am 20. Dezember 2016 einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den zweiten Bauabschnitt von Walldorf-Süd im östlichen Teil des Gebiets gefasst – fast auf den Tag genau zehn Jahre nach dem entsprechenden Beschluss für den ersten Bauabschnitt am 19. Dezember 2006.


Wie Erster Beigeordneter Otto Steinmann in Vertretung von Stadtbaumeister Andreas Tisch feststellte, sei der erste Bauabschnitt mit rund 11,6 Hektar Fläche inzwischen nahezu abgeschlossen. Nun gehe es an das „vorläufig vorletzte Wohngebiet Walldorfs mit rund 8,3 Hektar“, erklärte Steinmann. Mit dem Bebauungsplanverfahren, das nach dem Votum des Gemeinderats eingeleitet wird, sollen auch eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und parallel die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange einhergehen. In das Konzept für den zweiten Abschnitt sind Erfahrungen aus dem ersten Bauabschnitt eingeflossen, vor allem Aspekte der Verkehrsführung, der Gebäudeorientierung und der unterschiedlichen Wohnformen. So könnte in einem Baufeld ein Wohnhof-Projekt für Mehrgenerationenwohnen realisiert werden. Diese Option beinhaltet aber keine konkrete Grundstückszusage. Die Entwicklung bleibt hier abzuwarten. Mit den Stadtwerken Walldorf wurden Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen abgefragt und bereits im Planentwurf verortet.

Stadtrat Werner Sauer (CDU) erinnerte daran, dass seine Fraktion schon lange gefordert habe, ein weiteres Baugebiet zu erschließen. Nachdem seine Fraktion zunächst die Erweiterung in Richtung Westen favorisiert und der Gemeinderat sich selbst bei der ersten Abstimmung durch Stimmengleichheit blockiert habe, habe man der Erweiterung gen Osten schließlich zugestimmt, damit sich die Bebauung nicht weiter verzögere. Man müsse nun zügig überplanen und umlegen, so Sauer. Für die „Plattform“ müsse noch eine Lösung gefunden werden. Sauer plädierte für eine gute Mischung von Grundstücken und keine zu schmalen „Strumpfbändel“. Man wolle kein „Villenviertel“, aber durchaus auch größere Grundstücke. Dass die bisherigen Erfahrungen berücksichtigt wurden, lobte Sauer. Die Dachflächen der Passivhäuser seien nun nach Süden ausgerichtet und die Verkehrsführung verleite nicht zu schnellem Fahren. Sauer hatte auch schon den dritten Bauabschnitt im Blick, denn die „Nachfrage ist immens“.

Blick auf das Areal, auf dem Walldorfs «vorläufig vorletztes Wohngebiet»
entstehen wird. Für die Begegnungsstätte «Plattform» wird noch ein neuer
Standort gesucht (Foto: Pfeifer)

Die Reihenfolge Mitte-Ost- West sei von Beginn an so vorgesehen gewesen, stellte Manfred Zuber (SPD) fest, der nochmals die Unwägbarkeiten angesichts der Erweiterung der A5 auf sechs Spuren anführte und den notwendigen Lärmschutz, dessen Auswirkungen man noch nicht kenne. Er plädierte ebenfalls für eine „gesunde Mischung“ der Grundstücksflächen und fand es ebenfalls begrüßenswert, dass dank gründlicher Planung „Geburtsfehler“ aus dem ersten Bauabschnitt bereinigt worden seien. Die vorgesehene Breite von 7,50 Metern für Reihenhäuser fand er allerdings „sehr unüblich“. Die Häuser müssten auch für junge Familien mit weniger Geld attraktiv sein, so Zuber, der anregte, über die Flächen nochmals nachzudenken. Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte, dass der Verkehr „entschleunigt“ werde, Geschosswohnungsbau auf ausreichenden Flächen vorgesehen sei und man auch an das Mehrgenerationenwohnen gedacht habe. Nun gelte es, das Baugebiet schnell umzusetzen. Walldorf-Ost hielt er für die richtige Entscheidung, da die Stadt hier mehr Flächen habe. Der Lärmschutz spiele hier auch keine Rolle. „Es kommt in die Gänge“, freute sich Dr. Günter Willinger (FDP). Angesichts des Bebauungsplans erwartete er „attraktive Grundstücke“ in größerer Größe. Aus den früheren Fehlern habe man gelernt, so Willinger. Die Kernforderung des Passivhausbaus auf städtischen Grundstücken müsse beachtet werden. Die Vergabekriterien, die speziell Walldorfer Familien im Blick hätten, müssten - soweit rechtlich möglich - „mit Vehemenz“ durchgesetzt werden. „Erbbaupacht ist derzeit nicht mehr attraktiv“, stellte er noch fest. Man müsse überlegen, ob und wie man die städtischen Grundstücke verkaufe. Das Mehrgenerationenwohnen fand er interessant, es müsse aber nicht unbedingt hier realisiert werden.


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