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Leuchtturmprojekt innoWerft wird geschätzt

Das ist die Bildunterschrift
  Erwartungsvoll schauen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Fire Camp“ am 15. August in die kommende Woche (Foto: innoWerft)


In das Geschäftsjahr 2017 nimmt das in Walldorf angesiedelte Technologie- und Gründerzentrum „innoWerft“ einen Fehlbetrag von rund 585.000 Euro mit. Diesen Jahresabschluss für 2016 nahm der Walldorfer Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am 25. Juli zur Kenntnis und beauftragte Bürgermeisterin Staab einstimmig, diesen in der bevorstehenden Gesellschafterversammlung festzustellen.


Wie aus dem Prüfbericht hervorgeht, sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 58.000 Euro auf den Betrag von 130.000 Euro gefallen. Um 111.000 Euro sind hingegen die Personalkosten im Vergleich zu 2015 gestiegen und belaufen sich auf 426.000 Euro. Durch den Umzug in neue Räume sind die Mietkosten gesunken und zwar von 82.000 Euro auf 52.000 Euro im Jahr. Bei den Mietnebenkosten dieselbe Entwicklung: von rund 43.000 Euro fielen diese auf 12.000 Euro im Jahr. Das Jahresdefizit für 2016 vergrößerte sich insgesamt im Vergleich zu 2015 um 99.000 Euro auf 585.000 Euro.

An der Innowerft, Technologie- und Gründerzentrum Walldorf Stiftung GmbH, die 2011 gegründet wurde, sind die Stadt Walldorf und die SAP SE mit jeweils 42,5 Prozent sowie das Forschungszentrum Informatik (FZI) Karlsruhe mit 15 Prozent des Gesellschaftskapitals beteiligt. Als Startkapital erhielt der „Business Inkubator“, der innovative Firmengründungen und junge Unternehmen aus dem Bereich der Schrittmacher- und Zukunftstechnologie fördert, fünf Millionen Euro.

Deutlich wurde in den Stellungnahmen der Fraktionssprecherinnen und –sprecher, dass sie das „Leuchtturmprojekt“ nach wie vor unterstützen, wofür Bürgermeisterin Christiane Staab herzlich dankte. Staab sprach noch als „Manko“ an, dass man erfolgreichen Start-ups, die man gerne nach ihrer Zeit in der innoWerft in Walldorf behalten würde, mangels Kapazität kaum Räume anbieten könne.

Stadtrat Mathias Pütz (CDU) bedauerte, dass „erneut ein erheblicher Fehlbetrag“ zu konstatieren sei. Die Fehlbeträge der letzten Jahre, wie auch diesmal, seien im Fördercharakter der innoWerft begründet, so Pütz, man müsse diese aber „kritisch sehen“. Lobend erwähnte er, dass die innoWerft in günstigere Räume umgezogen sei und der Geschäftsführer, Dr. Thomas Lindner, auch ein „Stück weit weg von branchenuntypischen Beteiligungen“ gegangen sei. Vorrangig gehe es bei dem „Leuchtturmprojekt“ nicht um das Erzielen von Gewinnen, stellte Pütz fest. Der Stellenwert der innoWerft sei unverändert hoch und sie erfahre auch überregionale Wertschätzung, meinte er mit Blick auf die Förderung des „Accelerator“-Programms „Up2B“ durch das Land und den Europäischen Sozialfonds (siehe „Walldorfer Rundschau“ Nr. 29/2017). Man hoffe auf verbesserte Geschäftsergebnisse und vertraue dabei auf Geschäftsführer Thomas Lindner. Dass ein Unternehmen wie die innoWerft ein „verlustrisikobehaftetes Modell“ sei, habe man vom ersten Tag an gewusst, stellte Stadträtin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) fest, die den Fehlbetrag als „schon sehr hoch“ einschätzte. Die einzige Möglichkeit der innoWerft sei, Start-ups eng zu betreuen und die Betreuung rechtzeitig zu beenden, wenn sich keine positive Entwicklung abzeichne. Die Kooperation mit den Gründerzentren in Heidelberg und Mannheim sah sie positiv. Diese helfe auch, das Profil der innoWerft „deutlich zu schärfen“ und schaffe Synergien. Diese „Überlebensstrategie“ der Gründerzentren hätten auch das Land und die Europäische Union bei der Vergabe des Förderbetrags von einer Million Euro überzeugt. „Wir werden sichtbarer, der Leuchtturm muss aber schauen, dass er überlebt“, so Schröder-Ritzrau. „Wenn das so weitergeht, haben wir noch sechs Jahre“, meinte Stadtrat Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen). Auch er freute sich über die Fördergelder, die aber nicht allein für die innoWerft seien. Mit Bezug zu den hohen Investitionen von Dietmar Hopp im Bereich der Biotechnologie, über die zu lesen war, dass sie bisher noch keinen Gewinn gebracht hätten, meinte Weisbrod, dass man letztlich auch verschmerzen könne, wenn man den Walldorfer Anteil am Startkapital von rund zwei Millionen „verbraten“ habe. „Wir müssen aufpassen“, meinte Stadtrat Fredy Kempf (FDP), der aber nochmals hervorhob, dass es hier nicht um Investition, sondern Förderung gehe. Man könne aber nur weiterfördern, solange „wir es uns leisten“ können. Die innoWerft sei aber immer noch „eine tolle Sache“, so Kempf, der auch darauf hinwies, dass der Ertrag aus Beteiligungen um fünfzig Prozent gestiegen sei.

Fire Camp

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau wies noch auf das „Fire Camp“ der drei Gründerzentren hin, das am 15. August in Walldorf an den Start ging. Bis zum 18. August konnten zwölf Start-up-Teams an ihren innovativen Geschäftsmodellen arbeiten. „In dieser Woche haben die Gründer die Chance, ihr Geschäftsmodell so schnell und intensiv weiterzuentwickeln wie nie zuvor. Gleichzeitig treffen sie über dreißig Investoren, Trainer und Berater,“ sagte Thomas Lindner, der mit der Walldorfer innoWerft das Programm initiiert hat, bei der Eröffnung. Nach dem Start ging es nach Mannheim zu „Mafinex“, am Mittwoch in den Heidelberger Technologiepark und am Donnerstag in die Walldorfer innoWerft. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse fand am 19. August in der Heidelberger Print Media Academy statt.


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