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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 24. Januar 2017 - Astor-Stiftung entwickelt Wohnen für alte Menschen weiter

Gemeinderat stimmt Maßnahmenpaket zu – Pflegezentrum-Neubau wird geprüft

Das ist die Bildunterschrift

Die Astor-Stiftung schaut in die Zukunft und hat viel vor, um den Wohnbedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden (Foto: Pfeifer)


„Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich bin froh, dass die Stadt den Ball aufnimmt“, stellte Bürgermeisterin Christiane Staab fest, als der Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. Januar allen an die Stadt gerichteten Anträgen der Astor-Stiftung unisono zustimmte.


Für die Weiterentwicklung der Astor-Stiftung, die sich – wie Erster Beigeordneter Otto Steinmann erläuterte – „seit vielen Jahren um die Altenarbeit in Walldorf kümmert“, hatte der Astor-Stiftungsrat bei einer Klausurtagung und einer weiteren Sitzung im Dezember 2016 ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, das nun nach und nach realisiert werden soll. Wie Steinmann darlegte, betreibt die Astor-Stiftung den stationären Bereich im Pflegezentrum Astor-Stift, den ambulanten Bereich, die Nachbarschaftshilfe und Seniorenwohnungen. „Sie tut das in ausgezeichneter Weise und mit einer großen Zufriedenheit bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, deren Angehörigen und den Patienten“, so Steinmann. Diese Arbeit weiterzuentwickeln, auch unter betriebswirtschaftlichen Aspekten, sei Aufgabe der Astor-Stiftung. „Es ist aber auch darüber hinausgehend Aufgabe der Stadt, die die Altenarbeit auf die Astor-Stiftung übertragen hat“, erklärte er und erinnerte daran, dass die Stadt die Stiftung in der Vergangenheit stets unterstützt habe, was sie auch in der Zukunft tun müsse und wolle. Mit Blick auf die Klausurtagung sagte der Erste Beigeordnete, dass neben den Finanzen der Stiftung auch konzeptionelle und bauliche Fragen diskutiert worden seien. Der stationäre Bereich mit siebzig Pflegeplätzen sei zwar „grundsätzlich nicht schlecht aufgestellt“, doch würden nach der Heimbauverordnung ab 2018/2019 keine Doppelzimmer mehr zugelassen. Dies belaste die Wirtschaftlichkeit des Hauses, da die Fixkosten auf weniger Betten umgelegt werden müssten. Die fünfjährige Übergangsfrist bis Ende 2023 wolle man daher ausschöpfen. Für die „überschaubaren baulichen Maßnahmen“ sei die Stadt als Eigentümerin des Pflegezentrums zuständig. Angesichts der demographischen Entwicklung schlug der Astor-Stiftungsrat vor, den Neubau eines Pflegezentrums in Zentrumsnähe mit etwa hundert Plätzen prüfen zu lassen. Hier soll auch eine Tagespflege integriert werden. Auch diesen Grundsatzbeschluss fasste der Gemeinderat. Nach dessen Willen sollen auch weitere seniorengerechte Wohnungen in Walldorf entstehen. Dies aber nicht in der vorhandenen Wohnanlage des Astor-Stifts, da die städtebauliche Situation dort nicht verändert werden soll. Den stationären Bereich des Pflegezentrums wird die Stadt mit einem festen jährlichen Zuschuss von 100.000 Euro stützen zum Ausgleich des strukturellen Defizits, das durch die langen Wege und die mangelhafte energetische Situation entsteht. Wie Steinmann ausführte, könne man aber seit 1. Januar dieses Jahres durch neue Mietkonditionen zwischen Stadt und Stiftung rund 70.000 Euro jährlich mehr an Miete für das Pflegezentrum und den ambulanten Bereich verbuchen.

Stadtrat Dr. Joachim Ullmann (CDU) befürwortete das Maßnahmenpaket und bestätigte, dass die Astor-Stiftung auf die Hilfe der Stadt angewiesen sei. Ausdrücklich begrüßte er den Bau weiterer Seniorenwohnungen. In ein neues Pflegezentrum müsse unbedingt eine Tagespflege integriert werden, forderte Ullmann. Für das neue Pflegezentrum wünschte er sich, dass dieses sowohl energetisch als auch wirtschaftlich besser geführt werden könne. „Wir freuen uns über den großen Wurf“, stellte Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) angesichts der Pläne fest. Die bisher siebzig Plätze im Pflegezentrum seien „deutlich zu wenig“, erklärte sie. Schon seit einigen Jahren habe man diskutiert, ob und wie man im Bestand an- oder umbauen könne. Doch es habe sich immer um „Stückeleswerk“ gehandelt. Für den Neubau sei der Standort zwar noch nicht final gefunden, doch man könne damit einiges „heilen, was uns jetzt noch zu schaffen macht“. Auch sie plädierte dafür, eine Tagespflege zu integrieren. Die Bedarfsabdeckung für das betreute Wohnen müsse ebenfalls weiterentwickelt werden, so Schröder-Ritzrau, die deutlich machte, dass „wir niemanden im Stich lassen“. „Wohnraum für alte Menschen schaffen“, wollte auch Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen). Er stimmte ebenfalls zu, das Defizit durch die Stadt abzudecken und einen Neubau zu prüfen. Das neue Pflegezentrum müs   se wirtschaftlicher betrieben werden als das bisherige, dessen Struktur bei seiner Entstehung „das Nonplusultra“ gewesen sei. Weder die langen Wege noch die ökologische Situation seien dabei beachtet worden. „Wir brauchen dringend neue zusätzliche Plätze“, meinte auch Dr. Günter Willinger (FDP), der sich außerdem für eine Demenzstation, Palliativpflege und Tagesgruppen aussprach. Er regte an, nicht nur an betreutes Wohnen für Ältere zu denken, sondern auch für Leute, die wegen einer Behinderung nicht allein wohnen könnten. Auch für Ältere und Gehandicapte müsse der „Walldorf-Standard“ gelten, den man sich bei Kindern und Schulen leiste.


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