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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 30. Januar 2018 - Sehr erfreuliche Gesamtentwicklung

Das ist die Bildunterschrift
  Die städtischen Gebäude in der Neuen Sozialen Mitte verbrauchen trotz großer Flächen
vergleichsweise wenig Energie (Foto: Pfeifer)


Den Energiebericht 2016 für öffentliche Gebäude der Stadt Walldorf stellte der städtische Energiemanager Michael Rothweiler dem Gemeinderat noch im alten Jahr in öffentlicher Sitzung vor.


Wie schon beim Energiebericht des Vorjahrs wurde von allen Rednerinnen und Rednern der Fraktionen festgestellt, dass sich die Stadt Walldorf beim Energiemanagement „auf einem sehr guten Weg befindet“. Mit dem Einsparen von Energie will die Stadt Walldorf einen aktiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. „Die Gesamtentwicklung ist sehr erfreulich“, konstatierte Bürgermeisterin Christiane Staab angesichts der seit 2012 stetig sinkenden Energieverbräuche für Strom und Wärme.

Zu den in die Dokumentation des Energiemanagements aufgenommenen Gebäuden gehören das Alte Rathaus, das Rathaus, das Astorhaus, die Astoria-Halle, der Bauhof, das Feuerwehrhaus, der Friedhof,  das Haus der Kinder und der Kommunale Kindergarten, weiterhin das Jugendkulturhaus Jump, die Musikschule, Mensa und Sporthalle in der Neuen Sozialen Mitte, die Scheune Hillesheim, die Schillerschule und die Waldschule sowie das Hauptgebäude des Schulzentrums.Als größte Energieverbraucher führt der Energiebericht das Schulzentrum, die Astoria-Halle und die Einrichtungen in der Neuen Sozialen Mitte auf. Deren Anteil am Stromverbrauch beträgt 39 Prozent und am Heizenergieverbrauch 47 Prozent. Michael Rothweiler berichtete, dass in den Jahren von 2009 bis 2016 insgesamt beim Wärmeverbrauch 27 Prozent eingespart werden konnten, beim Stromverbrauch waren es 22 Prozent. Die Einsparungen gehen, so Michael Rothweiler, vor allem auf die zentrale Gebäudeautomation zurück. Denn aus dem Rathaus kann auf die Haustechnikanlagen der zugeschalteten Gebäude zugegriffen und Einfluss genommen werden.

Ein Wermutstropfen ist der Wasserverbrauch, der sich lediglich um 1,7 Prozent verringert hat.  Die Problematik beim Wasserverbrauch ist einerseits den zunehmend trockenen Sommermonaten geschuldet und andererseits den strengen Auflagen der Trinkwasserverordnung, die beispielsweise vermehrtes Spülen der Wasserleitungen vorschreibt. Die Einsparpotentiale im Bereich Heizenergie und Strom sorgten dafür, dass auch die Emissionen kontinuierlich gesenkt werden konnten. Von 2010 bis 2016 wurden, obwohl in diesem Zeitraum in Walldorf-Süd neue Gebäude entstanden, 44 Prozent an Kohlendioxid eingespart.

Eine positive Entwicklung ist auch bei der Straßenbeleuchtung zu verzeichnen. Trotz Zunahme der Beleuchtungsfläche im neuen Stadtquartier Walldorf-Süd ging der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung um 38,2 Prozent zurück. Die Umrüstung auf die effiziente LED-Straßenbeleuchtung machte es möglich.

Energiesparpotentiale nutzen

Bei den jährlichen Kosten für die Energie sind solche Erfolgsmeldungen allerdings nicht gegeben. Wie im Energiebericht nachzulesen ist, steigen die zunächst bis zum Jahr 2000 gesunkenen Strompreise seitdem wieder, wobei noch die Erneuerbare-Energie-Umlage (EEG-Umlage) hinzugekommen ist. Der Abwärtstrend der Kosten für Erdgas, Heizöl und Fernwärme dürfte sich auch nicht fortsetzen. Die Energiekosten der untersuchten Gebäude lagen im Jahr 2016 bei 892.000 Euro, wovon knapp 505.000 Euro auf Strom, 335.200 auf Heizenergie und 47.300 Euro auf den Wasserverbrauch entfielen. Wie schon bisher, setzt das städtische Energiemanagement auch zukünftig auf Sanierungsmaßnahmen, schult die Hausmeister und sensibilisiert die  Nutzerinnen und Nutzer der Gebäude, um noch mehr Energie einzusparen. Bei Neubauprojekten ist der Energiemanager von vornherein eingebunden. Auch für die Re-Zertifizierung für den „European Energy Award“ sind die Daten und Dokumentationen des Energiemanagements von Bedeutung.

„Jedes Haus ist ein Kraftwerk“

„Wir sind auf einem guten und richtigen Weg“, stellte Stadtrat Dr. Gerhard Baldes (CDU) fest. Die Umrüstung auf LED-Straßenleuchten habe am meisten zu Buche geschlagen, meinte Baldes, der aber auch kritisch anmerkte, dass so manche Straße zu wenig ausgeleuchtet sei. Von der Erhöhung der EEG-Umlage werde das gute Ergebnis der Energieersparnis jedoch „aufgefressen“, so Baldes. Er sprach sich dafür aus, „die Energiesparpotentiale weiterzupflegen“. Ob Walldorf zur 2000-Watt-Kommune werde, sei jedoch fraglich. „Die 2000-Watt-Kommune werden wir nicht schaffen“, meinte auch Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), die den Energiebericht ebenfalls lobte. Die Energiekosten stabil zu halten, sah sie als realistischer an, als diese noch senken zu können. „Irgendwo wird es auch Grenzen der Einsparung geben“, meinte Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), die die zunehmend wärmeren Winter allerdings als Helfer für geringeren Wärmeverbrauch sah.  Man müsse energieeffizient bauen und sanieren, forderte sie für die Zukunft. Stadtrat Walter Hecker (Bündnis 90/Die Grünen) prognostizierte, dass die Verringerung des Energieverbrauchs in den kommenden Jahren nicht mehr „so signifikant“ sein werde, wie seit 2011. Den Sektor Strom müsse man „ins Visier“ nehmen, so Hecker, der die Eigenstromerzeugung durch Photovoltaikanlagen als beste Alternative anführte. „Jedes Haus ist ein Kraftwerk“, meinte Hecker, mit dem man die Stromkosten halbieren und die Emissionen auf Null reduzieren könne. Stadtrat Günter Lukey (FDP) hob anerkennend die Einsparung an Kohlendioxid hervor, die trotz der Zunahme an Gebäuden erzielt worden sei. Er plädierte für bauliche Maßnahmen, die bis zu vierzig Jahre wirksam seien und die Klimafolgekosten für die Allgemeinheit senken könnten. „Es lohnt sich, auch in ältere Gebäude zu investieren“, sagte Stadtrat Lorenz Kachler (SPD) aus Erfahrung mit den Sanierungsmaßnahmen an der Waldschule.

Hier geht es zu den Energieberichten 2012 bis 2016


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