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Mit viel Elan und vielen Ideen für Fairtrade

Ein Jahr Fairtrade-Stadt Walldorf mit positiver Bilanz

Das ist die Bildunterschrift

Wirtschaftsförderin Susanne Nisius, Bürgermeisterin Christiane Staab, Thomas Bensch (Steuerungsgruppe), Sandra Horter (Wirtschaftsförderung) und Gerd Schneider (Steuerungsgruppe) freuen sich auf die neuen Projekte (Fotos: Pfeifer)


Die Freude über die Verleihung des Titels einer Fairtrade-Stadt im Januar 2017 ist nach wie vor groß, doch die Walldorfer Steuerungsgruppe, ist sich dessen bewusst, dass noch ein langer Weg vor ihr liegt.


Das erste Jubilöum der Siegelverleihung durch den Trans Fair e. V. bot daher einen guten Anlass für den Blick zurück und voraus. Beim Pressegespräch Ende Februar hob Bürgermeisterin Christiane Staab hervor, dass man in Sachen Fair-trade „nichts ausschließen, sondern vieles zusammenführen“ wolle. Unter dem Motto „Ganz.Schön.Fair“ macht sich die Stadt mit Unterstützung der Steuerungsgruppe daher nicht nur für fair gehandelte Produkte stark, sondern auch für Produkte aus der Region und für Bioprodukte. Das Thema ließe „viel Spielraum“, so Christiane Staab, die hofft, dieses noch breiter in die Bevölkerung hineintragen zu können. Die „bunte“ Zusammensetzung der Steuerungsgruppe scheint ihr dafür ideal zu sein. Nachdem sich bei den vielfältigen Aktionen im vergangenen Jahr vor allem die Kirchengemeinden und verschiedene Organisationen beteiligt hätten, sollen nun die Walldorfer Vereine verstärkt für Fairtrade-Projekte gewonnen werden. Auch aus den Reihen der jungen Walldorfer Generation wünscht man sich noch mehr Zuspruch. „Das Thema Fairtrade ist seit der Siegelverleihung in der Bevölkerung schon verinnerlicht worden“, konnte Thomas Bensch, Sprecher der Fairtrade-Steuerungsgruppe, konstatieren. Für die „Faire Woche“ im September, an der Walldorf auch in diesem Jahr teilnehmen wird, konnten interessante Mitmacher gewonnen werden. Es seien zwar nicht alle Angebote so wahrgenommen worden, wie man sich das erhofft hätte, aber ein Anfang sei gemacht. Thomas Adrian, Wirt des Restaurants „Zum Erbprinzen“, in dem das Pressegespräch stattfand, fand mit dem „Fairen Menü“ während der „Fairen Woche“ noch wenig Anklang. Als erfahrener Gastronom und Koch gibt er zu bedenken, dass es kaum machbar sei, ein wirklich faires Menü auf die Speisekarte zu setzen. Es mangle an entsprechenden Produkten, so Adrian. Für ihn gelte daher die Devise „regional ist fair“, was mit der Walldorfer Fairtrade-Philosophie im Einklang ist. Er bezieht viele seiner Zutaten, die ganz frisch auf den Tisch kommen, aus der Region. Beim Kaffee bietet er eine fair gehandelte Marke an. Das Restaurant „Zum Erbprinzen“ steht auch im Walldorfer Fairführer, den die Steuerungsgruppe mit tatkräftiger Unterstützung der städtischen Wirtschaftsförderung im letzten Jahr aufgelegt hat. “Das war eine immense Arbeit“, erinnert sich Thomas Bensch. Die häufige gestellte Frage: „Wie kommt man da rein?“ sei der schönste Lohn für den Kraftakt. Dass sich der Einsatz lohnt, zeigen auch weitere Beispiele. So hat ein Walldorfer Spargelhof, der auch Obst anbietet, auf fair gehandelte Bananen umgestellt. Die örtliche Tanzschule bietet Säfte aus der Region an und natürlich gibt es bei den Sitzungen im Rathaus nur noch fairen Kaffee, ebensolche Schokolade und man kann den Durst mit regionalen Säften stillen. Ein „fairer Snackkoffer“ steht für den kleinen Hunger zwischendurch ebenfalls bereit. Dass die Stadtverwaltung Vorbild sein muss und will, ist Bürgermeisterin Christiane Staab und Wirtschaftsförderin Susanne Nisius sehr wichtig. Vor allem im Bereich der Beschaffung von Arbeitsmaterialien will sich die Stadt, wo möglich, neu orientieren.

Gerd Schneider, stellvertretender Sprecher der Steuerungsgruppe, sieht bei den Unternehmen noch viel Potential. Angefangen bei den Kantinen bis zur Arbeitskleidung. Auf ein „ganz großes Projekt“ freut sich Gerd Schneider gemeinsam mit den Mitgliedern der Steuerungsgruppe schon sehr. Mit Studentinnen und Studenten der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer wird im Sommersemester dieses Jahres ein „Design Thinking“-Projekt durchgeführt. Es wird darum gehen, zielgruppengerechte Projekte in Sachen Fairtrade zu erarbeiten und vor allem, Mittel und Wege zu finden, die Steuerungsgruppe noch zu verstärken. „Wir haben mit den Studenten aus Speyer schon gute Erfahrungen gemacht“, berichtete Gerd Schneider. So sei auf dem ersten Workshop im Jahr 2016 die Idee entstanden, sich am Weihnachtsmarkt zu beteiligen mit dem Siegelbaum als besonderem Hingucker. Gerd Schneider machte auch nochmals deutlich, warum sich das Engagement  für Fairtrade lohnt: „Durch faire Entlohnung wollen wir Menschen in ärmeren Ländern ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.“

Bei der Unternehmerparty in „Harry’s Diner“ im Session-Gebäude, die am 5. März stattfand, stellte sich die Fairtrade-Steuerungsgruppe vor. Bei Jörg Schreiner, dem Geschäftsführer von „Harry’s“ musste die Gruppe keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Das Bistro hat auf seiner Speisekarte Produkte, die ganz mit den Zielen des Walldorfer Fairtrade-Gedankens übereinstimmen. Wer mehr über die Arbeit der Fairtrade-Steuerungsgruppe erfahren möchte, ist herzlich zum Informationsabend am 14. März um 19.30 Uhr im Carolushaus eingeladen. Eine Anmeldung ist nicht nötig, einfach kommen!


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