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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 22. Januar 2019 - Stadt führt freiwillige soziale Leistungen fort

Gemeinderat bewilligt 162.300 Euro für 2019

Das ist die Bildunterschrift

Erziehungsberatung und Schuldnerberatung finden in der Scheune Hillesheim statt (Foto: Stadt Walldorf)


Die Fortsetzung der freiwilligen sozialen Angebote der Stadt in diesem Jahr hat der Gemeinderat einstimmig in seiner Sitzung am 22. Januar beschlossen und dafür 162.300 Euro bereitgestellt. Es handle sich um „gut angelegtes Geld“, stellte Erster Beigeordneter Otto Steinmann zu diesen sozialen Angeboten der Stadt fest.


Von diesem Betrag erhält die Erziehungs- und Kurzberatung des Vereins „Erziehungsberatung und Frühhilfe für das Kind e. V.“ 80.000 Euro. Neu kommt hier 2019 die Begleitung der Kommunalen Schülerbetreuung und der Sprachförderung hinzu mit zusätzlichen Kosten von 1.300 Euro. Wie der Vorlage der Verwaltung zu entnehmen ist, ist die Einrichtung sehr gut vernetzt und arbeitet eng mit der Schulsozialarbeit und den Kinderbetreuungseinrichtungen Walldorfs zusammen. Neben der Einzelfallberatung können auch pädagogische Fachkräfte die Beratung nutzen. Es findet außerdem Kurzberatung in Kindergärten und an Schulen statt und die Experten der Erziehungsberatung führen in Einrichtungen Fallsupervisionen durch. Dass 2019 der Beratungsumfang erhöht werden muss, hat sich laut Verwaltung Ende des Schuljahrs 2017/18 herauskristallisiert, nachdem die Probleme mit ausländischen Kindern an den Grundschulen Schillerschule und Waldschule zugenommen hatten. Wie zu Beginn der Flüchtlingswelle prognostiziert, zeigen sich bei Kindern mit Migrationshintergrund Traumata meist erst nach zwei bis drei Jahren des Einlebens. Auch die Schuldnerberatung des Diakonischen Werks in der Scheune Hillesheim soll fortgeführt werden mit Kosten von 15.000 Euro im Jahr 2019.  2018 hatten bis zum August 73 Personen das Angebot wahrgenommen. Auch die Möglichkeit, als Walldorfer die Beratungsstelle in Schwetzingen aufsuchen zu können, wird laut Schuldnerberatung gerne genutzt. Wie berichtet wird, haben 2018 die ersten Flüchtlinge die Schuldnerberatung aufgesucht. Mit Informationsveranstaltungen für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit soll dieses Angebot künftig noch besser bekannt gemacht werden.

Seit Juni 2018 ist die Begegnungsstätte „Plattform“ übergangsweise in einem Gebäude am Schlossweg untergebracht. Diese erste räumliche Veränderung seit 1998 war für einige Besucherinnen und Besucher nicht ganz unproblematisch und machte sich in zunächst leicht rückläufigen Besucherzahlen bemerkbar mit zehn bis zwölf Besuchern täglich. Wie zu erfahren war, vermissten einige die frühere gute Busanbindung und das Nahversorgungszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft. Zentrales Thema in den Sprechstunden der Fachberatung der Evangelischen Stadtmission Heidelberg ist die Wohnungssuche. Wie aus dem Bericht der Verwaltung hervorgeht, ist die Zahl der tatsächlich wohnsitzlosen Besucherinnen und Besucher in den letzten Jahren deutlich gesunken. Zeitweise sind sogar alle Gäste der „Plattform“ sesshaft gewesen. 2018 waren zwei Personen ohne festen Wohnsitz. Mit 16.000 Euro im Jahr unterstützt die Stadt die Arbeit der „Plattform“, bei der ein reger Informationsaustausch mit den Besucherinnen und Besuchern gepflegt wird. Obwohl Frauen aus Walldorf, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, eher selten in der Umgebung untergebracht werden, unterstützt die Stadt die Frauenhäuser in Heidelberg und Mannheim mit jeweils 7.000 Euro, um grundsätzlich die Arbeit dieser wichtigen Einrichtungen anzuerkennen und zu unterstützen. Für die Suchtberatung und Präventionsarbeit an Schulen durch den Baden-Württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation (BWLV) stellt die Stadt 2019 37.500 Euro bereit. In Kooperation mit der mobilen Jugendarbeit und dem Jump führt der BWLV auch aufsuchende Jugendarbeit durch. 2018 haben 89 Personen in Walldorf das Angebot der Fachstelle Sucht genutzt, darunter vierzehn Angehörige. Suchtproblematiken und Suchtmittel sind, wie nachzulesen ist, sehr unterschiedlich gewesen. Das Präventionsprogramm an Schulen, das durchweg positiv aufgenommen wurde, soll auch 2019 weiterlaufen. Ein an der Waldschule und im Schulzentrum getestetes Programm zur Prävention von exzessiver Mediennutzung stieß ebenfalls auf positive Resonanz.

Notwendig für die Gesellschaft

Stadträtin Hannelore Blattmann (CDU) sah die freiwilligen Leistungen der Stadt ebenfalls „als gut angelegtes Geld“ an und stimmte diesen zu. In der Erziehungsberatung seien die Problemfälle deutlich angestiegen, stellte sie fest. Sie fragte sich allerdings, ob Auffälliges und Probleme überhaupt noch Zuhause besprochen würden. Was die Frauenhäuser anging, forderte sie, dass Land und Bund sich an den Kosten beteiligen müssten. Stadträtin Petra Wahl (SPD) sprach sich ebenfalls für die „überaus notwendige Unterstützung“ der Menschen aus, die nicht auf der „Sonnenseite“ stünden. Die Schuldnerberatung sei eine nicht mehr wegzudenkende Institution, meinte sie. Das Angebot für die in der Flüchtlingshilfe Tätigen begrüßte sie. Sie erwähnte noch die Bauarbeiten für das „Haus am Kreisel“ mit neuen Räumen für Plattform, Kleiderstube und Walldorfer Tafel, denen man mit Freude entgegensehe. Zum Gesamtpaket der freiwilligen sozialen Leistungen erklärte sie: „Alles in allem sind wir sehr zufrieden, dass wir dieses so leisten können.“ „Wir müssen hier nicht diskutieren“, stellte Stadträtin Dagmar Criegee (FDP) fest. Die volle Unterstützung der genannten Maßnahmen sicherte auch Stadtrat Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) zu. Diese seien „dringend notwendig für die Gesellschaft“.


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