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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 23. Juli 2019 - Jahrelanges Engagement für Walldorf

Abschied und Ehrungen im Gemeinderat

Das ist die Bildunterschrift

Aus dem Gemeinderat verabschiedeten sich (v.  l.n.r.): Michael Schneider, Horst Dobhan, Hannelore Blattmann und Walter Hecker (Fotos: Pfeifer)


Die Sitzung am 23. Juli bedeutete auch, von einigen Ratsmitgliedern Abschied zu nehmen.


Dreißig Jahre gehörte Walter Hecker (Bündnis 90/Die Grünen), der sich im Mai nicht mehr zur Wahl gestellt hatte, dem Gemeinderat an. „Mit Walter Hecker verlässt uns ein leidenschaftlicher und langjähriger Kämpfer für Umwelt- und Klimaschutz“, erklärte Bürgermeisterin Christiane Staab, die daran erinnerte, dass in die Amtszeit der langjährigen Ratsmitglieder wichtige Entwicklungen wie die Fertigstellung der Westumgehung und der Südumgehung, die Neugestaltung der „Drehscheibe“, die Sanierung und der spätere Neubau des Hallenbads, die Realisierung der Seniorenwohnungen und des Pflegezentrums oder auch der Bau von Kindergärten fielen. Hecker habe Klimaschutz gelebt, während andere nur viel darüber redeten, erklärte Staab, die Heckers Engagement würdigte, das „in glaubwürdiger Weise auf seiner Sorge um die Zukunft des Planeten“ beruhte. Walter Hecker habe die Klimapolitk der Stadt eng und federführend begleitet. „Das stetige Wachsen des Wirtschaftsstandorts Walldorf erlebten Sie intensiv und nahmen auch mit offenen Augen und mahnenden Worten zur Kenntnis, was dies für den Verkehr, die Umwelt und vor allem den Wald in Walldorf bedeutete“, so Staab. Seine Wortmeldungen seien stets davon geprägt gewesen, Ensicht in die Notwendigkeit des Umsteuerns herbeizuführen. Für sein dreißigjähriges Engagement im Gemeinderat erhielt Walter Hecker in der Sitzung eine Ehrung des baden-württembergischen Gemeindetags.

Mit Hannelore Blattmann (CDU) verabschiedete Christiane Staab ein weiteres langjähriges Mitglied des Gemeinderats. Seit 1994 gehörte Hannelore Blattmann dem Gremium an. „Sie war Ratgeberin für die Verwaltung in allen Fragen des sozialen Lebens in Walldorf, eine unermüdliche Förderin des Wohles und des Wohlergehens für viele Menschen“, stellte Staab fest. Für Hannelore Blattmann sei es wichtig gewesen, den Menschen, die nicht auf der Sonnenseite stehen, aktiv unter die Arme zu greifen. Sie habe immer als „soziales Gewissen“ des Gemeinderats gegolten. Als Stadträtin und Pfarrgemeinderätin seien „Kirche, Caritas und Kommune“ in ihrer Person verwoben gewesen. Besonderer Dank galt auch Hannelore Blattmanns Engagement als erster ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreterin. Die Anregungen aus den vielen Gesprächen mit unterschiedlichen Menschen habe sie immer in „konstruktive Ideen umgewandelt“. Staab erinnerte auch an die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Hannelore Blattmann durch Bundespräsident Christian Wulff. Für ihre 25-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat konnte Bürgermeisterin Staab auch Hannelore Blattmann eine Ehrung des Gemeindetags von Baden-Württemberg überreichen. Hannelore Blattmanns Fraktionskollege, Michael Schneider, der seit 2003 im Gemeinderat saß, hatte sich im Mai nicht mehr zur Wahl gestellt. „Er verkörperte den selbständigen Unternehmer in bester Manier“, meinte Staab. Als Bauunternehmer seien vor allem Bauen, Immobilien und Stadtplanung seine Themen gewesen. Michael Schneider habe aber nicht nur seinen Sachverstand eingebracht, sondern habe immer „eine Lanze für den Mittelstand, für das Unternehmertum gebrochen“, so Staab. Sie hoffe, dass er dem Gemeinderat auch weiterhin als Impulsgeber aus der Unternehmerschaft erhalten bleibe. Horst Dobhan (Bündnis 90/Die Grünen) konnte die Bürgermeisterin nicht nur für sein Engagement danken, sondern auch zum Geburtstag am 23. Juli gratulieren. „Mit Horst Dobhan verlässt Mr. Sport das gemeinderätliche Rund“, erklärte Staab. „Seine SG und  vor allem die Leichtathletik waren Ideengeber für sein Engagement“, wusste die Bürgermeisterin, die ihm aber auch für seine Mitarbeit in zahlreichen Ausschüssen, wie dem Sozial- und Wohnungsausschuss oder dem Ausschuss für Technik, Umwelt, Planung und Verkehr danken konnte. Dobhan habe sich sehr für die Sanierung des Waldstadions eingesetzt, hier auch für das neue Sanitärgebäude als wichtigem Baustein einer funktionierenden Arena. Durch sein sportliches Netzwerk habe Horst Dobhan viele Veranstaltungen nach Walldorf gebracht, die der Stadt Renommee weit über die Gemeindegrenzen hinaus verschafft hätten.

Ehrungen des Gemeindetags gab es für (v.l.n.r.) Walter Hecker, Dr. Joachim Ullmann, Manfred Zuber, Hannelore Blattmann und Lorenz Kachler

Weiterhin im Gemeinderat vertreten sind die Stadträte Manfred Zuber und Lorenz Kachler (beide SPD) sowie Dr. Joachim Ullmann (CDU). Sie konnte Bürgermeisterin Staab im Namen des Gemeindetags für ihr langjähriges Wirken ehren und ihnen für ihr Engagement danken. Manfred Zuber habe „Silberhochzeit“, meinte Staab. Er erhielt Urkunde und Stele für sein 25-jähriges Wirken. Als Ingenieur seien seine Themen Technik, Verkehr, Planung und Umwelt „vorprogrammiert“ gewesen, erklärte Staab. Als Fraktionsvorsitzender sei er auch Mitglied im Ältestenrat und im Hauptausschuss und weiteren Gremien. Staab würdigte Zuber auch als „ÖPNV-Papst“. An der städtebaulichen Entwicklung Walldorfs habe er federführend mitgewirkt. Ohne ideologisch zu sein, habe Manfred Zuber „klare sozialdemokratische Standpunkte“, stellte Christiane Staab fest. Als Sportler „mit Leib und Seele“ habe er „mit Herzblut“ an der Entwicklung des Waldstadions mitgewirkt. Wie die Themen Wohnen, Mobilität, Verkehr und wirtschaftliche Entwicklung in Einklang zu bringen seien, „treibe ihn um“. „Seit 2009 wirkt Lorenz Kachler engagiert in allen Fragen der Bildung, der Weiterentwicklung unserer Kindergärten und Schulen in Walldorf mit“, erklärte Christiane Staab zum Gemeinderat und „Schulleiter aus Leidenschaft“, dem sie für die 10-jährige Zugehörigkeit zum Gemeinderat dankte und ihm Urkunde und Ehrennadel des Gemeindetags aushändigte. „Es geht Ihnen darum, gute Lebensbedingungen für alle Kinder Walldorfs und deren Familien zu schaffen.“ Auch sei Kachler „ein Anwalt“ für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Seine Affinität zu Digitalisierung und EDV habe die Schulen in vielen Bereich fortentwickelt. Ebenfalls für zehn Jahre im Gemeinderat wurde Dr. Joachim Ullmann geehrt. Vor allem die medizinische Versorgung liege ihm als Arzt am Herzen, so Staab. Ullmann sei es in all den Jahren ein großes Anliegen gewesen, den Notarztstandort nach Walldorf zu bekommen und auch zu behalten. Die Schließung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Wiesloch, gegen die sich Ullmann gewehrt habe, sei leider nicht zu verhindern gewesen, sagte Staab. Sein Herz schlage auch für die Walldorfer Vereine, die in ihm einen wichtigen Fürsprecher hätten.

Zukunft gestaltet, die jetzt Gegenwart ist

Auch Dr. Gerhard Baldes (CDU) und Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) dankten ihren scheidenden Fraktionskollegen herzlich. „Wir haben gemeinsam schwierige Entscheidungen treffen müssen … wir durften an spannenden Prozessen teilhaben, Zukunft gestalten, die jetzt Gegenwart ist“, meinte Baldes zu seinen Fraktionskollegen. Er lobte Michael Schneider, der dreimal „überzeugend wiedergewählt worden sei“ als wichtigen Ratgeber in Baufragen. Seine offene und gewinnende Art sei auch für das  Klima in der Fraktion und im Gesamtgemeinderat wichtig gewesen. Baldes bedauerte Michael Schneiders Ausscheiden, zeigte jedoch Verständnis für die große Belastung durch Beruf und Ehrenamt. Als „prägende Persönlichkeit“ einer Epoche von 25 Jahren würdigte Baldes Hannelore Blattmann. Auch er charakterisierte sie als „soziales Gewissen“ in Fraktion und Gemeinderat und bewunderte ihr Engagement, ihre Hilfsbereitschaft und Zähigkeit, auch in schwierigen Situationen. „Wir blicken in Dankbarkeit auf 25 Jahre zurück, die wir als Fraktion mit Dir teilen durften“, so Baldes.

Seine Hoffnung, dass er der Fraktion beratend erhalten bleiben möge, äußerte Wilfried Weisbrod, als er sich bei Horst Dobhan für seinen Einsatz bedankte. Für den Bereich Sport, für die Vereine, für Soziales, für die älteren Bürgerinnen und Bürger habe er sich stark gemacht. Herausragend sei auch der Beitrag zum Stadtradeln gewesen und für die Umweltideen. Als dienstältesten Kommunalpolitiker Walldorfs würdigte Weisbrod Walter Hecker, der nicht nur 30 Jahre im Walldorfer Gemeinderat, sondern zwischen 1989 und 1994 auch fünf Jahre erster Grünen-Kreisrat aus Walldorf gewesen sei. Die Walldorfer Dachlandschaft mit ihren vielen Photovoltaikanlagen sehe nur wegen Walter Hecker so aus, meinte Weisbrod anerkennend. „Wir verneigen uns vor Deiner grandiosen Lebensleistung“, meinte er mit Blick auf Heckers ökologisches Engagement. Zur Überraschung Walter Heckers und aller Anwesenden verabschiedete sich Wilfried Weisbrod, dem einst im Kindergarten die Stimme eines Brummbären attestiert wurde (wie er selbst zugab), singend von Walter Hecker mit seiner Variante des Heckerlieds aus der Badischen Revolution anno 1848/49. Der Refrain à la Weisbrod lautete: „Er hängt an keinem Baume, er hängt an keinem Strick. Er hängt nur an seinem Traume von der Öko-Republik!“ Für diese Performance gab es natürlich viel Applaus.

Die Verabschiedung und Ehrung von Stadtrat Werner Sauer (CDU) und die Ehrung von Dr. Günter Willinger (FDP) für zehn Jahre im Gemeinderat werden im September nachgeholt, da beide nicht anwesend sein konnten.


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