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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 21. Januar 2020 - Kein Mikroplastik für Kunstrasenplatz

Gemeinderat entscheidet sich für getuftete Variante – Walldorf erhält Fördermittel des Landes

Seine Entscheidung vom Dezember 2019, den Kunstrasenplatz-Süd im Sportzentrum mit einem gewebten Kunstrasenbelag mit Sandverfüllung zu sanieren, hat der Gemeinderat inzwischen revidiert.

Nach einem unbefriedigenden Vor-Ort-Test mit einem gewebten Kunstrasenstück lautete die Empfehlung der beteiligten Trainer des FC-Astoria Walldorf, lieber einen getufteten Kunstrasenbelag mit Sandverfüllung anzuschaffen. Die Kosten für die Kunstrasensanierung liegen bei 406.000 Euro.

Im Dezember hatte Stadtbaumeister Andreas Tisch im Gemeinderat erläutert, dass für die notwendige Sanierung kein granulatverfüllter Kunstrasen mehr in Betracht käme. Dieser war in Misskredit geraten wegen der Mikroplastikproblematik. Die Europäische Union will solche Plastikgranulate ab 2022 gänzlich verbieten. „Auf dieses System wollen wir nicht mehr setzen“, erklärte Tisch. Wie Bürgermeisterin Christiane Staab in der Sitzung Ende Januar mitteilte, hätten die Planer nun aber auch von der gewebten Kunstrasenvariante abgeraten. Die Bedenken richteten sich vor allem auf die weniger optimalen Spieleigenschaften. Da derzeit in Deutschland nach Kenntnis des Planungsbüros die gewebten Kunstrasen nur auf Kleinspielfeldern realisiert worden sind, kann man nicht auf Erfahrungen auf großen Spielfeldern zurückgreifen.

Nachdem nach der Entscheidung des Gemeinderats im Dezember diese Zweifel aufgekommen waren, beschaffte der FC-Astoria ein größeres gewebtes Musterstück und testete dies in Anwesenheit mehrerer Trainer, die von seiner Eignung alles andere als überzeugt waren. Einen sandverfüllten getufteten Kunstrasen hatte man in Mühlhausen besichtigt und getestet. Da dieser sich als funktionsfähiger erwies, wurde diese Ausführung für eine nachhaltige Sanierung vorgeschlagen. Der Gemeinderat stimmte dieser Änderung mit 18 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen zu.

Stadtrat Christian Winnes (CDU) konnte zwar nicht nachvollziehen, warum man erst so spät diese Informationen bekommen habe, wollte sich aber auf die jetzt vorliegende Expertenmeinung verlassen. Auch wenn er sich die schlechte Bespielbarkeit des gewebten Belags nicht vorstellen konnte, da dieser auch in anderen Ländern genutzt werde, wollte seine Fraktion kein Risiko eingehen und die vom Planungsbüro vorgeschlagene Variante akzeptieren. Stadtrat Manfred Zuber (SPD) meinte, dass durch die Beteiligung des zuständigen Ausschusses und die Vor-Ort-Besichtigung eine optimale Basis zur Entscheidungsfindung gegeben gewesen sei. Diese sei leider nicht ausreichend gewesen, daher stimme man zu. Stadtrat Günter Lukey (FDP) hätte sich die Information früher gewünscht, konnte aber zustimmen, damit die Sanierung noch im Sommer beginnen könne. Für Stadtrat Manfred Wolf (Bündnis 90/Die Grünen) war wichtig und wertvoll, dass Vereine eingebunden waren. 

Das Land hat aktuell Fördermittel von 103.530 Euro für die Sanierung des Kunstrasenplatzes-Süd und den Umbau der Hammerwurfanlage zugesagt. Die Kosten für beide Maßnahmen belaufen sich auf rund 700.000 Euro. Am 21. April hat der Technische Ausschuss die Arbeiten für den Kunstrasenplatz vergeben.


 

 

 

 


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