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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 26. Mai 2020 - Hoher Stellenwert von Bildung und Betreuung

Kindergartenbedarfsplanung und Schulbericht 2020 im Gemeinderat

Das ist die Bildunterschrift

Jetzt fehlen nur noch die Kinder: Im September wird das Kinderhaus Gewann Hof starten (Foto: Pfeifer)


In der Gemeinderatsitzung am 5. Mai stellte Erster Beigeordneter Otto Steinmann die Kindergartenbedarfsplanung für 2020 vor und den Schulbericht für dieses Jahr. Der Gemeinderat hat die Bedarfsplanung beschlossen und den Schulbericht zur Kenntnis genommen.


Von einer „komfortablen Situation“ konnte Steinmann bei der Betreuung der Kinder über drei Jahren sprechen und auch bei den jüngeren Krippenkindern sei Walldorf „formal gut aufgestellt“, erläuterte er.

Für die komfortable Situation sorgt das neue Kinderhaus Gewann Hof, das am 1. September dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen wird. Für Kinder unter drei Jahren stehen 30 Plätze zur Verfügung und für die älteren Kinder 60 Plätze, die alle Schritt für Schritt belegt werden sollen. Insgesamt gewinnt Walldorf damit 20 neue Plätze für Kinder unter drei Jahren und 25 Plätze für Kinder über drei Jahren hinzu. Das derzeitige Kinderhaus der Zipfelmützen in der Schulstraße zieht komplett ins Gewann Hof um. In der Schulstraße werden wiederum die Spielgruppen des Standorts Dannheckerstraße 46 einziehen. Dieses Gebäude, das der Stadt gehört, bleibt frei und gibt der Stadt Spielraum. Die Krippe im Rockenauer Pfad bleibt mit ihren zwei Gruppen, wo sie ist.

Wie aus der Bedarfsplanung hervorgeht, muss die Stadt die Entwicklung, vor allem im Krippenbereich, beobachten. Für den zweiten Bauabschnitt Walldorf-Süd, in dem die ersten Häuser im Laufe des Jahres  2021 bezugsfertig sein könnten, rechnet man insgesamt mit etwa 400 Personen mit 100 Kindern. Auch die Nachverdichtung in der Innenstadt bedeutet einen Zuwachs an Familien mit Kindern, der im Auge behalten werden muss. Im Kindergartenalter von drei bis sechs Jahren sind in Walldorf bis Ende Juli 597 Kinder. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in dieser Altersgruppe 96 Prozent der Kinder eine Betreuung beanspruchen. Ihnen stehen aktuell 654 und ab September 679 Plätze gegenüber. Hinzukommen zwölf Notplätze. In den Einrichtungen ist die Ganztagesbetreuung am stärksten nachgefragt. Die Eltern haben neben der Ganztagesbetreuung auch die Wahl zwischen Regelgruppe, Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit, Misch- und integrativen Gruppen. Das Nutzungsverhalten der Eltern hat sich in den letzten Jahren verändert. Die Nachfrage nach Krippenplätzen und der Betreuung bei Tagesmüttern für Kinder ab einem Jahr hat sich deutlich erhöht. Um auf den oft kurzfristig angemeldeten Bedarf reagieren zu können, müsse man in weitere Krippenplätze investieren, heißt es in der Bedarfsplanung. Für Kinder unter drei Jahren stehen ab September dieses Jahres 209 Plätze zur Verfügung. Legt man zwei Jahrgänge zugrunde, was juristisch gefordert ist, kommt Walldorf auf eine Quote von 55,9 Prozent, bei drei Jahrgängen liegt diese bei 37,3 Prozent. Walldorf sei damit „formal gut aufgestellt“, so der Erste Beigeordnete.

Qualitätsbewusstsein

Steinmann ging auch auf das „Gute-Kita-Gesetz“ ein, dessen aktueller Schwerpunkt auf einer starken Leitung der Kindertagesstätten liegt. Die Leitung soll für ihre pädagogischen Aufgaben mehr Stunden erhalten, was auch unmittelbare Auswirkungen auf die Qualität einer Kindertagesstätte haben soll. Steinmann machte deutlich, dass die Freistellung der Leitungen in Walldorf seit Jahren deutlich über den jetzt festgelegten Leitungszeiten liege, die jetzt auch vom Land zusätzlich ausgeglichen würden. „Walldorf hat schon sehr früh die Bedeutung der Freistellung der Leitungen erkannt und entsprechend umgesetzt“, heißt es. Auch bei der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA), die im „Pakt für gute Bildung und Betreuung“ gefördert wird, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und die Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung zu stärken, ist Walldorf gut aufgestellt. Die Ausbildungsverhältnisse konnten gegenüber 2017/2018 um mehr als 50 Prozent gesteigert werden, so dass eine Förderpauschale von 26.400 Euro an die Stadt ausgezahlt wurde.

Corona-Situation

Auch auf die aktuelle Corona-Situation ging Steinmann ein. Nachdem die Notbetreuung der Kinder zunächst zentral im „Haus der Kinder“ und für Schülerinnen und Schüler in der Waldschule stattgefunden hat, ist diese seit 27. April aus pädagogischen Gründen wieder auf die einzelnen Einrichtungen und die beiden   Grundschulen übertragen worden. Für die Sommerferien kündigte Steinmann an, coronabedingt ein Angebot machen zu wollen, um Eltern, die ihren Urlaub schon größtenteils hätten nehmen müssen, entgegenzukommen. Das mit allen Trägern von Kindertagesstätten abzustimmende endgültige Modell müsse jedoch noch diskutiert werden.

Vielfältige Schullandschaft

Auch ein Blick auf die Schulsituation wurde in der Sitzung geworfen. Die Schillerschule hat derzeit 460 Schülerinnen und Schüler, die Grundschule der Waldschule 199. Der Bestand der Werk-realschule an der Waldschule sei gesichert mit stabilen Eingangszahlen, stellte Steinmann fest. Aktuell werden hier 185 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. An der Theodor-Heuss-Realschule und am Gymnasium gehen die Schülerzahlen etwas zurück. An der Realschule sind 849 Schülerinnen und Schüler, am Gymnasium 971 gemeldet. Das Gymnasium ist teils siebenzügig, was nicht die Regel sein soll. Hier werde die Rechtslage geprüft, erklärte Steinmann. Schließlich erwähnte er noch das „Kooperative Übergangsmanagement“ (KÜM) von der Schule in den Beruf, das an der Waldschule bereits seit sieben Jahren installiert ist. Ein Berufslotse wird dabei von der Agentur für Arbeit gefördert, wenn sich Dritte mit mindestens fünfzig Prozent an der Förderung beteiligen. Die Theodor-Heuss-Realschule möchte das KÜM ebenfalls installieren und hat einen entsprechenden Antrag gestellt.

Walldorf weit überdurchschnittlich

„Den Kindern in Walldorf geht es gut“, meinte Stadträtin Jutta Stempfle-Stelzer (CDU) mit Blick auf eine „virenfreie Zeit“. Kaum eine Stadt in Baden-Württemberg versorge vermutlich ihre Kindergärten und Schulen „so vielseitig und weitsichtig“. Sie begrüßte das Modell der Freistellung der Kindergartenleitungen für die Leitungsarbeit, das es in Walldorf längst gebe. Bei der Praxisintegrierten Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern hoffte sie, dass die in Walldorf ausgebildeten Kräfte sich auch für die Stadt Walldorf als Arbeitgeberin entscheiden mögen. „Jedes Elternteil kann für sein Kind den adäquaten Platz finden“, meinte sie zur Betreuung in den Kindertagesstätten. „Weit überdurchschnittlich“ sei Walldorf mit 691 Plätzen bei derzeitig 597 belegten Plätzen aufgestellt, auch für die noch kommenden Baugebiete. Das Angebot für Kinder unter drei Jahren fand sie „sehr gut“. Walldorf sei mittlerweile eine „Bildungsstadt“ geworden, erklärte sie in Sachen Schulen. Für jedes Kind gebe es am Ort die passende Schule. „Walldorf ist ein bildungspolitisches Vorzeigemodell“, meinte sie in Zusammenhang mit der Option auf Ganztagesbetrieb an allen Schularten. Sie sprach auch die Formen der Inklusion an, die an allen Walldorfer Schulen gelebt würden. Eine besonders gute Form stellte für sie die Kooperation mit der Tom-Mutters-Schule dar, da sie mit den notwendigen Lehrerressourcen ausgestattet sei. Besonders erwähnte Stempfle-Stelzer noch die Schulsozialarbeit als „wichtigen Baustein und Ansprechpartner“. Die Begleitung durch Berufslotsen sah sie ebenfalls als „große Unterstützung“  und konnte sich diese grundsätzlich auch an der Realschule vorstellen. „Die Technik muss immer auf die Pädagogik folgen“ erklärte sie zur Digitalisierung an den Schulen. Ein digitales Endgerät sei ein „sehr gutes Medium, aber letztendlich Mittel zum Zweck“. Gerade jetzt sehe man, dass den Kindern die Schulen, die Lehrer, die Mitschüler fehlten. „Bildung genießt einen hohen Stellenwert in Walldorf“, stellte Stadträtin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) fest. Mit dem Kinderhaus Gewann Hof habe man eine durchaus komfortable Situation. Dass die Evangelische Kirchengemeinde über ein eigenes Krippenangebot nachdenkt, fand sie positiv. Gedanken mache sich ihre Fraktion um die steigende Zahl von Kindern mit höherem Förderungsbedarf, so Schröder-Ritzrau. Hier wolle man auf dem Laufenden gehalten werden und sehen, ob und wie man die Bedarfe befriedigen könne. Im Sommer Betreuung zu gewährleisten fand sie angesichts der Corona-Situation, in der nichts mehr wie zuvor sei, richtig. Man habe eine Fürsorgepflicht für alle und müsse umsichtige Entscheidungen treffen. Den Online-Schulunterricht empfand sie als „Mammutaufgabe“ für die Lehrkräfte. Das sei „eine Herausforderung“. Schülerinnen und Schüler, die es schon vor Corona schwer gehabt hätten, hätten jetzt das Band zur Schule verloren. Hier könne die Schulsozialarbeit helfen. „Das digitale Klassenzimmer wird uns begleiten und muss auf die Überholspur gesetzt werden“, forderte sie. Das müsse man proaktiv entwickeln. Digitales Lehren und Lernen brauche technische Voraussetzungen. Den Bedarf müsse man der Stadt signalisieren. „Walldorf ist hervorragend aufgestellt“, meinte auch Stadtrat Manfred Wolf (Bündnis 90/Die Grünen). Die momentane Situation bedeute „eine Herkulesaufgabe“, in der man nach vorn schauen müsse. Er lobte die „hervorragende Arbeit der Verwaltung“, die mit Weitsicht arbeite. Die Digitalisierung der Schulen fand er sehr wichtig. „Wie einheitlich kann die digitale Landschaft aussehen?“ fragte er und regte an, den schulischen Bedarf an Endgeräten zu melden. Die Änderung der Schulbezirke sei ein Thema, denn man müsse mit noch mehr Grundschulkindern aus den Neubaugebieten rechnen, sagte Wolf. Stadtrat Günter Lukey (FDP) sah dem neuen Kinderhaus Gewann Hof „freudig entgegen“. Hier entstehe „Großartiges“. Man wäre am liebsten selbst Kind. Angesichts des zweiten Bauabschnitts in Walldorf-Süd seien weitere Krippenplätze nötig, so Lukey. Nicht zielführend sei es, in Kindergartengruppen zu denken, sondern in Kinderzahlen. Auch er bedauerte den Mangel an Fachkräften und lobte das Engagement für die Praxisintegrierte Ausbildung. Insgesamt rechneten sich die Ausgaben für Bildung und Betreuung volkswirtschaftlich, so Lukey. Er sprach noch die neue Mensa in der Waldschule an. Kritik übte er an der Abschaffung der Grundschulempfehlung. Zu viele Kinder seien auf der falschen Schule.

Hier geht es zur Kindergartenbedarfsplanung mit Schulbericht

 

In die Bedarfsplanung für 2020 sind aufgenommen:

Kommunaler Kindergarten

Haus der Kinder – Krippe

Haus der Kinder – Kindergarten

KiTa Astorhaus

Evangelischer Kindergarten

Katholischer Kindergarten St. Marien

Katholischer Kindergarten St. Peter

 

Zipfelmützen e. V.:

 • Betreute Spielgruppen,
    Dannhecker Straße

• Krippe Rockenauer Pfad

• Krippe, Bürgermeister-
   Willinger-Straße

• Kinderhaus, Schulstraße

• Waldkindergarten I und II

 

Haus der kleinen Hände, family&kids[at]work

Tagesmütter

 


 


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