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Zweites "Gockelfest" in Walldorf

Fotorealistische Wandmalerei von Matthias Mross beim Metropolink-Festival

Das ist die Bildunterschrift

Matthias Mross, Festivalleiter Pascal Baumgärtner, Bürgermeisterin Christiane Staab, Erster Beigeordneter Otto Steinmann und seine Mitarbeiterin Heike Schweizer vor dem 1. Hahn
(Fotos: Pfeifer)


Über einen außergewöhnlichen "Werbeträger" für das beliebte Gockelfest, das am 4. und 5. August gefeiert wird, können sich die Walldorfer Kleintierzüchter in diesem Jahr freuen. Zufall oder Fügung? Der Street-Art-Künstler Matthias Mross hat im Rahmen des Metropolink-Festivals seine Faszination für Hähne ausgelebt und am Parkplatz an der Heidelberger und Zimmerstraße einen prachtvollen Hahn geschaffen.


Kaum zu  glauben, dass das detailreiche, farbenfrohe Wandbild mit der Spraydose entstanden ist. Wer an der Wand vorbeifährt, könnte meinen, das Tier liefe mit ihm mit, um dann am Ende der Wand zu verschwinden – also ein „Cock in - Cock out“, meinte Hartmuth Schweizer, der Kunstbeauftragte der Stadt, bei der offiziellen Wanderöffnung am 25. Juli. „Es ist am Anfang immer wie ein Ritt ins Ungewisse und man fragt sich, was dabei herauskommt“, beschrieb Bürgermeisterin Christiane Staab die Ausgangssituation der Beteiligung am Metropolink-Festival. 2017 nahm die Stadt zum ersten Mal an dem großen Urban-Art-Festival teil, das Pascal Baumgärtner, der einst das Walldorfer Gymnasium besuchte, organisiert. Die Stadt sei sich dessen bewusst, so Staab weiter, dass es stets auch eine Herausforderung für die Nachbarschaft bedeute, die ja genauso wenig wie die Stadtverwaltung wisse, was auf der Hausfassade entstehe. Ihr ganz besonderer Dank ging daher an Familie Rittmüller, die ihre Hauswand für das neue Kunstwerk zur Verfügung stellte.

Neue Perspektiven eröffnen

„Den öffentlichen Raum mit Kunst zu gestalten, auch in kleineren Gemeinden und nicht nur in den Großstädten, das verstehe ich unter Demokratisierung der Kunst“, so Hartmuth Schweizer bei seiner kurzen Werkeinführung. Die moderne Wandmalerei sei eine Kunst, die in dieser Art vor zwanzig bis dreißig Jahren in Orten der Walldorfer Größenordnung nicht möglich gewesen sei, meinte er. Street Art oder Urban Art sei ein Kunstgenre, entstanden aus der Protestbewegung, das Teil der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens sein wolle. Der Künstler Matthias Mross, der zum ersten Mal beim Metropolink-Festival dabei war, wollte seinem Werk keine Interpretation mit auf den Weg geben. Die Faszination für Hähne hat bei Matthias Mross in Indonesien ihren Ursprung. Dort haben diese vitalen Lebewesen vor allem bei Hahnenkämpfen eine große Bedeutung; wobei die Tiere nicht im wilden Blutrausch geopfert, sondern als Geldanlage gehegt und gepflegt werden. Die Arbeit an der Walldorfer Wand, sagte der zur Ideenschmiede „Haus 75“ gehörende Künstler, sei für ihn besonders spannend gewesen. Er bedankte sich ganz speziell sowohl bei Familie Rittmüller als auch bei den Nachbarn, die ihn tatkräftig bei seiner Arbeit unterstützten. Er konnte, so berichtete er, frei arbeiten und wurde mit aufmunternden Worten und kalten Getränken versorgt. Was an einem Open-Air-Arbeitsplatz mit Sprayflasche und Atemschutz bei mehr als dreißig Grad Hitze fast einem Lottogewinn gleichkomme.

"Cock out", immer an der Wand lang ...

„Es geht dem Festival vor all em darum, Räume zu gestalten und neue Perspektiven zu eröffnen“, erklärte Festivalleiter Pascal Baumgärtner die Zielsetzung des Kunstereignisses. Dass Matthias Mross' Werk offensichtlich gut bei den Betrachtern ankommt, war an den Reaktionen der Anwesenden zu erkennen. Und obwohl es laut Pascal Baumgärtner eher schwierig sei, neue geeignete Wandflächen zu finden, meldeten sich gleich zwei Anwärter für zukünftige Projekte. Die Gäste der "Vernissage" diskutierten bei einem kühlen Getränk und bei Urban Country Soul Musik von Hank Philipps, alias Martin Schmidt aus Rot, über Kunst im Allgemeinen und über das neue Kunstwerk im Speziellen.

Wer auch nach dem Festival die Metropolink-Kunstwerke erkunden will, dem steht mit der Metropolink-App ein Verzeichnis aller Kunstwerke zur Verfügung.

Kerstin von Splényi

Das passt! Der Gockel an der Wand ist vor dem Grill
auf jeden Fall sicher!


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