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Entdeckungsreise zu Dichtern und Denkern

10. „Walldorfer Musiktage“vom 20. September bis 14. Oktober

Das ist die Bildunterschrift
 


Zu einer Entdeckungsreise laden die zehnten Walldorfer Musiktage vom 20. September bis zum 14. Oktober ein. Dichtern und Denkern sind die fünf Veranstaltungen gewidmet, für die Dr. Timo Jouko Herrmann, der künstlerische Leiter des städtischen Festivals, wieder selten gespielte musikalische Preziosen ausgewählt hat.


„Timo Herrmann konzipiert die Walldorfer Musiktage seit Jahren mit viel Liebe und Leidenschaft. Das besondere Format unserer Musiktage spricht ein Publikum über die Region hinaus an“, freut sich Bürgermeisterin Christiane Staab. Sie sei „sehr froh, solche Angebote machen zu können“, erklärte sie im Pressegespräch, wobei ihr besonderer Dank dem Gemeinderat gilt, der die Mittel für das klassische Musikfestival gerne bereitsellt.

Bürgermeisterin Christiane Staab (re.), ihre Mitarbeiterin  Heike Schweizer und Timo Jouko Herrmann freuen sich auf die "Dichter und Denker" (Foto: Pfeifer)

"Knüller" zum Abschluss

Mit Heraklit von Ephesos, dem „Dunklen“, und Demokrit, dem eher humorvollen Philosophen, zieren zwei berühmte antike Denker das Plakat der diesjährigen Musiktage. Mit leichtem Strich hat der Walldorfer Künstler Hartmuth Schweizer, der auch Kunstbeauftragter der Stadt ist, ein wahres „Wimmelbild“ geschaffen, auf dem auch die Namen weiterer Protagonisten der Musiktage zu entdecken sind. Heraklit und Demokrit an so exponierter Stelle stehen auch für den „Knüller“ der Musiktage, auf den Herrmann sehr stolz ist. Zum Abschluss wird am 14. Oktober Antonio Salieris Oper „Eraclito e Democrito“ in der Astoria-Halle konzertant aufgeführt. Dies zum ersten Mal seit 215 Jahren! Dass Salieris Musik zurzeit eine wahre Renaissance erlebt, ist maßgeblich Timo Jouko Herrmann zu verdanken, der weltweit als Salieri-Spezialist gilt. Diesen Ruf untermauerte auch sein international beachteter Sensationsfund einer Gemeinschaftskomposition von Salieri und Mozart. Das italienische „Dramma filosofico-comico Eraclito e Democrito“ wird durch eigens für die Walldorfer Aufführung verfasste deutsche Zwischentexte von André Meyer, der auch als Sprecher fungiert, für alle verständlich sein, die der italienischen Sprache nicht mächtig sind. Timo Herrmann freut sich auf eine „tolle Sängerriege“ mit unter anderem Diana Tomsche, Sebastian Hübner und Peter Paul. Ihnen sei es hoch anzurechnen, dass sie die Partien eigens für die Walldorfer Aufführung einstudieren. Begleitet werden die Sängerinnen und Sänger vom „Ensemble Operone“ unter Leitung von Herrmann. Mitglieder der Salieri-Gesellschaften aus Italien und Spanien haben sich zu diesem Ereignis bereits angesagt.

Diana Tomsche (Foto: zg)

Ebenfalls um Antonio Salieri, den „philosophischen Tonsetzer“, dreht sich die „Klingende Buchvorstellung“ am 27. September in der Laurentiuskapelle. Timo Jouko Herrmann wird an diesem Abend seine druckfrische populärwissenschaftliche Salieri-Biographie vorstellen, die im Morio-Verlag erscheint. Das Buch, an dem er seit Jahren gearbeitet hat, verwertet historische Quellen von Salieris Weggefährten, Freunden oder auch aus Tagebüchern Wiener Hofbeamter. Herrmann will Salieri „nicht auf einen Sockel stellen“, sondern aufzeigen, welche Wirkung die sehr bewegten Zeiten, in denen Salieri lebte, seine Musik beeinflussten, wie der große Komponist reagierte. Herrmann wird bei der Buchvorstellung entsprechende Hörbeispiele einfließen lassen.

Am 3. Oktober erklingen in der Laurentiuskapelle romantische Kompositionen von Franz Schubert, Robert Schumann, Gustav Mahler und anderen auf Texte des Dichters Friedrich Rückert (1788-1866). Der aus Franken stammende Rückert war ein herausragender Gelehrter und Dichter. Er galt als Sprachgenie, befasste sich mit über vierzig Sprachen, war Mitbegründer der Orientalistik und beeinflusste viele Komponisten. Der Tenor Malte Müller und der Liedpianist Götz Payer, wie Rückert mit fränkischen Wurzeln, haben eine CD eingespielt mit Vertonungen von Rückerts Gedichten, die am 1. Oktober erscheint. Das „wunderschöne Programm“ am 3. Oktober sei daher auch eine Art „CD-Release-Abend“, freut sich Herrmann. Sehr spannend dürfte es am 29. September im Katholischen Pfarrsaal zugehen bei dem Musical „Murder in Blackby“. Die neue Musical-Produktion der Musiktheater- und der Kunst-Arbeitsgemeinschaften des Walldorfer Gymnasiums feierte bereits im Juli Premiere und wird eigens für die Musiktage nochmals aufgeführt. Da Detektive, die dem Mörder hier in der englischen Provinz auf der Spur sind, auch exzellente Denker sind, fügt sich dieses Musical thematisch und mit Sprachwitz samt schmissiger Musik in den Rahmen der Musiktage bestens ein. Timo Jouko Herrmann, der selbst Schüler am Walldorfer Gymnasium war, freut sich sehr, dass nun schon die nächste „junge Riege“ nachwächst und sich dieser großen Gemeinschaftsaufgabe mit „unglaublich tollem Engagement“ gestellt hat. Jedes Jahr starten die Musiktage mit einer Auftaktveranstaltung, die in den Themenkreis einführt. Am 20. September wird das Rathaus ab 19.30 Uhr zum Klingen gebracht mit Melodramen von Franz Schubert und Robert Schumann. Das Melodram, das heute kaum noch beachtet wird, etablierte sich an der Wende zum 19. Jahrhundert. Den Part der Sprecherin übernimmt an diesem Abend Renate Büchner, selbst Dichterin und frühere Leiterin der Stadtbücherei Walldorf. Sie wird am Klavier von Asli Kiliç begleitet, wobei das Klavier den rezitierten Text auf klanglicher Ebene ausdeutet. Robert Schumann vertonte unter anderem Gedichte von Friedrich Hebbel, die selten zu hören sind.

Kartenservice

Eintrittskarten für die Konzerte am 3.  und 14. Oktober, die regulär 15 Euro und ermäßigt 12 Euro kosten, gibt es bei Bücher Dörner, Bahnhofstraße 8, und an der Rathaus-Pforte. Die Veranstaltungen am 20., 27. und 29. September kosten keinen Eintritt. Wegen der begrenzten Sitzplätze in der Laurentiuskapelle werden für die „Klingende Buchvorstellung“ am 27. September Einlasskarten ausgegeben. Auch diese sind bei den Vorverkaufsstellen erhältlich.
Info: www.walldorfer-musiktage.de

 

 

 


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