Menüpunkt Aktuelles
Inhaltsübersicht Aktuelles  Im Überblick ► Neues Quartier mit bezahlbaren Wohnungen

Neues Quartier mit bezahlbaren Wohnungen

Gemeinderat befürwortet Mehrfachbeauftragung zur Konzeptfindung

Das ist die Bildunterschrift

Das gelb umrandete Areal an der Heidelberger Straße und Hebelstraße soll städtebaulich neu geordnet werden. Fünf Architekturbüros planen und dürften "kreative" Lösungen finden (Foto: Stadt Walldorf)


„Attraktives und bezahlbares Wohnen“ soll auf dem Areal an der Heidelberger und Hebelstraße entstehen. Dieses gehört neben dem Grundstück Stresemannstraße/Ebertstraße, wo schon gebaut wird, und einem weiteren städtischen Grundstück zwischen Kolping- und Ringstraße zu den Flächen, auf denen die Stadt nach dem Willen des Gemeinderats neuen Wohnraum schaffen wird.


Im Februar 2016 hat der Gemeinderat die Mehrfachbeauftragung zur Planung von Wohngebäuden im Bereich Heidelberger Straße und  Hebelstraße bereits beschlossen. Diese wurde nun in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 24. Juli konkretisiert und von dem Gremium einstimmig befürwortet. Wie Stadtbaumeister Andreas Tisch erläuterte, wurden fünf Architekturbüros, davon vier aus Walldorf und eines aus Sinsheim, angefragt und haben bereits zugesagt, sich an der Konzeptfindung beteiligen zu wollen.

Es handelt sich um ein Planungsgebiet mit  einer Fläche von etwa 1.680 Quadratmetern, auf der zurzeit noch die städtischen Gebäude Heidelberger Straße 24 und 26 stehen, die aber wegen mangelhafter Bausubstanz abgerissen werden. Wie der Stadtbaumeister schilderte, sollen die Architekturbüros die Nachverdichtungsmöglichkeiten ausloten und dabei berücksichtigen, dass ein Teil der öffentlichen Fläche und der Parkflächen erhalten bleiben. Es sollen auf dem Areal städtische Sozialwohnungen entstehen, aber es seien auch teilweise frei finanzierte private Mietwohnungen vorstellbar, so Andreas Tisch. Insgesamt soll das Quartier durch die neuen Wohngebäude neugeordnet und aufgewertet werden. Bis zum 15. November müssen die beteiligten Büros ihre Planungen abgeben, diese auch in Form von Modellen, die – so der Stadtbaumeister – wesentlich für die Beurteilung durch die Jury seien. Der Jury werden neben Bürgermeisterin Christiane Staab und je einem Mitglied der vier Gemeinderatsfraktionen noch Stadtbaumeister Andreas Tisch sowie Boris Ott, bei der Stadt zuständig für Immobilienmanagement und Hochbau, sowie zwei externe Architekten angehören. David Högerich, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft Walldorf, wird beratend mitwirken. Die Jury wird ihr Urteil im Dezember dieses Jahres fällen. Die Ergebnisse werden dem Gemeinderat vorgestellt, mit dem das weitere Vorgehen dann beraten werden soll.

Als „konsequenten Schritt in Zusammenhang mit dem Druck auf dem sozialen Wohnungsmarkt einerseits und den Aktivitäten des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft andererseits“, wertete Stadtrat Mathias Pütz (CDU) das geplante Vorgehen der Stadt. Sehr positiv sah er, dass sowohl Ziele des sozialen Wohnungsbaus als auch der städtebaulichen Gestaltung hier erreicht werden könnten. Für das „nicht ganz einfache Terrain“ erwartete er dank der Beauftragung  leistungsfähiger Büros „ambitionierte Ansätze“. Auch den Ansatz, private Mietwohnungen zu ermöglichen, begrüßte Pütz. Insgesamt erhoffte sich seine Fraktion eine „anspruchsvolle, ästhetische und funktionale Lösung“.

„Das richtige Maß ausloten“

„Kreative Ideen sind gefordert“, stellte Manfred Zuber (SPD) fest. Die Planer müssten „das richtige Maß ausloten“ hinsichtlich der Nachverdichtung und des damit einhergehenden Verlusts unversiegelter Flächen. Zuber erwähnte auch, dass vor allem junge Familien mit mittlerem Einkommen bisher „kaum eine Chance hätten, bezahlbaren Wohnraum in Walldorf zu finden“. Er forderte noch Ersatz für einen durch die Bebauung wegfallenden Spielplatz. „Ersatz muss sein, aber nicht unbedingt hier“, so Zuber. Den beauftragten Architekten wollte er „gar nicht so enge Vorgaben“ machen. „Wir lassen uns von guten Ideen überzeugen“, meinte er. Auch Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) sah „Handlungsnotwendigkeit“, da Mietraum verstärkt nachgefragt werde. Er erinnerte an den Grundsatzbeschluss der Stadt, städtische Gebäude nur im Passivhausstandard zu errichten. Das in den Unterlagen für die Architekturbüros erwähnte „energieeffiziente Bauen“ entspräche dem nicht. Weisbrod erwähnte noch, dass zunehmend Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen gefragt seien, daher könnten sich bei den Wohnungsgrößen noch Verschiebungen ergeben. Günter Lukey (FDP) plädierte für „Sensibilität und Umsicht“ beim Bauen in der Innenstadt. Es stünde Walldorf gut zu Gesicht, so Lukey, Wohnraum für Familien zu schaffen, denen es schwerfiele, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie sollten nicht in Nachbargemeinden abwandern müssen.

Wirtschaftliche Lösung gefragt

Stadtbaumeister Andreas Tisch erklärte, dass die Planungshinweise lediglich eine „Richtschnur für das Wohnungsgemenge“ lieferten. Die Anteile der Wohnungsgrößen könnten sich noch verschieben, denn man strebe schließlich eine „wirtschaftliche Lösung“ an. Er bestätigte, dass öffentliche Stellplätze erhalten bleiben sollten. Über einen neuen Standort für einen Spielplatz mache man sich Gedanken. Zum Thema Passivhaus stellte er fest, dass dies noch nicht abschließend entschieden sei, da eventuell Private in den frei finanzierten Wohnungsbau einbezogen werden könnten. Dies müsse man noch diskutieren. In jedem Fall war er sich sicher, dass die Architekten „kreativ“ sein würden.


Zum Seitenanfang ▲

Text Schriftgröße
Impressum

Datenschutz