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Ein vorbildlicher Diener seiner Stadt

Abschied von Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Dr. Jürgen Criegee

Das ist die Bildunterschrift

Dr. Jürgen Criegee ist am 7. September 84-jährig verstorben (Foto: Pfeifer)


Walldorf trauert um seinen früheren Bürgermeister und Ehrenbürger, Dr. Jürgen Criegee, der am 7. September im Alter von 84 Jahren gestorben ist. Er war eine weit über Walldorf hinaus bekannte und geschätzte Persönlichkeit, deren Stimme auch im Kreistag und vielen weiteren Gremien Gewicht hatte.


Dr. Jürgen Criegee wurde im Jahr 1974 Nachfolger von Walldorfs Bürgermeister Wilhelm Willinger. Auch bei den folgenden Bürgermeisterwahlen 1981 und 1989 sprachen ihm die Bürgerinnen und Bürger ihr Vertrauen aus und bestätigten ihn in seinem Amt. In Würdigung seiner Verdienste erhielt er bei seiner Verabschiedung im Februar 1998 die Ehrenbürgerwürde der Stadt. Jürgen Criegee galt als eine Persönlichkeit mit klaren politischen Grundsätzen, als korrekt, glaubwürdig, bescheiden, fair und sachorientiert und auch mit Mut zu unpopulären Entscheidungen.

Er stammte aus Marburg an der Lahn, ging in Karlsruhe zur Schule und studierte Jura in Tübingen, München und Berlin. 1965 erhielt er die Doktorwürde der Universität Tübingen. Er beschäftigte sich schon früh mit Kommunalpolitik und trat 1969 in die FDP ein. Bevor er Bürgermeister in Walldorf wurde, hatte er beim Finanzamt Konstanz und danach im Finanzamt Villingen-Schwennigen gearbeitet, zuletzt als dessen stellvertretender Leiter.

Seine 24-jährige Amtszeit in Walldorf markierte die Entwicklung Walldorfs zu einer wirtschaftlich aufblühenden, modernen Stadt. Die Verbesserung der Wohnverhältnisse, die Schonung der Landschaft, mehr Arbeitsplätze und solide Finanzen nannte er in seiner Abschiedsrede 1998 als seine maßgeblichen Ziele. Dass er diese und noch wesentlich mehr erreicht hatte, konnten und können ihm seine Weggefährten bestätig en. Als „größten Erfolg“ und Volltreffer wertete Criegee die Ansiedlung der SAP im Jahr 1977, die für Walldorf auch eine Zeit der großen Veränderungen und solider Finanzen einläutete. Der erste Haushaltsplan seiner Amtzeit hatte ein Volumen von 22,6 Millionen D-Mark, der letzte 212 Millionen D-Mark bei nahezu unveränderter Einwohnerzahl. Bei sorgfältigem Umgang mit den Finanzen die Lebensqualität für die Walldorferinnen und Walldorfer zu erhöhen und die Infrastruktur auszubauen, strebte Jürgen Criegee an. Ihm war dabei immer bewusst und wichtig, dass dies nur in guter Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelingen würde. So bescheinigte ihm sein langjähriger Mitarbeiter und Nachfolger im Amt, Heinz Merklinger, bei der Verabschiedung „eine lautlose, aber wirksame Verwaltungs- und Menschenführung … mit partnerschaftlicher Führungsstruktur“. Auch für die Bürgerinnen und Bürger sei Jürgen Criegee immer Ansprechpartner gewesen, so Heinz Merklinger.

In Criegees Amtszeit fiel unter anderem der Bau der Westumgehung, die 1984 eingeweiht wurde und den Weg für die Sanierung und Neugestaltung der Hauptstraße freimachte. Der Eigenbetrieb Stadtwerke Walldorf wurde unter Bürgermeister Criegee gegründet, das Pflegezentrum Astor-Stift geplant und der erste Spatenstich hierfür 1996 getätigt. Sein besonderes Engagement galt dem Öffentlichen Personennahverkehr, dessen eifrigster Nutzer er selbst war, nicht nur privat, sondern auch bei Dienstreisen. Bezeichnend für ihn war, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Dienstreisen nicht mit Bus oder Bahn, sondern dem Pkw durchführen wollten, dies vorab glaubhaft begründen mussten. Die gemeinsam mit Wiesloch auf den Weg gebrachte Stadtbuslinie ging 1997 an den Start und war auch ein Beweis für die guten Beziehungen zur Nachbarstadt Wiesloch, die Jürgen Criegee sehr wichtig waren. Die Sportstätten, auch an den Schulen,  wurden während Criegees Amtszeit ausgebaut, die Stadtbücherei im Alten Spritzenhaus und das Jugendkulturhaus Jump eröffnet, die Laurentiuskapelle als Stätte der Kultur saniert.

Auch die Städtepartnerschaften pflegte Bürgermeister Criegee. In Astoria/Oregon ist sein Name im „Criegee Circle“ verewigt, die Jumelage mit Saint-Max besiegelte er im Jahr 1985. Auch im Ruhestand verfolgte er die Entwicklung der Städtepartnerschaften mit großem Interesse und hielt viele Kontakte.

Jürgen Criegee gehörte von 1979 bis 2005 dem Kreistag an. Von 1979 an als Vorsitzender der FDP-Fraktion. 2004 erhielt er den Ehrenring des Rhein-Neckar-Kreises.

Er war auch Träger der Theodor-Heuss-Medaille. In verschiedenen Gremien des Städtetags, im Verband Region Rhein-Neckar und weiteren Verbänden der Metropolregion Rhein-Neckar wirkte er mit.

Kondolenzbuch

Im Rathaus-Foyer liegt ein Kondolenzbuch aus, in dem sich alle, die um Dr. Jürgen Criegee trauern, eintragen können.


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