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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 9. Oktober 2018 - Vierter Standort für ein neues Feuerwehrhaus

Das ist die Bildunterschrift
  Noch ist die Feuerwehr im Schlossweg beheimatet (Foto: Pfeifer)


„Wir wollen das Optimale herausfinden“, erklärte Stadtrat Manfred Zuber (SPD) am 9. Oktober im Gemeinderat, als er den Antrag seiner Fraktion erläuterte, in dem es um den künftigen Standort des Walldorfer Feuerwehrhauses ging.


Die SPD-Fraktion hatte mit Schreiben vom 5. September beantragt, „die Machbarkeit einer einstreifigen Unterführung der Westumgehung im Bereich zwischen der Hauptstraße und der L 723“ prüfen zu lassen. Diesen „neuen Aspekt“, der ein Feuerwehrhaus westlich der B 291 ermöglichen würde, wollte die SPD geprüft wissen und sah dies „als zwingend geboten an angesichts des hohen Investitionsvolumens für die Verlagerung des Feuerwehrhauses".

Am 20. Februar dieses Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, nur noch drei der insgesamt sechs diskutierten möglichen Standorte für ein neues Feuerwehrhaus vertieft prüfen zu lassen. Die Entscheidung fiel für ein Grundstück gegenüber dem jetzigen Standort am Schlossweg sowie zwei im westlichen Teil von Walldorf-Süd liegende Grundstücke, wovon eines sich im Gewann Heckenpfütz befindet. Nachdem die Pläne der Stadt bekannt geworden waren, formierte sich eine Interessengemeinschaft Heckenpfütz gegen die Bebauung des Gewanns. Die Interessengemeinschaft wandte sich mit der Frage einer Unterführung der Westumgehung und die Verlagerung des Gebäudes an den Friedhof an die Stadt. Die Antwort der Stadt, dass „eine Unterführungssituation durch die Verwaltung beleuchtet“ würde, sah die SPD-Fraktion als nicht zufriedenstellend an.

Am 20. Februar war das Gelände der Tabakscheuer gegenüber dem Friedhof aus der vertieften Prüfung ausgeschlossen worden, weil es wegen der Kreuzungen mit Ampeln als schlecht erreichbar eingestuft worden war. In der Gemeinderatsvorlage für den 9. Oktober führte die Stadtverwaltung aus, dass eine Unterführung in dem genannten Bereich nur sehr „aufwendig“ zu realisieren sei. Man müsse eine sehr breite und sehr lange Unterführung bauen, die noch dazu den großen Hauptsammler der städtischen Kanalisation für das Gewerbegebiet und Walldorf-Süd queren würde. Die Kosten für eine Machbarkeitsstudie mit „verkehrlicher, konstruktiver und abwassertechnischer Betrachtung“ wurde auf 30.000 Euro beziffert.

Wie Manfred Zuber ausführte, sei der Standort der früheren Tabakscheuer auch in Hinblick auf eine Hilfeleistungszentrum mit Notarztstandort, DRK und DLRG, die eine neue Heimat suche, vorteilhaft. Diese Synergieeffekte habe man noch nicht ausreichend betrachtet, so Zuber. Für das durch eine Unterführung erreichbare Feuerwehrhaus spräche auch, dass es  abseits der Wohnbebauung läge und man – anders als bei den anderen drei möglichen Standorten – keine Grundstücke für Wohnungen verbaue. Nur so könne man auch von einer nachhaltigen Nutzung sprechen, meinte Zuber.

Stadtrat Mathias Pütz (CDU) meinte, dass die drei beschlossenen Standorte das Resultat zahlreicher Diskussionen seien. Es gebe für ihn „keinen ausreichenden Grund“, von diesen Standorten abzuweichen. Die Kosten der Machbarkeitsstudie seien für ihn nicht ausschlaggebend für diee Ablehnung des SPD-Antrags gewesen. Er fürchtete vielmehr in Sachen Unterführung eine sehr lange Genehmigungsdauer, außerdem erfordere dies den Ankauf des privaten Grundstücks mit „ungewissem Ausgang“. Er sprach sich dafür aus, Gemeinderatsbeschlüsse nicht zu verändern. Eine gemeinsame Nutzung des Standorts von Feuerwehr, DRK und DLRG sei zwar wünschenswert, ergänzte Pütz, sei aber sicher mit großem zeitlichem und organisatorischem Vorlauf verbunden. Die CDU-Fraktion halte an den drei potentiellen Standorten fest, ohne Votum für einen bestimmten Standort. Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) sah dies anders und befürwortete den SPD-Antrag. Man müsse den Standort „nochmals in anderer Art und Weise prüfen“, so Weisbrod. Man solle die Interessen abwägen, forderte Weisbrod, der sich allerdings im Vorfeld ein Gespräch mit der Feuerwehr gewünscht hätte. Die Autobahnnähe sah er als Vorteil an, da die Feuerwehr hier häufig Einsätze hätte. Wichtig sei für seine Fraktion in jedem Fall eine Umweltverträglichkeitsprüfung, auch um die für das Kleinklima wichtigen Luftschneisen zu erhalten. Er hatte Verständnis für die Bedenken der Interessengemeinschaft, die von einer Freifläche im Gewann Heckenpfütz ausgegangen sei. Stadtrat  Günter Lukey (FDP) erinnerte an den einstimmigen Beschluss des Gemeinderats im Februar und wollte daran festhalten. Einen erst vor einem halben Jahr gefassten Beschluss wieder umzustoßen, empfand er als „kontraproduktiv“. Der Standort Heckenpfütz biete aus Sicht der FDP die „optimalen Voraussetzungen“. „Die Zeit läuft, sie sollte uns nicht davonlaufen“, stellte Lukey fest. Erst wenn sich herausstellen sollte, dass keiner der drei im Februar beschlossenen Standorte sich tatsächlich eigne, könne man einer Machbarkeitsstudie zustimmen.

„Ein wichtiges Signal an die Anwohner“ sah Bürgermeisterin Christiane Staab in dem Antrag der SPD. Sie plädierte dafür, zunächst ein intensives Gespräch mit der Freiwilligen Feuerwehr zu dem möglichen vierten Standort zu führen. Die beschlossenen drei Standorte sollten nach wie vor vertieft untersucht werden. „Den vierten Standort haben wir aber in der Schublade“, so Staab. Die SPD-Fraktion nahm den Antrag daher momentan zurück, bis das Gespräch mit der Feuerwehr geführt worden ist. Diese Vorgehensweise fand auch Zustimmung bei den anderen Fraktionen.


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