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Walldorf bleibt Fairtrade-Stadt

Das ist die Bildunterschrift
Walldorf kann sich über die Siegelerneuerung für zwei weitere Jahre freuen


Walldorf darf sich auch in den kommenden zwei Jahren „Fairtrade-Stadt“ nennen. Dies bestätigt ganz offiziell die Urkunde, die Bürgermeisterin Christiane Staab dieser Tage erhalten hat.


Erstmalig erhielt Walldorf diese Auszeichnung durch den TransFair e. V. vor zwei Jahren am 15. Januar 2017 beim Neujahrsempfang. Seitdem hat Walldorf  sein Engagement sowohl für den fairen Handel als auch für biologisch und regional erzeugte Produkte weiter ausgebaut.

„Die Bestätigung der Auszeichnung ist ein schönes  Zeugnis für die nachhaltige Verankerung des fairen Handels in Walldorf“, freut sich Bürgermeisterin Christiane Staab. „Lokale Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, verschiedensten Institutionen und der Zivilgesellschaft arbeiten für das gemeinsame Ziel zusammen. Ich bin stolz darauf, dass Walldorf dem internationalen Netzwerk der Fairtrade-Städte angehört. Wir werden uns auch weiterhin mit viel Elan dafür einsetzen, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern“, so Christiane Staab.

Start der Fairen Woche in der Walldorfer Einkaufsnacht 2018 (Fotos: Pfeifer)

Zu den fünf Kriterien, die Fairtrade-Städte erfüllen müssen, gehört, dass der Gemeinderat den Beschluss gefasst hat, den fairen Handel zu unterstützen. Eine Steuerungsgruppe, deren Sprecher Thomas Bensch und Gerd Schneider sind, koordiniert die Aktivitäten, bei  Sitzungen des Gemeinderats und städtischer Ausschüsse wird fair gehandelter Kaffee angeboten und neuerdings sogar Apfelsaft „made in Walldorf“, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. All diese Kriterien hat Walldorf erfüllt.

„Das Engagement in den letzten beiden Jahren war sehr vielfältig“, so Susanne Nisius und Sandra Högerich von der städtischen Wirtschaftsförderung. Kernstück ist der „Fairführer“, ein Einkaufsführer, der den Weg zu Walldorfer Geschäften und Dienstleistern weist, die fair gehandelte, biologisch erzeugte oder lokale Produkte anbieten. Zumindest eines dieser Kriterien musste für die Aufnahme in den „Fairführer“ erfüllt sein, der in beteiligten  Geschäften ausliegt, im Rathaus erhältlich ist und hier auch jeder Neubürgermappe beigelegt wird. „Eine Neuauflage ist aufgrund der großen Nachfrage in Planung“, freut sich Gerd Schneider. Der „Fairführer“ hat weite Kreise gezogen, denn es kamen nicht nur aus umliegenden Gemeinden, sondern auch aus weiter entfernten Städten, die einen ähnlichen Leitfaden publizieren wollen,  Nachfragen hierzu. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe und die Wirtschaftsförderinnen geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen gerne weiter, denn sie wollen den Fairtrade-Gedanken nicht nur in Walldorf noch weiter verbreiten, sondern auch in anderen Gemeinden. Bereits zweimal hat sich Walldorf an der bundesweiten „Fairen Woche“ im September beteiligt. 2018 bildete die auf den lokalen Aspekt konzentrierte, überaus erfolgreiche Apfelernteaktion den Auftakt. Weiterhin konnte mit der Volksbank Kraichgau ein wichtiger Partner gewonnen werden. In der Walldorfer Filiale fand ein Informationsabend statt und die „Festtafel: Eine Welt“, die die ungleiche Verteilung von Wohlstand eindrücklich darstellt, machte hier Station. Der Fairtrade-Stand hat schon seinen festen Platz bei der „Walldorfer Einkaufsnacht“, wo 2018 Dosenwerfen, natürlich mit fair gehandelten Bällen,  für rege Publikumsbeteiligung sorgte und zu Gesprächen führte. Auch 2019 ist die Fairtrade-Steuerungsgruppe wieder dabei. Schwerpunktthema der Fairen Woche wird faire Bekleidung sein. Am 17. September wird es hierzu eine Veranstaltung in der Walldorfer Sparkassenfiliale geben. Gerne möchte die Steuerungsgruppe zu Weihnachten eine sehr erfolgreiche Aktion wiederholen. Gemeinsam mit der „Gruppe vom fairen Handel“ des Walldorfer Gymnasiums wurden für den fairen Weihnachtsmarktstand Elisenlebkuchen gebacken, die weggingen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Walldorf setzt bei Fairness auch auf lokale Produkte und Produktion, wie bei der Apfelernte vor Ort und beim Backen von Elisenlebkuchen für den Weihnachtsmarkt (unten)

„Der Fairtrade-Samen ist in Walldorf aufgegangen. Die Pflanze braucht aber weiterhin die Unterstützung der Walldorferinnen und Walldorfer“, meint Gerd Schneider. Wer bei Aktionen der Steuerungsgruppe mitmachen möchte, auch mit geringem Zeitbudget, ist herzlich willkommen. „Wir beraten auch gerne Vereine, Gruppierungen und Institutionen in Sachen Fairtrade. Es gibt viele Anknüpfungspunkte, sich mit fairem Handel zu befassen und ihn im Alltag zu unterstützen“, so Gerd Schneider und Susanne Nisius. Geplant ist 2019, verstärkt auf die Kindertagesstätten und Schulen zuzugehen.

„Jede Fähigkeit, jede Idee, jedes zeitliche Engagement ist willkommen“, bekräftigen sie. Wie Bürgermeisterin Staab verstehen auch sie die bestätigte Auszeichnung als Motivation und Aufforderung für weiterführendes Engagement, denn hinter den fair erzeugten und gehandelten Produkten stehen schließlich Menschen, die gefördert werden sollen, damit sie zum Beispiel ihre Kinder in die Schule schicken können.


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