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2020 - Walldorf feiert sein Stadtjubiläum

Erste urkundliche Erwähnung anno 770 – Gemeinderat begrüßt städtisches Programm

Das ist die Bildunterschrift
  Nicht nur in Stein gemeißelt, sondern ganz lebendig wird Walldorfs Geschichte im Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen für alle Generationen (Foto: Pfeifer)


Im Jahr 2020 reiht sich Walldorf in den Reigen der Gemeinden ein, die auf die urkundliche Ersterwähnung im Lorscher Codex vor 1250 Jahren zurückblicken können.


Dieses denkwürdige Jubiläum will Walldorf mit seiner Bevölkerung gebührend feiern. Erster Beigeordneter Otto Steinmann stellte in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 14. Mai das Festprogramm vor, das in verschiedenen Ausschüssen bereits vorberaten worden war und auch die Zustimmung des Gemeinderats fand. „Wir wollen etwas für alle Bevölkerungsteile bieten“, erklärte Steinmann.

Historischer Markt und Urban Art

Mit der Konzeption des städtischen Jubiläumsprogramms hat sich eine Arbeitsgruppe der Stadtverwaltung befasst. Unter der Maßgabe „nicht zu übertreiben“ stehen nun das ganze Jahr 2020 über Veranstaltungen im Kalender. Für die erste sorgen die Jüngsten mit einem Kinderfaschingsumzug, an dem sich alle Walldorfer Kindertageseinrichtungen beteiligen können. Dabei soll das Thema Mittelalter mit passenden Kostümen aufgegriffen werden. Der bunte Zug soll im Astorpark seinen Abschluss finden. Nach diesem Auftakt am 21. Februar ist der Festakt mit den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerstädte am 9. Mai der nächste Höhepunkt des offiziellen Programms. Die Partnerstädte würden „auf ausdrücklichen Wunsch des Gemeinderats“ eingeladen, erläuterte Steinmann. Am Tag darauf wird ein großer Festumzug, der mit dem Sommertagszug und dem Frühlingsfest verbunden wird, durch Walldorf stattfinden, flankiert von musikalischen Beiträgen Walldorfer Musikvereine. Die Partnerstädte, so Steinmann, könnten beim Festumzug mitwirken. Die Organisation des Festumzugs hat der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Walldorf, Bernhard Gröner, gemeinsam mit dem Verein „Der Churpfalz Wilder Haufen“, zugesagt. Beteiligen können sich Walldorfer Vereine, Schulen und Gewerbetreibende. Am 28. Juni machen Oldtimer unter dem Motto „Walldorf Classics“ auf dem Marktplatz Station. Fans historischer Fahrzeuge können dabei alles Wissenswerte über die Klassiker erfahren. Da noch heute das letzte Waldkonzert, das vor elf Jahren stattfand, bei vielen der Besucherinnen und Besucher in lebhafter Erinnerung ist, will die Stadt am 19. Juli auf dem Areal des Waldklassenzimmers ein Waldkonzert mit den „Heidelberger Sinfonikern“ unter Leitung von Otto Lamade veranstalten. Wie der Erste Beigeordnete erklärte, erfolge dies in enger Abstimmung mit dem Forst und stelle „keine unverhältnismäßige Störung“ dar. Auf ein ganzes Veranstaltungswochenende habe man jedoch bewusst verzichtet. In der Zeit vom 24. Juli bis 2. August steht das Metropolink-Festival mit „Urban Art“ im Zeichen des Jubiläumsjahrs. Die in diesem Zeitraum entstehende Fassadenbemalung wird mit einer abendlichen Lichtprojektion verknüpft, die das Street-Art-Kunstwerk besonders lebendig erscheinen lassen wird. Bereits in den Vorberatungen war dieser Variante der Vorzug gegeben worden, anstelle einer deutlich teureren zweiwöchigen Lichtillumination in Verbindung mit einem Open-Air-Kino auf dem Areal vor Session Music. An ein jüngeres Publikum wenden sich der „Walldorfer Sommer“ vom 7. bis 16. August, und der „Walldorfer Herbst“ vom 23. Oktober bis 8. November. Es sind Musikveranstaltungen an unterschiedlichen „Locations“ geplant. Walldorfer Vereine, Gewerbetreibende und sozial engagierte Einrichtungen können sich hierfür als Veranstalter bewerben. In das Mittelalter eintauchen kann man am 19. und 20. September beim „Historischen Markt“, der seine Stände und Zelte im rückwärtigen Bereich des Astorparks aufschlagen wird. Wie Steinmann ausführte, würden auch Walldorfer Vereine, die Kirchen und weitere Gruppierungen ihre ohnehin geplanten Veranstaltungen unter das Dach des Jubiläumsjahrs stellen.

Jubiläumsbuch

In der Endphase der Textausarbeitung befinden sich die Autoren des Jubiläums-Buchprojekts, das die Walldorfer Geschichte beleuchtet. Walldorfs jüngere wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung soll in einer separaten Publikation aufgearbeitet werden. Dazu werde bald ein Vorschlag vorgelegt, laut Steinmann. Im Herbst wird eine Jubiläumsbroschüre einen Überblick über die kommenden Veranstaltungen geben und Philatelisten können sich auf eine Sonderbriefmarke zu „1250 Jahre Walldorf“ freuen.

Die Gesamtkosten für das städtische Jubiläumsprogramm belaufen sich auf rund 250.000 Euro. Davon entfallen 188.500 Euro auf die verschiedenen Veranstaltungen, 35.000 Euro auf die Einladung der Partnerstädte und 25.000 Euro sind für das Buchprojekt vorgesehen.

... so vielfältig wie die Stadt

Stadtrat Mathias Pütz (CDU) meinte, dass ein Bündel geschnürt worden sei, um das Jubiläum „angemessen zu feiern“. Das Programm sei „so vielfältig wie die Stadt mit ihrer langen und interessanten Geschichte“. Die Höhepunkte seien jahreszeitlich sinnvoll gesetzt. Man freue sich auf „die Momente des Gemeinsinns und der Begegnung“, erklärte Pütz. Für die Sonderbriefmarke wünschte sich seine Fraktion eine „ästhetisch ansprechende Gestaltung“ und konnte sich einen Wettbewerb vorstellen. „Die SPD freut sich über das tolle Programm“, meinte Stadträtin Elisabeth Krämer. Es sei für alle Generationen etwas dabei. Die Idee der „Urban Art“ kombiniert mit der Lichtprojektion sei für sie besonders wichtig. Mit der Einladung der Partnerstädte „schaue man über den Tellerrand hinaus“. Auch Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte die Aktivitäten. Was die Geldausgaben anging, übertreibe man es nicht, denn „die einmalige Sache“ sei es wert. Einzig das Waldkonzert fand er fraglich, dieses solle lieber an anderer Stelle stattfinden. Weisbrod befürchtete „einen Aufmarsch“, der für die Tiere im Wald nicht verträglich sei. Er und sein Fraktionskollege Walter Hecker stimmten daher nicht für das Waldkonzert. „Angemessen“ fand Stadtrat Dr. Günter Willinger (FDP) das Programm. Die Kosten könne man sich leisten. Dem „gut überlegten und vielfältigen Programm“ mit dem Waldkonzert könne seine Fraktion zustimmen. Der Wald gehöre zu Walldorf, meinte er. „Wir glauben, dass das Waldkonzert verträglich ist“, stellte Erster Beigeordneter Otto Steinmann fest, was auch die Mehrheit im Gemeinderat so sah.

 


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