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Von Arpeggione bis Ameisenbär

Walldorfer Musiktage 2019 präsentieren Exoten vom 19. September bis 11. Oktober

Das ist die Bildunterschrift

Freuen sich auf die "Exoten": Bürgermeisterin Christiane Staab, Dr. Timo Jouko Herrmann und Erster Beigeordneter Otto Steinmann (Foto: Pfeifer)


„Exotisches liegt oft vor der Haustür“, stellte Dr. Timo Jouko Herrmann fest, als er dieser Tage das Programm der kommenden „Walldorfer Musiktage“ vorstellte, das unter dem Motto „Exoten“ steht.


Als künstlerischer Leiter des städtischen Musikfestivals, das vom 19. September bis 11. Oktober fünf Konzerte bietet und zwei thematisch passende Filme, hat er auch für die elfte Auflage der „Walldorfer Musiktage“ ein außergewöhnliches Programm ersonnen, das vom üblichen Repertoire abweicht und natürlich nicht nur „vor der Haustür“ zu finden war. „Die Konzeption hat mir viel Spaß gemacht“, berichtete Herrmann, der sich mit dem Thema „Exoten“ lange beschäftigt hat und das von der Norm abweichende in der Musik gesucht und gefunden hat.

Anja Lechner und Pablo Márquez eröffnen die "Walldorfer Musiktage" (Foto: Gilles Abegg)

Den Auftakt im Rathaus am Donnerstag, 19. September, machen die virtuose Cellistin Anja Lechner und ihr kongenialer Partner Pablo Márquez an der Gitarre. Exotisch ist die selten zu hörende Kombination von Violoncello und Gitarre. Exotisch auch das Repertoire von Lechner und Márquez mit einer Kombination von Werken Franz Schuberts und Norbert Burgmüllers und zeitgenössischer lateinamerikanischer Komponisten. Reminiszenzen an ein „ausgestorbenes“ und daher ebenfalls exotisches Instrument erweckt die berühmte Arpeggione-Sonate von Franz Schubert. Diese Sonate ist das einzige Werk für dieses Instrument, das noch erhalten ist. Anja Lechner wird mit dem Violoncello den Part des Arpeggiones übernehmen, einer „Bogen-Gitarre“, die offenbar sehr schwer zu spielen war und nicht mehr gebaut wird. Cello und Klavier stehen am Samstag, 21. September, in der Laurentiuskapelle im Fokus. Das „Pelion-Duo“ mit der Cellistin Trude Mészár und der Pianistin Henrike von Heimburg widerlegt Robert Schumanns Aussage „Wunderbar, daß es keine Componistinnen giebt“ mit Werken von Fanny Hensel und Luise Adolpha Le Beau. Komponistinnen galten jahrhundertelang als „exotische Randerscheinungen“, unfähig abstrakt zu denken. „Das Pelion-Duo hat tolle Entdeckungen gemacht“, freut sich Timo Herrmann auf diesen Abend, zumal Trude Mészár Wurzeln in Walldorf hat. Von den Streichinstrumenten zu den Bläserfarben wechseln die Musiktage am Sonntag, 29. September, in der Katholischen Kirche St. Peter. „Die exotischen Geschwister der Klarinette“ spielt der Gewandhausmusiker Volker Hemken, der bereits mehrfach in Walldorf zu Gast war, mit dem Bass-Chalumeau, einem Urahn der Klarinette, und der Bassklarinette. Dem Chalumeau, das nur einen limitierten Tonumfang hat, wird eine große Nähe zur menschlichen Stimme attestiert. Ihre Stimme leiht die in Heidelberg lebende Mezzosopranistin Esther Valentin bei diesem Konzert den Werken von Vivaldi, Telemann, Graupner und Cherubini, die in St. Peter zu hören sein werden. Dass Esther Valentin als vielbeschäftigte „Senkrechtstarterin“ sich auf das Einstudieren dieses Programm außerhalb des gängigen Repertoires eingelassen und eingestimmt hat, freut Herrmann besonders. Er selbst wird mit dem begleitenden „Ensemble Operino“ an diesem Abend zu erleben sein.

Lydia Möcklinghoff hat viel übrig für
Ameisenbären und Musik (Foto: Möcklinghoff)

Ein „Wunschtraum“ von Timo Herrmann erfüllt sich am Samstag, 5. Oktober, in der Astoria-Halle, wenn die weltweit anerkannte Ameisenbärforscherin Lydia Möcklinghoff, die einst das Walldorfer Gymnasium besuchte, mit ihrer Band „The Bär Necessities“ und viel Witz dem Publikum die wahrhaft exotische Welt der Ameisenbären näher bringen wird. „Ameisenbären sehen extrem schlecht und haben eine sehr lange Zunge“, soviel Know-how hat Timo Herrmann bereits. Dieser Programmpunkt und auch das „SeppDeppSeptett“, das zum Abschluss der Musiktage am Freitag, 11. Oktober, musikkabarettistisch in der Astoria-Halle auftritt, bringen eine „neue Farbe“ in das Festival. Das Septett ist eigentlich ein Oktett, denn der Sepp zählt extra und ist als Bayer der Exot schlechthin. Die Blechbläserinnen und -bläser und der Akkordeonist verbinden Musik, Komik und Schauspiel und garantieren einen unvergesslichen Abend. Auch hier gibt es mit SeppDeppSeptett-Mitglied Valentin Erny einen Bezug zu Walldorf.

Kennen keine Grenzen: Das SeppDeppSeptett (Foto: zg)

Exotisch auch das begleitende Filmprogramm im Luxor-Filmpalast. Am Donnerstag, 3. Oktober, läuft um 11 Uhr der vielgelobte Film „Licht“ von Barbara Albert nach dem Roman „Am Anfang war die Nacht Musik“ über die blinde Wiener Komponistin, Pianistin und Sängern Maria Theresia Paradis, eine Zeitgenossin Mozarts. Am Sonntag, 6. Oktober, folgt der Film „Shine – Der Weg ins Licht“ über den außergewöhnlichen australischen Pianisten David Helfgott. Zu beiden Filmen wird Timo Jouko Herrmann vor der Vorstellung eine kurze Einführung geben.

„Wir freuen uns, dass die Stadt diese hohe Kunst für jedermann zum günstigen Eintrittspreis anbieten kann“, freuen sich Bürgermeisterin Christiane Staab und Erster Beigeordneter Otto Steinmann. Mit Spannung wurde auch das Plakat für die „Walldorfer Musiktage 2019“ aus der Feder von Hartmuth Schweizer, dem Kunstbeauftragten der Stadt, erwartet. Chalumeau, Arpeggione, den Schnabel der Klarinette, die Schnecke des Violoncellos, den Ameisenbär und noch mehr Exotisches hat Hartmuth Schweizer im diesjährigen Festivalplakat im Stil eines „Wimmelbilds“ vereint.

Der Kartenvorverkauf beginnt Mitte August bei Bücher Dörner, Bahnhofstraße 8, und im Rathaus Walldorf. Karten sind auch an der Kasse des Zeltspektakels erhältlich. Ausführliche Informationen sind unter www.walldorfer-musiktage.de zu finden, hier geht es direkt  zum Programm..


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