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Seien Sie ruhig ein bisschen verrückter als andere

Das ist die Bildunterschrift
  Das Thema hatte den Nerv getroffen und viele Walldorfer Geschäftsleute waren gekommen. Impulse, Austausch und Ideen standen auf der Agenda (Fotos: Pfeifer)


Lobende Worte für Walldorfs Zentrum hatte Dr. Peter Markert, Referent des Impulsabends „Rein in die Innenstadt“, zu dem die städtische Wirtschaftsförderung und die Werbegemeinschaft Walldorf  am 10. Juli ins Rathaus-Foyer eingeladen hatten.


Peter Markert und seine Mitarbeiterin Heike Büttner vom Institut für Marketing und Kommunalentwicklung in Aalen, kurz imakomm, hatten sich in Walldorf genau umgesehen und waren zum Beispiel von der gelungenen städtebaulichen Integration des Lidl-Markts und dem Geschäfte- und Ärztehauskomplex an der „Drehscheibe“ sehr beeindruckt. In Zeiten des zunehmenden Online-Handels wollten sie Impulse für Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen für eine lebendige Innenstadt geben. Bürgermeisterin Christiane Staab, Wirtschaftsförderin Susanne Nisius und Bernhard Gröner als erster Vorsitzender der Werbegemeinschaft Walldorf freuten sich, viele interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen zu können, darunter auch Danyel Atalay, Wirtschaftsförderer des Rhein-Neckar-Kreises, und Ralf Schlindwein von der IHK Rhein-Neckar.

Wirtschaftsförderin Susanne Nisius, Bernhard Gröner von der Werbegemeinschaft und Bürgermeisterin Christiane Staab mit den Referenten Dr. Peter Markert und Heike Büttner (rechts)

Kundenbindung war ein Stichwort, das an diesem Abend häufig fiel. „Warum sollen die Leute überhaupt zu Ihnen kommen?“ fragte Peter Markert in die Runde. Wie er und sein Team in den rund 400 Kommunen, die sie im Laufe der Zeit betreut hätten, feststellten, würden die meisten Geschäftsleute sich diese Frage viel zu selten stellen. Man müsse authentisch sein, die Menschen ansprechen und ihnen Motivation geben, genau in dieses Geschäft zu kommen und Anlässe geben, dort auch länger zu verweilen. Als Beispiel für „Mutmacher“ nannte er unter anderem die Stadt Mengen im Kreis Sigmaringen, die mit 34 Leerständen in der Innenstadt als „Leiche“ gegolten habe. Inzwischen habe die mit vereinten Kräften und vielen Ideen wiederbelebte Stadt nur noch neun Leerstände und sei Preisträgerin des Landespreises für Stadtmarketing geworden, berichtete Markert. Eine Motivation könne zum Beispiel sein, über die Mittagszeit geöffnet zu haben, was für Berufspendler, die ihre Mittagspause für den Einkauf nutzten könnten, ein Pluspunkt sei. „Seien Sie ruhig ein bisschen verrückter als andere!“, empfahl Markert. Die Stadt Calw habe mit einem künstlich angelegten Bach in der City für Aufmerksamkeit und einen neuen Anziehungspunkt gesorgt, berichtete er. Auch Bürgerprojekte solle man ganz gezielt in die Innenstadt bringen. Lahr habe sich mit der Chrysanthema im Spätherbst eine ganz eigene Marke aufgebaut, in einer Jahreszeit, in der es in anderen Städten eher herbstlich und dunkel zugehe. Heike Büttner ging ins Detail, als sie die „Potentiale der Differenzierung“ ansprach. Man müsse eine besondere Atmosphäre schaffen durch individuellen Service, wie zum Beispiel den Wassernapf für Hunde, Stehflächen für Kinderwagen, besondere Schaufensterdekorationen oder auch kulinarische Events. Sie empfahl die Kombination von On- und Offline. „Auch kleine Geschäfte können damit eine große Reichweite erzielen“, wusste sie. „Wertschätzung kommt vor Wertschöpfung. Orientieren Sie Ihre Prozesse am Kunden“, so Heike Büttner. Dass die Walldorfer Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen schon vieles richtig machen, wurde in der anschließenden Gesprächsrunde deutlich. Es wurde überlegt, die Synergieeffekte der Geschäfte untereinander noch zu stärken. Eine Art „roten Faden“ zu den Geschäften − wie in Heidelberg – zu schaffen, wurde angeregt. Der Wunsch, nicht nur Kundschaft von außerhalb, sondern vor allem auch aus Walldorf zu gewinnen und zu binden, wurde geäußert. Auch die immer einmal wieder angesprochene Öffnung der Hauptstraße für Autos kam ins Spiel. Peter Markert empfahl, das vorhandene Potential und das bereits von der Stadt in Auftrag gegebene Einzelhandelsgutachten zu nutzen, um Maßnahmen zu entwickeln. Bürgermeisterin Christiane Staab dankte für die „Roadmap“ und möchte mit den Beteiligten gerne im Gespräch bleiben.


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