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Gute Laune ließ das Kerwe-Feierbarometer steigen

Walldorf ohne Flaschenorakel, aber mit Insekten-Saftbar

Das ist die Bildunterschrift

Bürgermeisterin Staab hatte die Lacher auf ihrer Seite (Fotos: Pfeifer)


„Ob das Wetter nun mitspielt, ist uns zur Kerwe völlig egal, wenn das Feierbarometer steigt, wird überflüssig der Schal“, meinte Bürgermeisterin Staab voller Überzeugung, als sie bei ungewohnt trübem Wetter am Kerwesamstag auf die große Bühne kam.


Dass das Feierbarometer auf der Skala schon nach oben gestiegen war, war dem – im wahrsten Sinne des Wortes – stimmungsvollen Einzug der Bürgermeisterin und ihrer traditionellen Begleitschar mit dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr, den Storchenküken und der historischen Gruppe der Vereinigung Walldorfer Heimatfreunde  sowie zahlreicher Walldorfer Vereine zu verdanken.

Bevor sich herausstellte, ob die Bürgermeisterin sich bei der Kerweeröffnung beim Fassanstich auch schlagkräftig zeigen würde, hob sie zunächst zu ihrer Kerweredd‘ an, bei der diesmal kein vorlauter Storch den Schnabel wetzte und ihr ins Wort fiel. Nicht in den Süden, sondern – ganz untypisch – hatte er sich wohl in den Norden verirrt. Dort friere er nun zu Recht, meinte Christiane Staab. Nach zehn Jahren gemeinsamer Kerwe habe er wohl eine Auszeit von dieser Beziehung gebraucht. „Wenn der merkt, dass er da oben seine Krabben selber pulen muss, dann ist mit dem zweiten Frühling sowieso schnell Schluss“, sagte Staab dem Abtrünnigen voraus. Dafür konnte sie im Kerwevolk, das sich vor der Bühne tummelte, auch Gäste aus Walldorf/Werra, Saint-Max und Freeport begrüßen. Feuerwehrkameraden waren auch aus Hamburg und dem Schwarzwald dem Ruf zum Walldorfer „Feschd der Feschde“ gefolgt.

Vom Winde verweht

In ihrer launigen Ansprache konnte sich Walldorfs Bürgermeisterin ein paar Seitenhiebe auf die Nachbarschaft nicht verkneifen. Sie vermutete, dass gewisse unangenehme Duftnoten aus Sandhausen herübergeweht worden seien. Günstig sei es daher, dass zukünftig in St. Leon-Rot Windräder stehen sollen, „die bei Bedarf stinkige Luft verwehen“. Auch bei Hitze könnten diese für frische Luft sorgen. Gerne gab sie aber zu, die Nachbarsleut‘ „doch zu lieben, denn ohne die Dörfer ringsum wär’s doch langweilig“. Dass die „komplette Verkehrswelt zusammenkrachen“ könne, sah Christiane Staab als kommendes Problem, wenn die A5 dicht gemacht wird. Auch die „Fridays for Future“-Bewegung bekam ihr Fett ab. „Einmal pro Woche demonstrieren, das find ich schon spannend und toll“, so die Bürgermeisterin, „aber was ist mit den anderen sechs Tagen bis die Woche ist voll?“ Hier hatte sie als „Mama“ auch gleich jede Menge Vorschläge parat, wie zum Beispiel „Saturday for no Handy“, „Monday for Zimmer selber aufräumen“ oder „Tuesday for auch bei Regen selber in die Schule laufen“ bis zum „Thursday for Spieleabend, ohne Instagram und Facebook zu checken“. Es nütze nichts zu sagen, „die Alten sind böse“, denn nur gemeinsam könne man die Probleme auch lösen, empfahl Staab der Jugend. Sie hatte auch gleich positive Walldorfer Beispiele parat, wie den Apfelsafttag, „6.000 Liter Saft, der super öko ist“, oder Bienenweiden, Feldholzinseln, Lerchenfenster. Auf städtischen Flächen entstehe sogar eine „Insekten-Saftbar“. Dabei warb sie auch gleich dafür, sich doch von den „Schottergärten“ zu verabschieden und die Flächen zu entsiegeln. Christiane Staab nutzte ihren Auftritt auch, um sich nochmals für ihre Wiederwahl zu bedanken. Leider musste sie mitteilen, dass jedoch die Kommunalwahl im Mai dieses Jahres vielleicht unwirksam gewesen sein könnte, „denn in Walldorf bot man Stimmzettel ohne Flaschen dar“, erklärte sie mit Blick auf das aktuelle Gebaren im Heidelberger Stadtrat, wo das Bierorakel „das Maß aller Dinge sei“. „Ich freue mich darauf, es auf unserer Kerwe mit Euch allen besser zu machen. Wir wollen reden, feiern, unsere Meinung austauschen und zusammen lachen“. Nach dem gemeinsamen Schmettern des Badner Lieds setzte sie denn auch an und der Fassanstich klappte auf Anhieb. Das Feierbarometer kletterte weiter nach oben, was sich auch am restlichen Samstag und am sonnig-warmen Sonntag  fortsetzte.


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