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Forst wird neu organisiert

Ab 1. Januar 2020 Forstrevier Rheintal-Nord mit Walldorf, Reilingen, Hockenheim, Brühl

Ab 1. Januar 2020 gehört der Walldorfer Gemeindewald zum neuen Forstrevier „Rheintal-Nord“. Zuständiger Förster wird der langjährige Walldorfer Revierleiter Gunter Glasbrenner sein, dessen Revier sich wesentlich vergrößern wird.Neben Walldorf wird er auch für die Nachbargemeinden Reilingen, Hockenheim und Brühl zuständig sein.

 

Das Revier Rheintal-Nord umfasst Walldorf, Reilingen, Hockenheim
und Brühl (gelb markierte Flächen/Plan: Rhein-Neckar-Kreis)

Kämmerer Boris Maier stellte dem Gemeinderat in der Sitzung am 15. Oktober die neue Forstorganisation vor, die zuvor schon ausführlich im Finanzausschuss Ende September beraten worden war. Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung zu und folgte damit auch einer Empfehlung des Arbeitskreises „Kartell Forst im Rhein-Neckar-Kreis“, die gelautet hatte, den kommunalen Forstbetrieb nicht selbst zu organisieren, sondern die Dienstleistungsangebote der Unteren Forstbehörde des Rhein-Neckar-Kreises anzunehmen. Die vom Gemeinderat damit auf den Weg gebrachte Vereinbarung gilt für fünf Jahre. Wie aus der Vorlage hervorgeht, ist das Ziel der Forststrukturreform, die Qualität der Forstwirtschaft auf gleich hohem Niveau wie bisher zu halten. Unabhängig vom Verfahren des Bundeskartellamts, das seit 2012 gegen das Land Baden-Württemberg ermittelte wegen dessen gebündelter Holzvermarktung und später auch wegen Bedenken hinsichtlich der forstlichen Betriebsleitung und des forstlichen Revierdienstes, hat sich das Land dafür entschieden, die Wege von Kommunal-, Staats- und Privatwald zu trennen. Der Staatswald wird in eine Anstalt des öffentlichen Rechts ausgegliedert. Kommunalwälder können von den Kommunen selbst betreut werden oder durch die Unteren Forstbehörden der Landkreise. Das Dienstleistungsangebot der Unteren Forstbehörde umfasst die forsttechnische Betriebsleitung, die nicht in Rechnung gestellt wird, den Revierdienst, wobei das Kreisforstamt bei einem Ausfall des Revierleiters für eine Vertretung sorgt. Verkehrssicherungskontrollen, die Wirtschaftsverwaltung mit dem Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen und der Holzverkauf, die organisatorisch vom Forstbetrieb getrennt sind, gehören ebenfalls zum Dienstleistungspaket. Für die Gesamtbetriebsfläche der Stadt Walldorf mit rund 516,6 Hektar belaufen sich die jährlichen Kosten auf rund 55.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Beinhaltet sind hierin auch die Kosten für das waldpädagogische Engagement Walldorfs, für die vielfältigen Maßnahmen für den Natur- und Umweltschutz, die für die neue Forsteinrichtung der nächsten zehn Jahre festgelegt wurden. Laut Kämmerei beliefen sich die Kosten für die Beförsterung bisher jährlich auf 17.400 bis 19.800 Euro im Zeitraum von 2016 bis 2018. 

Stadtrat Christian Winnes (CDU) stimmte für seine Fraktion zu. Nicht die höheren Kosten seien wichtig, sondern eine „dauerhafte flexible Einsatzbereitschaft“, meinte er. Er mahnte, dass der Zusammenschluss der Reviere „nicht zur Vernachlässigung unserer Gemarkung“ führen dürfe. Stadträtin Petra Wahl (SPD) stimmte ebenfalls zu, schon aus „Solidarität mit den anderen Gemeinden“. Die Kosten fand sie „moderat und überschaubar“. Sie begrüßte es, dass das „engagierte städtische Team“ erhalten bleibe. Wichtig war der SPD, dass die Vorgehensweise mit Revierförster Gunter Glasbrenner abgestimmt sei, was bestätigt wurde. „Nachhaltig und wirtschaftlich“ nannte Stadtrat Günter Lukey (FDP) das Kooperationsmodell. Positiv vermerkte er, dass die Kontrolle der Verkehrssicherungspflicht im Dienstleistungsangebot enthalten sei. Auch er freute sich, dass Revierförster Glasbrenner weiterhin für Walldorf zuständig sein könne. Eine Erhöhung der Stunden von Waldpädagogin Sabrina Ehnert, die in der Vorlage angedeutet wurde, konnte er sich vorstellen. Stadtrat Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte an, sich der Stimme zu enthalten. Die Betreuung Walldorfs sei durch das neue Modell „zeitlich abgeschwächt“, meinte er. Bei der Kostendarstellung kritisierte er die „fehlende Transparenz“. Er könne die Kosten so nicht nachvollziehen und es gebe kein Vergleichsangebot.


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