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Einzelhandel fühlt sich gut unterstützt

Stärken-Schwächen-Analyse des Einzelhandelsgutachtens

Das ist die Bildunterschrift
  In Nach-Corona-Zeiten könnte es in Walldorf gerne wieder so belebt zugehen. Für die zukünfitgen Planungen ist dafür eine wichtige Richtschnur (Foto: Pfeifer)


Von einer „insgesamt guten Stimmungslage“ unter den Walldorfer Einzelhändlern berichtet das Einzelhandelsgutachten, das das Büro Acocella im Auftrag der Stadt Walldorf im August 2019 vor Ort durchgeführt und inzwischen ausgewertet hat.


Mit einer Beteiligung von 87 Prozent der 71 ermittelten Einzelhandelsbetriebe erreichte Walldorf eine überdurchschnittliche Resonanz. Das Verfahren verlief wie beim letzten Einzelhandelsgutachten 2002 und fand in Form von persönlichen Befragungen in den Betrieben statt. Zu den 2002 unter die Lupe genommenen Sortimenten kamen nun noch Apotheken, Lebensmittelhandwerk und Tankstellenshops hinzu, sofern sie Nahrungs- und Genussmittel verkaufen. Die Verkaufsfläche der befragten Betriebe beläuft sich insgesamt auf rund 39.650 Quadratmeter. Als „besondere Qualität der Einzelhandelsstruktur“ sieht das Gutachten den hohen Anteil inhabergeführter Geschäfte in Walldorf. Mit 73 Prozent der Befragten liegt dieser überdurchschnittlich hoch.

Positiv bewerteten die Einzelhändler die „schön gestaltete und sehr gepflegte, saubere Innenstadt“. Auch die Parkplatzsituation mit gebührenfreiem Parken und vielen Parkplätzen, auch in „attraktiven Parkhäusern“, wurde als „hervorragend“ eingestuft. Von der Stadt Walldorf fühlen sich die Händler „sehr gut unterstützt“ und lobten die Zusammenarbeit mit Stadt und innerhalb der Werbegemeinschaft.

Bei der Befragung ging es neben solchen Einschätzungen auch um die Eigentumsverhältnisse, die Zahl der Beschäftigten, die Miethöhe, die Umsatzentwicklung der vergangenen drei Jahre, die Kundenherkunft, Änderungs- und Investitionsabsichten, Homepage und Onlineshop. Angaben zum Umsatz wurden zu 57 Prozent der Gesamtverkaufsfläche gemacht, was laut Acocella im Vergleich zu ähnlichen Befragungen in anderen Gemeinden ein „deutlich überdurchschnittlicher Wert“ ist. Für Betriebe ohne Umsatzangabe wurde der Umsatz aufgrund von Vergleichswerten geschätzt. Insgesamt belief sich dieser für 2018 auf rund 193,1 Millionen Euro. Die Verkaufsflächen sind in Walldorf seit 2001 konstant geblieben, die Einzelhandelsbetriebe aber zurückgegangen. Positiv ist die Gesamtbindungsquote in Walldorf von rund 163 Prozent. Eine Quote von mehr als 100 Prozent bedeutet, dass Kaufkraft zufließt. Gegenüber 2001 mit einer Quote von 150 Prozent wurde damit die Versorgungsfunktion leicht verbessert.

In der Versorgung mit Produkten des täglichen Bedarfs, wie Nahrungs- und Genussmitteln, Zeitungen, Drogerie- und Parfümerieartikeln, Blumen und Ähnlichem erreicht Walldorf eine Bindungsquote von knapp 90 Prozent, was bedeutet, dass in diesem Bereich Kaufkraft abfließt. Deutliche Zuflüsse von außen werden hingegen im Bereich von Geschenken, Hausrat, Haus- und Heimtextilien verzeichnet sowie bei Möbeln, Teppichen und Ähnlichem, was auf die Anziehungskraft von Ikea zurückzuführen ist. Auch die Bindungsquote im Bereich Freizeit ist angestiegen, was mit dem überregional bekannten Musikhaus Session zusammenhängt. Bei Bekleidung und Schuhen ist das Angebot gegenüber 2001 zurückgegangen.

Insgesamt werden etwa 40 Prozent des Umsatzes in Walldorfs Einzelhandel mit Kunden aus Walldorf erzielt. Der restliche Umsatz stammt von Kundschaft aus Gemeinden im näheren und weiteren Umfeld. Mehr als die Hälfte der in Walldorf vorhandenen Kaufkraft kann durch den örtlichen Handel gebunden werden, die übrige Kaufkraft fließt in andere Gemeinden. Damit wurde die in Walldorf verbleibende Kaufkraft gegenüber 2001 gesteigert. „Dem örtlichen Handel ist es gelungen, die vorhandene Kaufkraft besser zu binden“, heißt es im Gutachten.

Für den Zeitraum bis 2030 prognostiziert das Gutachten einen Spielraum an weiteren Verkaufsflächen in einer Größenordnung von 4.450 bis 8.250 Quadratmetern. Die Gutachter empfehlen unter anderem, dass die Stadt Grundstücke ankaufen und „Magnetbetriebe“ ansiedeln sollte.

Das Gutachten


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