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Faire Woche mit vielen Facetten

Nachhaltigkeit im Fokus bei allen Aktionen

Das ist die Bildunterschrift

Die Mitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe hatten die Füße mit den Fragen zum ökologischen Fußabdruck parat (v.l.n.r.): Monique Romero Rubio, Susanne Nisius, Alexander Bastisch, Jochen Koppert, Felix Flory und Dr. Andrea  Schröder-Ritzrau (Fotos: Pfeifer)

  


Obwohl das Wetter noch spätsommerlich schön und sonnig war, stieß das Rezept der „Suppe mit Geheimnis“ am Fairtrade-Stand auf dem Wochenmarkt auf reges Interesse.


Mit Curry, Koriander und schwarzem Pfeffer hat die Suppe wärmende Qualität und so haben Interessierte die Rezeptkarte sicherlich schon in Hinblick auf die kälteren Tage gerne eingesteckt. Das Geheimnis der Suppe besteht in einer Banane, die ihr das gewisse Etwas verleiht. Das gelbe, von der Natur schon umweltfreundlich verpackte Obst war auch Namensgeber für die Aktion auf dem Wochenmarkt, die unter dem Motto „Alles Banane, oder nicht?“ stand.

Auch Bürgermeisterin Staab verteilte Bananen auf dem Wochenmarkt

Mitglieder der Fairtrade-Steuerungsgruppe gaben zum Ausklang der „Fairen Woche“, die am 11. September begonnen hatte und am 25. September endete, Auskunft zum Walldorfer Fairtrade-Weg, der neben fair gehandelten auch regionale und biologisch erzeugte Produkte einbezieht. Dabei erhielt jeder, der sich an den Infostand wandte, eine – natürlich fair gehandelte – Banane. Bis 11 Uhr waren bereits 25 Kilo Bananen an die Frau und den Mann gebracht worden. Die zweite Auflage des „Fairführers“, die über eine Vollverteilung der „Walldorfer Rundschau“ in allen Haushalten angekommen sein müsste, lag am Stand ebenfalls aus.

Der „Fairführer“ fand guten Absatz, stieß aber auch auf Kritik. Es wurde bemängelt, dass auch Geschäfte und Betriebe aufgenommen wurden, die nicht durchweg für „fair“, „regional“ und „bio“ stehen, sondern vielleicht nur ein oder zwei Artikel dieser Kategorien anbieten. „Wir wollen aber auch dieses Engagement honorieren und hoffen, dass die Kundinnen und Kunden ihren Wunsch nach einem noch breiteren Sortiment, das fair, bio und regional ist, bei ihren Einkäufen ansprechen. Nur so kann sich auch etwas verändern“, meint Monique Romero Rubio von der städtischen Wirtschaftsförderung. Ins Gespräch in Sachen Fairtrade kamen auch Christine Zuber von „Blumen … und mehr“ und ihr Team.

Fairtrade-Rosen aus Afrika verschenkte Christine Zuber (re.) am 17. September

Bei ihnen herrschte am 17. September geballte „Flower Power“ dank Fairtrade-Rosen, die man zu jedem Einkauf dazubekam. Die Fairtrade-Rosen stammten aus Afrika und waren der Hingucker auf der Theke. Außerhalb der „Fairen Woche“ setzt Christine Zuber vor allem auf regionale Blumen, wie zum Beispiel aktuell bei den Sonnenblumen. Manche Kundinnen waren extra wegen der rosigen Zugabe gekommen, für andere war es eine willkommene Überraschung. In der Stadt-Apotheke ging es um Naturkosmetik verschiedener Marken, zwei davon aus Deutschland und eine aus Frankreich.

Naturkosmetik und Beratung gab es in der Stadt-Apotheke

Apotheker Dietmar Sommer und seine Mitarbeiterinnen gaben gern Auskunft zu den empfehlenswerten Produkten für den jeweiligen Hauttyp und zusätzlich zum Testen vor Ort erhielt man auch Pröbchen, um daheim alles in Ruhe auszuprobieren. Vor allem der natürliche Duft der Naturkosmetik, die ganz ohne chemische Zusätze auskommt, sorgte für eine besondere Sinneserfahrung und ließ „fair“ richtig fühlen, getreu dem Motto „Feel fair“. Heidi Vögele vom Modehaus Niebel machte begeistert auf die neuesten Errungenschaften in puncto fairer Textilien aufmerksam, die sich immer mehr durchsetzen.

Heidi Vögele vom Modehaus Niebel präsentierte eine Jeans aus Bio-Baumwolle, der Steppmantel hat ein Innenleben aus recycelten Plastikteilchen

Eine warme Steppjacke für den Herbst in leuchtendem Gelb ist nicht etwa mit Daunen gefüllt, sondern mit zerkleinerten, recycelten Plastikflaschen. T-Shirts für Damen und Herren aus afrikanischer Bio-Baumwolle, bei deren Herstellung weder Pestizide noch Kunstdünger eingesetzt wurden, stehen zur Auswahl. Nicht nur zu 92 Prozent aus fair gehandelter Bio-Baumwolle, sondern sogar in Deutschland hergestellte Damenunterwäsche bietet eine Firma an, die das Modehaus Niebel gerne empfiehlt, zumal hier auch die Passform stimme, so Heidi Vögele. Auch Jeans für jeden Geldbeutel gibt es in Bio-Qualität. Handtaschen, die aussehen wie aus Leder, aber aus veganem Material sind,  komplettieren den aktuellen Herbstlook.

Über reges Interesse an nachhaltigen Geldanlagen freuten sich Sparkassen-Filialleiterin Valeska Haberfellner und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am 23. und 24. September standen sie an einem Stand vor der Sparkasse und informierten zum Nachhaltigkeitsfonds der Sparkasse.

"Zukunft gestalten, nachhaltig investieren" hieß es am Stand der Sparkasse

Den Blick auf den bewussteren Umgang mit den Ressourcen, die den Menschen zur Verfügung stehen, lenkte eine Aktion der Fairtrade-Gruppe, die vor dem Rathaus stattfand. Hier konnte man großen Fußspuren folgen, die mit Fragen zum Verhalten in Sachen Ernährung, Energie, Konsum und Mobilität versehen waren. Gefragt wurde unter anderem nach der Wohnfläche, die man bewohnt. „Wie hoch ist Deine Zimmertemperatur?“ wurde gefragt oder auch wie oft man Milchprodukte isst.

Los ging's mit den Fragen zum Konsum, danach kam die Ernährung an die Reihe

Das Ergebnis lieferte Aussagen zum ökologischen Fußabdruck, den man auf der Erde hinterlässt. Dieser gibt an, wie groß der Verbrauch an Rohstoffen und Energie ist und wieviele Erden man für den eigenen Lebensstil benötigt. Nicht nur über manche Fragen, sondern auch so manches Ergebnis wunderten sich die meisten, die sich auf den Parcours begeben hatten. Null bis zwanzig Punkte und damit einen nachhaltigen Lebensstil erreichte niemand. Waren manche zu Beginn des Parcours etwas zögerlich, so kamen sie durch die Fragen und das Ergebnis doch zum Nachdenken und kamen ins Gespräch mit den Mitgliedern der Fair-
trade-Gruppe, die gerne leicht umsetzbare Tipps für einen nachhaltigeren Lebensstil gaben. „Auch mit kleinen Schritten kann man die Welt verändern“, sind sie sich sicher.

Wer noch ein paar Schritte weiterging, konnte an der „Festtafel: Eine Welt“ im Rathaus-Foyer Platz nehmen. So richtig entspannt sitzt hier niemand, denn die unterschiedlichen Stuhlhöhen machen auf nachfühlbare Weise deutlich, wie unfair es auf der Welt zugeht. Ganz tief sitzt man auf dem Stuhl von „Sierra Leone“, wo die durchschnittliche Lebenserwartung 53 Jahre beträgt. Der höchste Stuhl gilt Deutschland, wo die Menschen im Durchschnitt 81 Jahre alt werden. „Auch wenn wir in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen weniger Aktionen zum Mitmachen anbieten konnten, hat die Fairtrade-Steuerungsgruppe gemeinsam mit Kooperationspartnern das Beste aus der Situation gemacht und hat für das Thema sensibilisiert. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr herzlich“, erklärte Bürgermeisterin Christiane Staab.

Mehr unter: www.ganz-schoen-fair.de

 

 



 


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