18.02.2021, Umwelt- und Klimaschutz

"Reallabor für vernetzte Pendlermobilität" bei RegioWin ausgeszeichnet

Rund sieben Millionen Euro Fördergelder für vernetzte Mobilität als Leuchtturmprojekt

Nachhaltige und bürgerfreundliche Verkehrsangebote – diesem Ziel ist das „Reallabor vernetzte nachhaltige Pendlermobilität“ des Zweckverbands MetropolPark Wiesloch-Walldorf einen entscheidenden Schritt nähergekommen, denn es wurde nun im Rahmen des Wettbewerbs RegioWIN 2030 des Landes als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet. Damit fließen rund sieben Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg in das Projekt, mit dem in den nächsten Jahren insgesamt zwölf Millionen Euro in nachhaltige Mobilität am regionalen Wirtschaftsstandort investiert werden sollen.

RegioWIN ist ein wettbewerbsorientierter regionaler Ansatz des Landes Baden-Württemberg, um systematisch und flächendeckend zukunftsorientierte regionale Entwicklungsprozesse in Gang zu bringen. WIN steht dabei für "Wettbewerbsfähigkeit durch Innovation und Nachhaltigkeit". Der Wettbewerb setzt damit das EU-Konzept der "intelligenten Spezialisierung" um und setzt auch europäische Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung ein.

Mit dem „Reallabor für vernetzte nachhaltige Pendlermobilität“ sollen gleich mehrere Ziele erreicht werden: Das Leuchtturmprojekt soll Infrastrukturen schaffen, die den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsträger begünstigen, eine interkommunale Mobilitätsstrategie identifizieren und erproben, ein nachhaltiges Mobilitätsbewusstsein bei Berufspendelnden schaffen und helfen, neue Mobilitätsangebote und Technologien zu entwickeln und zur Marktreife zu führen. Konkret liegt der Fokus dabei auf Mobilitätsstationen, die Pendelnden multimodale Mobilität ermöglichen, also den Wechsel zwischen Bus, Bahn, Rad und Auto. Außerdem sollen Lösungen mit automatisierten Fahrzeugen für den ÖPNV und Ladeinfrastrukturen entwickelt werden.

„Ein sensationeller Erfolg für ein außerordentliches Projekt“, sagt Landrat Stefan Dallinger zur Prämierung. „Ich freue mich schon auf die Umsetzung an diesem bedeutenden Wirtschaftsstandort im Rhein-Neckar-Kreis, das in hervorragender Zusammenarbeit initiiert und begleitet wurde.“ Danyel Atalay, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung des Rhein-Neckar-Kreises, als zentraler Koordinator des Projektes, betont die gute Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt und den externen Partnern: „Die vertrauensvolle Kooperation mit den beteiligten Kommunen und Wirtschaftspartnern, die das Projekt in den nächsten Jahren umsetzen werden, war entscheidend für diesen Erfolg.“ Im Projektkonsortium sind neben dem MetropolPark Walldorf-Wiesloch, dem Rhein-Neckar-Kreis sowie den Städten Walldorf und Wiesloch auch die Unternehmen SAP SE, Heidelberger Druckmaschinen AG, VRN GmbH, MVV Energie AG, die Trapico GmbH als Tochtergesellschaft der SWEG AG, Urban Software Institute GmbH, ioki GmbH und FERNRIDE GmbH vertreten. Außerdem hat der Verbandes Region Rhein-Neckar (VRRN) mit einer zukunftsweisenden regionalen Entwicklungsstrategie die Projekte in den Wettbewerb eingebracht.

Die ehemalige Walldorfer Bürgermeisterin Christiane Staab hatte sich als Verbandsvorsitzende des ZV Metropolpark stark für die Beteiligung an RegioWin 2030 mit Projekt eingesetzt und engagiert. Der Wieslocher Oberbürgermeister und stellvertretender Verbandsvorsitzender Dirk Elkemann freut sich nun auf die Umsetzung des Projekts: „Das Doppelzentrum Wiesloch-Walldorf mit seiner gigantischen Wirtschaftskraft und gleichzeitig hohem Verkehrsaufkommen durch Einpendelnde ist prädestiniert, Mobilität neu zu denken. Mit dem Projekt wollen wir modellhaft für andere hochverdichtete Gewerbestandorte zeigen, wie Wirtschaftskraft und Nachhaltigkeit durch neue Mobilitätsformen in Einklang gebracht werden können.“ Der Erste Beigeordnete der Stadt Walldorf Otto Steinmann sieht im Projekt nicht nur für Wiesloch/Walldorf ein Gewinn: „Das Reallabor ist eine große Chance am Wirtschaftsstandort zu testen, wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitsplätze zielgerichteter und individueller durch den ÖPNV erreichen. Hier liegen große Potentiale für zukunftsgerichtete vielfältige Entwicklungen für die alltägliche Mobilität.“

Im nächsten Schritt wird das Konzept weiter ausgearbeitet und dann unter Leitung des Projektträgers Zweckverband Metropol-Park Walldorf-Wiesloch in die Umsetzung gehen. Der Rhein-Neckar-Kreises wird das Projekt weiterhin auch über seine Wirtschaftsförderung begleiten.

Die Ausarbeitung des regionalen Entwicklungskonzepts (REK) erfolgte in enger Kooperation mit Vertretern der regionalen Institutionen und der 15 Stadt- und Landkreise und weiteren maßgebliche Akteure unter Federführung des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN). Das Entwicklungskonzept wurde vom Regionalverband zum 17. Dezember 2020 zum Wettbewerb eingereicht. Die Bewertung der landesweit aus elf Regionen eingereichten Entwicklungskonzepte und Auswahl der Leuchtturmprojekte erfolgte durch eine unabhängige Jury auf Landesebene unter Beteiligung des Wirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Ministeriums für den ländlichen Raum. Der VRRN hatte sich mit vier Leuchtturmprojekten innerhalb seines Konzepts „Connect Innovation“ beworben. Nun sind zwei Projekte davon durch das Land Baden-Württemberg prämiert worden, neben dem „Reallabor Wiesloch/Walldorf“ auch das „Innovationzentrum GreenTech“ der Stadt Mannheim.