Radverkehrskonzept

Öffentlichkeitsbeteiligung Radverkehrskonzept

Die Bürgerinnen und Bürger sind jetzt gefragt. Die Stadt Walldorf bittet um Anregungen aus der Öffentlichkeit zum Entwurf des innerörtlichen Radverkehrskonzeptes.

Im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 13. Juli 2021 wurde die Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Radverkehrskonzept vom Gemeinderat beschlossen. Ende Oktober hat der Gemeinderat das Planungsbüro VAR+ aus Darmstadt beauftragt, ein Radverkehrskonzept für Walldorf zu entwickeln. Das Radverkehrskonzept stellt ein wesentlicher Beitrag Walldorfs zum Mobilitätspakt Walldorf – Wiesloch dar.

Im Rahmen des Mobilitätspaktes wurde im Juli 2019 eine Mobilitätsumfrage in Form einer Online-Beteiligung durchgeführt. Dabei konnten Bürgerinnen und Bürger bzw. Pendlerinnen und Pendler des Wirtschaftsraum Walldorf - Wiesloch in einer interaktiven Beteiligungskarte konkrete Vorschläge unterbreiten, wie die Mobilität im Wirtschaftsraum verbessert werden könnte. Insgesamt haben bei dieser Beteiligungsphase über 1000 Personen teilgenommen. Ein Großteil der Ideen hatte sich dabei auf das Thema Radverkehr bezogen. „Durch die Anregungen und Wünschen der Nutzerinnen und Nutzer wurde deutlich, dass eine übergeordnete Planung in Form eines Radverkehrskonzeptes für die Stadt Walldorf notwendig wird. Es hatte sich gezeigt, dass das bestehende Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2000 wohl nicht mehr den aktuellen Anforderungen und Bedürfnissen der Radfahrer entspricht.“, sagt Erster Beigeordneter Steinmann.  „Mit dem fertigen Radverkehrskonzept können die vielfältigen Anregungen qualifiziert und weitergehend behandelt werden.“ Um sich auf den Weg zum Radverkehrskonzept der Zukunft zu machen seien nun nochmals die Experten vor Ort gefragt, die täglich die Walldorfer Straßen nutzen.

Unter normalen Bedingungen wären bereits im März/ April 2021 Arbeitskreise mit den Gremien und der Bevölkerung als Workshopformate durchgeführt worden, erklärt Stadtbaumeister Tisch: „Leider konnten wir die anvisierte Öffentlichkeitsbeteiligung auf Grund der pandemischen Situation nicht durchführen.  Um keine Zeit zu verlieren wurde daher bislang verwaltungsintern zusammen mit dem Planungsbüro VAR+ an der Bestandsaufnahme, der Netzkonzeption und dem sogenannten 10-plus-10-Punkte-Programm gearbeitet. Mit dem aktuellen Arbeitsstand dieser Bestandteile des künftigen Radverkehrskonzeptes möchte man nun als Diskussionsgrundlage mit der Öffentlichkeit diskutieren.“ Hierzu werden die Unterlagen offengelegt.

Das Vorgehen zur Öffentlichkeitsbeteiligung fand im Gemeinderat am 13. Juli 2021 einstimmige Zustimmung. Dabei hob Stadtrat Dr. Baldes die langfristige Bedeutung eines klassifizierten Wegenetzes hervor. Die vorliegende Diskussionsgrundlage sei schlüssig. Auch im Sinne der Akzeptanz sei die Einbeziehung der Nutzer notwendig. Stadträtin Dr. Schröder-Ritzrau wies in der Beratung darauf hin, dass es bei dem Beschluss „nur“ um die Öffentlichkeitsbeteiligung mit den Arbeitspapieren geht: „Hier sind noch Anregungen ins Konzept einzuarbeiten. Auch die Pendler sollten angemessen beteiligt werden.“ Stadtrat Wolf sieht Defizite in den letzten Jahren, die nun angegangen werden müssen. Er spricht sich für eine bessere Zusammenarbeit beim Radfahren mit Wiesloch aus. Auch die Schulen sollten als Alltagsexperten einbezogen werden. Für Stadtrat Lukey liegt Radfahren im Trend. Dies sollte gestärkt und genutzt werden, aber auch die Sicherheit ist angesichts von Unfallzahlen wichtig.

Die Unterlagen können auch im Foyer des Rathauses während der Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 8.30-12 Uhr sowie mittwochs von 16 bis 18 Uhr eingesehen werden.

Die Beteiligungsphase steht für Anregungen der Bürgerinnen und Bürgern aber auch für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler von, nach und durch Walldorf bis einschließlich zum 20.10.2021 offen.

Neben der klassifizierten Netzkonzeption, dem Berichtentwurf zur Bestandserfassung und -analyse wurde mit dem 10- plus 10 Punkte Programm auch eine Radstrategie für Walldorf entwickelt. Diese soll die Umsetzung der im Radverkehrskonzept entwickelten Maßnahmen in der Zukunft auch längerfristig sichern.

Zusätzlich ist für den 29.09.2021 um 18:00 Uhr eine öffentliche Informationsveranstaltung für Interessierte in der Astoria-Halle geplant. Uwe Petry, Büroeigner und Geschäftsführer des Planungsbüros VAR+, wird in dieser Veranstaltung den bisherigen Arbeitsstand zum Radverkehrskonzept vorstellen. Dort besteht im Anschluss die Möglichkeit an vier Thementischen Anregungen einzubringen, mit den Planern in Austausch zu treten, Hinweise zu geben oder Vorschläge zu unterbreiten. Zur besseren Vorbereitung der Veranstaltung wird vor dem Hintergrund des notwendigen Hygienekonzeptes bis zum 24. September 2021 um Anmeldung gebeten. Nähere Informationen zur Öffentlichkeitsveranstaltung finden Sie hier.

Vor dem Hintergrund der Anregungen sollen die aktuellen Arbeitsstände im Herbst überarbeitet werden und sodann vom qualifizierten Netzentwurf, der Bestandsanalyse sowie von der Radstrategie Walldorf in einem Maßnahmenkatalog konkrete Maßnahmen abgeleitet, kategorisiert und priorisiert werden. Ziel ist es, die Einzelbestandteile des bisherigen Entwurfes unter Einarbeitung der Anregungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung, der Träger öffentlicher Belange und der Gremien als Radverkehrskonzept Ende 2021/Anfang 2022 durch den Gemeinderat beraten und beschließen zu lassen.

Selbstverständlich werden dabei auch die bereits eingegangen vielfältigen Anregungen und Hinweise, die insbesondere während der Onlinebeteiligung zum Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch 2019 eingebracht wurden, ebenfalls mitberücksichtigt.

Die bis zum 20. Oktober 2021 eingegangen Anregungen fließen in den Planungsprozess mit ein. Auch über den Zeitraum der Beteiligungsphase hinaus sind die Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen über die im Rahmen des Radverkehrskonzeptes eingerichtete E-Mail-Adresse radverkehr@Walldorf.de, jederzeit Anregungen, Ideen, Vorschläge und Wünsche zum Radverkehr in Walldorf einzubringen.

Zusätzliche Informationen zum Mobilitätspakt Walldorf – Wiesloch

Die Erstellung des Radverkehrskonzeptes ist Teil des Mobilitätspakts Walldorf-Wiesloch. Zur Stärkung nachhaltiger Mobilitätsformen wurde am 25.10.2018 unter Leitung des Ministeriums für Verkehr der Mobilitätspakt Walldorf – Wiesloch unterzeichnet. Projektpartner sind die Städte Wiesloch und Walldorf, der Rhein-Neckar-Kreis, der Verband Region Rhein-Neckar, die NVBW, die Verkehrsbetriebe und die ansässigen Firmen SAP, MLP und Heidelberger Druckmaschinen sowie das Regierungspräsidium Karlsruhe, welches die Koordination des Paktes übernimmt.

Beim Mobilitätspakt erarbeiten Akteure aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam Lösungen zur Verbesserung der verkehrlichen Situation im Wirtschaftsraum und setzen diese dann auch um. Wesentlich ist dabei die Betrachtung und Vernetzung aller Verkehrsarten (Öffentlicher Personennahverkehr, Straßenverkehr sowie Fuß- und Radverkehr). Einen großen Stellenwert nimmt auch das betriebliche Mobilitätsmanagement ein, da der Berufs- und Logistikverkehr einen maßgeblichen Einfluss auf die Verkehrssituation hat. Auch die Stadt Wiesloch stellt derzeit ein neues Radverkehrskonzept auf.

Im Rahmen des Mobilitätspakts wurden von den Projektpartnern und durch Anregungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung insgesamt rund 80 Maßnahmen definiert. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Projekthomepage unter www.mobipakt-wa-wi.de.

Folgende aktuelle Arbeitsstände zum Radverkehrskonzept können hier eingesehen und heruntergealden werden:

1. Bestandsaufnahme und -analyse

                - Berichtsentwurf, Stand 26.06.2021

                - Anlage 1: Bestandskarte I - Barrieren Übergänge

                - Anlage 2: Bestandskarte II - Verortung Anregungen Mobilitätspakt

                - Anlage 3: Bestandskarte III – Erreichbarkeit

                - Anlage 4: Bestandskarte IV – Handlungsbedarfe

2. Klassifizierter Netzentwurf, Stand 28.05.2021

3. Radstrategie Walldorf: 10- plus 10 Punkte Programm

Auftaktbesprechung im Rathaus – Arbeitskreis für Interessierte im Frühjahr

Ende Oktober hat der Gemeinderat das Planungsbüro Verkehrsalternative VAR+ aus Darmstadt beauftragt, ein Radverkehrskonzept für Walldorf zu entwickeln. Um sich auf den Weg zum Radverkehrskonzept der Zukunft zu machen, fand am 26. November im Rathaus Walldorf ein Auftakttreffen mit Var+-Geschäftsführer Uwe Petry und Projektleiterin Sylke Petry statt.

Erklärtes Ziel von Stadt und Planern ist es, das Fahrrad mit flächendeckend sicheren, direkten, komfortablen und intuitiv erkennbaren Radverkehrsverbindungen für alle, die in Walldorf unterwegs sind, zum beliebten und bevorzugten Verkehrsmittel zu machen. Stadtbaumeister Andreas Tisch, sein Mitarbeiter Andreas Konrad vom Fachdienst Stadtplanung und räumliche Entwicklung, und Klaus Brecht, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt, informierten Uwe und Sylke Petry über wichtige Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel den Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch, die geplanten Radschnellwege, Maßnahmen aus dem Radnetz Baden-Württemberg und bereits vorhandene Radwegenetze in Walldorf als Grundlagen für die weitere Arbeit. Auch die Hinweise aus der Online-Befragung zum Mobilitätspakt werden dem Büro zur Verfügung gestellt. Uwe Petry erläuterte die Vorgehensweise seines Büros. Es wird ein klassifiziertes Radverkehrsnetz zu Grunde gelegt, das aus drei Stufen besteht, den Pendlerrouten, den Basisrouten und den Freizeitrouten.

Dank Pendlerrouten soll die tägliche Entscheidung für ein Verkehrsmittel zugunsten des Fahrrads ausfallen. Die Verkehrsinfrastruktur dieser Pendlerrouten soll eine Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde ermöglichen. Für die zweite Klassifizierungsstufe, die Basisrouten, gilt das Ziel einer Reisegeschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde. Basisrouten dienen vor allem dem Alltags- und Schülerverkehr. Entlang der nach Abstimmung ermittelten Pendler- und Basisrouten werden dann Maßnahmen abgeleitet, die komfortables und sicheres Radfahren ermöglichen. Das Verdichtungsnetz umfasst zusätzlich Querverbindungen für die Freizeit- und touristischen Routen.

Arbeitskreis Radverkehr Walldorf

Die Stadt Walldorf und VAR+ werden prozessbegleitend eng zusammenarbeiten. Im Frühjahr nächsten Jahres soll ein „Arbeitskreis Radverkehr Walldorf“ gebildet werden, um die interessierte Öffentlichkeit einzubeziehen. Neben Mitgliedern der Stadtverwaltung Walldorf und Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats sind radfahrende Gruppen sowie Schulvertreter und weitere Interessierte willkommen.

Information

Auf der städtischen Internetseite www.walldorf.de werden künftig Informationen unter dem Menüpunkt „Radverkehr“, der in der Rubrik „Umwelt“ und hier unter „Mobilität“ zu finden ist, bereitgestellt. Wer etwas beitragen möchte, kann an die E-Mail-Adresse radverkehr[at]walldorf.de schreiben, um zusätzliche Hinweise zu geben. Auch über die Ergebnisse wird auf der Internetseite berichtet.