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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 20. März 2018 - Walldorf ist die Kinderbetreuung viel wert

Das ist die Bildunterschrift
D Der zweite Walldorfer Waldkindergarten im Gewann Hof wurde im Oktober 2017 eingeweiht. In seiner Nachbarschaft entsteht schon bald eine weitere Kindertagesstätte (Foto: Pfeifer)


Walldorf wächst – von Mitte 2011 bis Ende 2016 ist seine Bevölkerung von 14.700 Personen auf 15.800 angestiegen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Kindergartenbedarfsplanung für 2018 wider, die Erster Beigeordneter Otto Steinmann dem Gemeinderat am 20. März vorstellte.


Die Zahl der Kinder, die zwischen dem 1. Juli 2011 und dem 30. Juni 2015 geboren wurden, ist Grundlage für die Ermittlung des Bedarfs an Betreuungsplätzen. Wie Steinmann erläuterte, habe sich im Laufe der Jahre hier ein „stetiges Anwachsen der Jahrgangsstärke“ gezeigt. Diese vier relevanten Jahrgänge umfassen aktuell 633 Kinder. In Walldorf stehen für diese Kinder von drei bis sechs Jahren 640 Kindergartenplätze zur Verfügung. Diese verteilen sich auf den Kommunalen Kindergarten, das ebenfalls kommunale Haus der Kinder und die kommunale KiTa Astorhaus, die drei konfessionellen Kindertagesstätten sowie die zwei Waldkindergärten und das Kinderhaus in der Schulstraße unter Regie des Zipfelmützen e. V. Erfahrungsgemäß nehmen nicht alle Kinder einen Kindergartenplatz in Anspruch, sondern nur 95 Prozent. Wie Steinmann ausführte, verteile sich das Angebot von den Regelgruppen über das Ganztagsangebot bis zur verlängerten Öffnungszeit, wobei das so genannte Regelangebot mit 21 Prozent „nicht mehr die entscheidende Rolle“ spiele.

Für Kinder unter drei Jahren bietet Walldorf 158 Plätze an, die sich im Haus der Kinder, der Krippe der Zipfelmützen in der Neuen Sozialen Mitte, dem Kinderhaus der Zipfelmützen in der Schulstraße, in der in Modulbauweise neu erstellten Krippe auf dem Gelände der Zipfelmützen am Rockenauer Pfad und bei Tagesmüttern befinden. Die weiteren 40 Plätze in betreuten Spielgruppen der Zipfelmützen dürfen juristisch nicht mitberechnet werden, „bereichern jedoch das Angebot“, wie der Erste Beigeordnete hervorhob. Walldorf erreicht damit eine Quote von 51 Prozent bezogen auf zwei Jahrgänge. Bezieht man Kinder unter einem Jahr mit ein, liegt die Quote bei 34 Prozent. Zur neuen Kinderkrippe am Rockenauer Pfad, die ab April ihren Betrieb aufnimmt, stellte Steinmann fest, dass diese Containeranlage erforderlich gewesen sei, um den Bedarf decken zu können und ergänzte vorausschauend: „Wir erwarten im Frühjahr 2019 einen weiteren Engpass, auf den wir rechtzeitig zu reagieren haben.“ Ausdrücklich bedankte sich Otto Steinmann beim „Haus der kleinen Hände“ in Trägerschaft von „family & kids@work“. Die Kindertagesstätte hatte der Stadt Belegplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung gestellt. In gegenseitigem Einvernehmen lief diese Vereinbarung im Sommer 2017 aus, zuletzt hatte es nach anfangs dreißig nur noch sieben Belegplätze gegeben.

In der KiTa Astorhaus geht im Sommer dieses Jahres eine Ära zuende. Die letzte noch bestehende Hortgruppe wird dann verabschiedet. Wie Steinmann berichtete, plane die Stadt, hier eine Kindergartengruppe mit verlängerter Öffnungszeit einzurichten. Es werde an Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf gedacht, zum Beispiel an Kinder mit gesundheitlichen Einschränkungen durch Diabetes, Allergien und Ähnliches. Wie aus dem Bericht hervorgeht, sind hierfür einige bauliche Veränderungen notwendig. Neu ist auch ein Angebot in den ersten drei Wochen der Sommerferien. In Notfällen können Kindergartenkinder in diesem Zeitraum an einem Ferienangebot im Jump teilnehmen. Bislang fand ein solches Angebot im „Haus der Kinder“ statt, das sich nun aber den Ferienzeiten der anderen Walldorfer Kindertagesstätten anschließt.

Den Ausgaben im Bereich der Kindergartenbetreuung von 9 Millionen Euro stehen Einnahmen von 3,5 Millionen Euro gegenüber. Der Zuschuss der Stadt liegt damit bei 5,5 Millionen Euro im Jahr. Mit der Summe von 1,6 Millionen Euro nannte der Erste Beigeordnete einen weiteren erheblichen Betrag, der Kindern und Eltern zugute kommt. Diesen wendet die Stadt für die Kommunale Betreuung für den Ganz- und Halbtagsbetrieb an den Grundschulen auf. Dies  geht aus dem Schulbericht hervor, der dem Gemeinderat ebenfalls vorgelegt wurde. Das städtische Personal ist schon vor Unterrichtsbeginn ab 7 Uhr zur Stelle und übernimmt bei den Ganztagskindern außerdem in der Zeit des Mittagsbands und in der Kreativzeit Verantwortung. Außerdem sind die pädagogischen Kräfte der Stadt auch an der Lern- und Hausaufgabenzeit beteiligt und unterstützen AG-Angebote. Die Halbtagschülerinnen und –schüler der Grundschulen werden nach dem Unterricht bis 14 Uhr im Jump betreut. „Ohne diesen kommunalen Einsatz wäre der Ganztagsbetrieb in der uns bekannten Form an den Walldorfer Schulen nicht denkbar“, stellte Steinmann fest.

"Fast-Rundum-Betreuung"

Angesichts des städtischen Zuschusses von 5,5 Millionen Euro zur Betreuung in den Kindergärten meinte Stadträtin Hannelore Blattmann (CDU), dass dem Gemeinderat die „Vielfalt der Betreuungsformen und moderate Beiträge“ wichtig seien. Sie konnte sich gut vorstellen, dass der „schöne, kleine Kindergarten“ in der Schulstraße auch nach dem Umzug der Gruppen in das geplante neue Kinderhaus im Gewann Hof weiterhin vorgehalten werden solle. Dafür plädierte sie auch bei der neuen Containeranlage am Rockenauer Pfad. Die neue Lösung der Ferienbetreuung für Kindergartenkinder im Jump empfand sie als „sehr gute Lösung“. „Wir haben eine Fast-Rundum-Betreuung in Walldorf“, erklärte Hannelore Blattmann. Zum Schulbericht erklärte ihr Fraktionskollege Christian Winnes, dass die Walldorfer Schulen „bestens aufgestellt und gut ausgestattet“ seien. Die Ganztagsschule solle eine „echte Wahl“ bleiben, meinte Winnes. Weiterhin begrüßte er einen möglichen Umzug der Sambuga-Schule an die Waldschule und sprach sich für die anstehende Änderung der Schulbezirksgrenzen aus, sofern die jetzt zweizügige Waldschule einen dritten Zug aufnehmen könne. Die Schillerschule solle nicht durchgängig fünfzügig bleiben, auch wenn sie den entsprechenden Platz habe. In Sachen Schulbezirksgrenzen müsse „schleunigst eine Lösung gefunden werden“, erklärte Stadträtin Petra Wahl (SPD). Dies galt auch für den künftigen Standort der Sambuga-Schule. Bei den Kindergärten sei Walldorf „gut aufgestellt“, sagte Petra Wahl. Die Ertüchtigung der KiTa Astorhaus warf bei Petra Wahl „noch einige Fragen“ auf. Sie sah eher das „Haus der Kinder“ für die vorgesehene Zielgruppe als „prädestiniert“ an. Den „Urlaub ohne Koffer“ mit insgesamt zwölf Wochen im Jahr wertete sie als „Erfolgsmodell“. Mit Blick auf die Ausgaben der Stadt meinte Petra Wahl: „Das ist es uns wert!“ Für die FDP-Fraktion meinte Dr. Günter Willinger (FDP) zur Ferienbetreuung für Kindergartenkinder, dass diese nur für begründete Notfälle vorgesehen sein dürfe. „Wir dürfen die Eltern nicht aus der Verantwortung nehmen. Kinder und Eltern sollten gemeinsam Ferien machen.“ Den Kindergarten in der Schulstraße wünschte er sich weiterhin als „Back up“, genauso wie die Container am Rockenauer Pfad, für deren Kauf sich der Gemeinderat in einer früheren Sitzung schon entschieden hatte. Kritisch sah er, dass Walldorf 1,6 Millionen Euro „zubuttere“ zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe der Ganztagsschule. „Wir in Walldorf können uns das leisten, aber in anderen Gemeinden geht das nicht“, gab er zu bedenken. „Das darf kein Selbstläufer sein“, so Willinger. Er sprach außerdem noch die „räumlich desolate Situa- tion der Sambuga-Schule“ an. Es könne nicht sein, dass man das „aussitze, bis sich die Sambuga-Schule von selbst erledige“. Auch in Sachen der neuen Festlegung der Schulbezirksgrenzen forderte er, „Nägel mit Köpfen zu machen“. Horst Dobhan (Bündnis 90/Die Grünen) sah bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren noch „Handlungsbedarf“. Sein Dank galt allen Steuerzahlern, die die städtischen Zuschüsse ja erst ermöglichten.

Otto Steinmann bestätigte nochmals, dass in der Ferienbetreuung für Kindergartenkinder nur Notfälle berücksichtigt würden und dass die Schulbezirksgrenzen bereits im Arbeitskreis Schulentwicklung im Januar intensiv diskutiert worden seien. Eine Fünfzügigkeit der Schillerschule wolle niemand. Auch die Standortfrage der Sambuga-Schule sei im Arbeitskreis behandelt worden. „Die Sambuga-Schule ist uns wichtig“, betonte Steinmann. Bürgermeisterin Christiane Staab erklärte, dass man ja gerade deswegen auf die Neubesetzung der Schulleitungsstelle gedrängt habe. „Aussitzen möchte das niemand“, stellte sie fest. Sie sei zuversichtlich, dass „wir einen Ort finden für die Sambuga-Schule." Der Gemeinderat stimmte der Kindergartenbedarfplanung einhellig zu und nahm den Schulbericht zur Kenntnis.

Hier geht es zur ausführlichen Kindergartenbedarfsplanung und zum Schulbericht


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