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Traumzeit - von Australien bis zum Sacro Monte

„6 aus 30“ - Künstlergruppe Walldorf stellt im Rathaus aus

Das ist die Bildunterschrift

Bürgermeisterin Christiane Staab (Mitte) mit (v.l.n.r.) Annika Frank, Ingrid Käller, Wolfgang Wallowy, Beate Tilch-Frank, Andrea Tewes, Christina O‘Brien-Ruland, Christina Stamatelatos und Hannelore Kunath bei der Vernissage (Fotos: Pfeifer)


„Wunderbare Werke“ versprach Bürgermeisterin Christiane Staab den Gästen, die zur Vernissage der Künstlergruppe Walldorf am 26. Oktober ins Rathaus gekommen waren. Diese Auffassung teilten offensichtlich auch die vielen Gäste, die zur Vernissage gekommen waren.


Sehr herzlich begrüßte sie Annika Frank, Ingrid Käller, Hannelore Kunath, Christina O’Brien-Ruland, Claudia Stamatelatos und Wolfgang Wallowy als „6 aus 30“ – so der Titel der Ausstellung. Die sechs ausstellenden Mitglieder der traditionsreichen, aktuell 28-köpfigen Künstlergruppe Walldorf eine nicht nur diese Mitgliedschaft, sondern auch ihre langjährige künstlerische Erfahrung, stellte die Bürgermeisterin fest. Die Unterschiede im Lebensalter, von knapp dreißig Jahren bis über siebzig Jahre, und auch die unterschiedliche künstlerische Prägung machten diese Ausstellung besonders reizvoll, so Staab. Die Palette, die von Comics und Cartoons bis zu Eindrücken reicht, die in Australien bei den Aborigines gesammelt wurden, stellte die Kunstpädagogin Beate Tilch-Frank vor und ging auf die einzelnen Künstlerpersönlichkeiten ein.

Ingrid Käller, die sich scherzhaft als „Dinosaurier“ des früher als „Malergruppe“ titulierten Kollektivs bezeichnet, zeigt in ihren Bildern ihr große Liebe und Leidenschaft für das Reisen. Beate Tilch-Frank verwies darauf, wie Käller in ihrer Aquarellmalerei Lichtspiele und Lichtintensität einfängt. Ingrid Käller führt in den Süden nach Mallorca und in den hohen Norden auf die Lofoten, produziert aber keine Postkartenidylle. Mit der „Traumzeit“ der australischen Ureinwohner hat sich Wolfgang Wallowy auseinandergesetzt. Seine von besonderem Pinselduktus geprägten Bilder entführen in eine metaphysische Parallelwelt. Die Regenbogenschlange als zentrale mythologische Figur, die sowohl weiblich als auch männlich ist, spielt auch im Werk Wallowys eine herausragende Rolle. Wallowy hat sich das für die ursprüngliche australische Kunst typische „Dot Painting“ angeeignet. Bei Christina O’Brien-Ruland steht der Mensch im Mittelpunkt. Sie zeige „verwaiste Protagonisten vor rätselhafter Landschaft“, erklärte Beate Tilch-Frank. Im Rathaus-Foyer empfangen ihre Wasserspeier die Besucher. Als Nachkriegskind seien Themen wie Einsamkeit und Abschied für O’Brien-Ruland prägend, wobei sie sich mit Eigeninterpretationen zurückhalte.

„Abschied“ von Christina O‘Brien-Ruland

Die Malerin arbeitet mit Ölfarben, deren Mischungsmöglichkeiten sie intensiv auslotet. Hannelore Kunath bereichert ihre Baumbilder noch um Gedichte und Zitate. Den symbolbehafteten Baum, der in Mythen, Märchen und Religionen eine bedeutende Rolle spielt, vereint sie mit lyrischen Gedanken. Ihre Bäume, die sie aus der Froschperspektive zu malen scheint, machen ihre emotionale Beziehung zur Natur und zu den Bäumen im Besonderen deutlich. „Ohne Bäume kein Leben“, so Hannelore Kunath.

Claudia Stamatelatos lässt sich ebenfalls von Reisen inspirieren. Oberhalb von Orta San Giulio in Norditalien hat sie „großes Kino des 17. Jahrhunderts“ entdeckt. In zwanzig Kapellen auf einem Hügel oberhalb der Stadt wird eine barocke Fortsetzungsgeschichte erzählt aus dem Leben des Franz von Assisi. Die Stimmung der Bilder hat Stamatelatos aufgenommen und „kleine verdichtete Fensterszenen gemalt, die die Distanz zum Betrachter vermindern“. Mit rohem  Leinengewebe und Ölfarben verwendet Claudia Stamatelatos Materialien, die es auch im 17. Jahrhundert schon gab. Mit Cartoons und Comics rundet Annika Frank als jüngstes Mitglied der Gruppe die Ausstellung ab. Sie erzählt Geschichten aus dem Leben, oft mit tierischen Protagonisten und nimmt sich gerne (umwelt-)politischer Themen an. Intensive Recherche geht voraus, um dann alles in Bild, Farbe und pointierte Sprache umzusetzen. An der Pointe feile sie akribisch, so Beate Tilch-Frank, um dann genau „auf den Punkt“ zu kommen. Andrea Tewes, die Leiterin der Künstlergruppe Walldorf, bedankte sich bei den ausstellenden Mitgliedern, die sowohl künstlerisch-technisch als auch vom Altersspektrum her einen „Querschnitt“ der Gruppe darstellen. Ihr Dank galt auch der „freundschaftlichen Verbindung zur Stadt Walldorf“, bei der die Gruppe seit 1948 jährlich ausstellen kann. Bürgermeisterin Christiane Staab dankte Beate Tilch-Frank für die „tiefen Einblicke in die einzelnen Persönlichkeiten“ und der Künstlergruppe für ihr Engagement, das diese weit über Walldorf hinaus bekannt und beliebt gemacht habe.

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage vom Quartett „Xswingt“, auch dies ein generationenübergreifendes Projekt mit Gitarrist, Saxophonist und Kontrabassistin im „besten Alter“ und einem Junior am Schlagzeug. Die Ausstellung „6 aus 30“ ist bis zum 21. November im Rathaus Walldorf zu sehen, die Werke sind im Erdgeschoss um im ersten Obergeschoss ausgestellt. Vom 23. November bis 3. Dezember folgt eine Ausstellung mit dem Titel „Wechselspiel“ in der Laurentiuskapelle.


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