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Walldorfer Zentrum ohne Wettannahmestellen

Bebauungsplan Walldorf-Mitte wird geändert - Gemeinderat erlässt Veränderungssperre

Im Walldorfer Zentrum wird es keine Wettannahmestellen geben. Mit der ersten Änderung des Bebauungsplans Walldorf-Mitte und einer Satzung über eine entsprechende Veränderungssperre hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. April den zunehmenden baurechtlichen Anträgen für Wettannahmestellen in der Innenstadt einstimmig einen Riegel vorgeschoben.

Der aus dem Jahr 2009 stammende Bebauungsplan schließt zwar Vergnügungsstätten aus, greift aber nicht, da Wettannahmestellen nicht direkt unter die Vergnügungsstätten fallen. Mit der ersten Änderung des Bebauungsplans wurde nun gegengesteuert.

Wie Stadtbaumeister Andreas Tisch in der Sitzung erläuterte, müsse man städtebauliche Änderungen unter dem Aspekt ihrer langfristigen Folgen sehen. Das Segment der Wettannahmestellen wolle man aus dem Ortskern ausschließen, um deren mögliche negative Auswirkungen auf den Einzelhandel abzuwenden. Das Walldorfer Zentrum soll, auch nach Auffassung des Gemeinderats , ein qualitätvoller Standort für den Einzelhandel bleiben. Die Stadt will die Attraktivität dieser Lage erhalten und nach Möglichkeit stärken. Wettannahmestellen, so Stadtbaumeister Tisch, gebe es bereits außerhalb der Ortsmitte, womit dem Bedarf der Zielgruppe Rechnung getragen werde. Tisch betonte, dass mit dem geänderten Bebauungsplan lediglich unerwünschte Nutzungen ausgeschlossen würden, bauliche Veränderungen jedoch nach wie vor möglich seien. Der Bebauungsplan gilt für die Hauptstraße sowie nördlich und südlich der Hauptstraße, für Teilbereiche der Schwetzinger Straße und der Heidelberger Straße, für Bereiche entlang der Bahnhofstraße südlich der „Drehscheibe“, für die „Drehscheibe“ und weiter bis zum Lindenplatz in Richtung Rathaus.

Einzelhandel stützen

Das „zarte Pflänzchen Einzelhandel“ müsse man aktiv stützen, meinte Stadtrat Dr. Gerhard Baldes (CDU). Mit Blick auf Einzelhandel und Gastronomie, die es relativ schwer hätten, sprach er von einem „fragilen Mix“, der noch verbesserungswürdig sei. Vergnügungsstätten gehörten nicht in den „schmalen Kernbereich“, so Baldes, der es begrüßte, dass die rechtliche Lücke nun „geheilt“ werde und Wettbüros nicht durch die Hintertür Einzug halten könnten. Die Innenstadt sei das „Herzstück“ von Walldorf, meinte Stadträtin Petra Wahl (SPD). Die Attraktivität des Zentrums mit „lebendigem Flair“ müsse erhalten bleiben. Wettannahmestellen passten nicht zum innerstädtischen Angebot, so Wahl. Sie befürchtete dadurch einen „Trading-down-Effekt“, der sich nicht manifestieren dürfe. Auch Stadtrat Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte die „städtebauliche Steuerung unerwünschter Nutzungen“. Er sprach auch das „hohe Suchtpotential“ der Wettannahmen an. Die Stadt habe die Hauptstraße nicht aufgewertet, um nun deren Aufenthaltsqualität zu mindern. Unerfreulichen Tendenzen müsse man planungsrechtlich entgegentreten. Stadtrat Dr. Günter Willinger (FDP) beschäftigte vor allem der „sensible Bereich“ in Nähe zum Jugendkulturhaus Jump, zum Kindergarten und zum belebten Platz der „Drehscheibe“. Veränderungssperre heiße aber nicht, dass hier nichts liefe, so Willinger. Der Einzelhandel werde durch die Maßnahme nicht behindert.

Bürgermeisterin Christiane Staab meinte, dass man „im Sinne des Einzelhandels“ aktiv geworden sei, der Gesetzgeber hinke leider hinterher.


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