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Immer gefragt: Handwerk und Technik

Das ist die Bildunterschrift
  Wo gehobelt wird, da fallen Späne: Meister Bernhard Gröner macht vor, wie's geht (Foto: Pfeifer)


Ein breites Spektrum an Berufen bietet die Sparte Handwerk und Technik und das für alle Schulabschlüsse, von der Hauptschule über die Werkrealschule bis zum Gymnasium.


Für Jungen und Mädchen, die handwerklich geschickt und technisch interessiert sind, gut rechnen können und denen es leichtfällt, auf andere Menschen zuzugehen, sollten die Unternehmen auf der Route der „Walldorfer Nacht der Ausbildung“ liegen, die über Berufe wie Zweiradmechatroniker, Anlagenmechaniker, Elektroniker, Tischler oder auch Lagerist informieren, um nur einige zu nennen. Für alle Berufe können sich natürlich auch Mädchen bewerben.

Die Zukunftsaussichten nach einer erfolgreichen Ausbildung sind generell sehr vielversprechend, denn Handwerker und Techniker werden immer gebraucht und können keineswegs alle durch Maschinen oder Roboter ersetzt werden. Im Zuge der Digitalisierung spielt bei vielen früher rein handwerklichen Tätigkeiten der Computer eine immer wichtigere Rolle. Wer ein Handwerk lernt, wird in der Ausbildung also auch in dieser Hinsicht fit für die Zukunft. Wie bei allen Betrieben zu erfahren ist, herrscht in vielen Sparten Fachkräftemangel als Folge von mangelndem Interesse an einer Ausbildung in diesem Bereich. „Hier müsste eine Trendwende einsetzen“, hofft Walldorfs Wirtschaftsförderin Susanne Nisius, denn auch wer nicht unbedingt die besten Zeugnisnoten mitbringt, hat trotzdem gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Magnet in der Ausbildungsnacht ist regelmäßig die Heidelberger Druckmaschinen AG, die am Standort Wiesloch-Walldorf derzeit insgesamt rund 200 Auszubildende hat. Der klassische Beruf des Druckers heißt heute übrigens Medientechnologe. Ausbildungsleiterin Sonja Mohr macht auch den jungen Leuten Mut, die nicht die besten Noten haben. „Bei uns bekommt jeder, der sich bewirbt, die Chance, zunächst einen Online-Test zu absolvieren, der nicht nur wissensbasiert ist“, erklärt sie. Diesen Test kann man am heimischen Computer machen. Hier werden unter anderem so wichtige Eigenschaften wie Merkfähigkeit und Sorgfalt geprüft. Jugendliche, denen es noch an der Ausbildungsreife mangelt, bietet das tarifliche Förderjahr ein Langzeitpraktikum, um „Form aufzubauen“, so Sonja Mohr und die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu steigern. So wie in der Nacht der Ausbildung, bei der Heidelberg neben Informationen und Gesprächen noch ein buntes Rahmenprogramm liefert, bietet der „global player“ auch seinen Azubis viele zusätzliche Leistungen wie Fitnessprogramme und gemeinsame Unternehmungen.

Geschicklichkeitstest

„Handwerk hat immer noch goldenen Boden“, davon sind Bernhard und Annemarie Gröner überzeugt. Sie geben in ihrer Schreinerei und ihrem Bettenfachgeschäft am 22. Juni Einblick in den Beruf des Tischlers, einen Beruf mit Tradition und Zukunft. Wer denkt, dass bei Gröners nur Betten hergestellt werden, irrt sich, denn die Schreinerei entwirft und tischlert Möbel aller Art. Auch Fenster, Haustüren und Ladenbau  gibt es „made by Gröner“. Beim Hobeln und Schleifen trainieren die Auszubildenden zunächst ihre Feinmotorik. Feingefühl ist auch beim Gespräch mit Kunden gefragt, bei dem auch immer abgewägt werden muss, wie Wunsch und Wirklichkeit zusammenpassen. Neben handwerklichem Können sollte man in diesem Beruf gut rechnen können und fit werden im sorgfältigen Umgang mit Maschinen, so Annemarie Gröner. Besonders befriedigend findet sie in diesem Beruf, dass „man sieht, was man macht.“ „Es kommt in erster Linie nicht so sehr auf die Noten, sondern vielmehr auf den Menschen an, sagt mein Chef immer“, berichtet die 18-jährige Vanessa, die seit September 2016 bei Tari-Bikes eine Ausbildung zur Zweiradmechatronikerin macht. Dass sie als junge Frau in diesem Beruf arbeitet, rufe schon immer wieder Erstaunen hervor, so Vanessa, die so manches Mal zunächst gefragt wird, ob sie „das denn überhaupt könne“ und dann rasch mit ihrem Know-how überzeugt. Mit der zunehmenden Zahl an E-Bikes, ist der Beruf des Mechatronikers auch in die Fahrradbranche eingezogen. Tari-Bikes bildet auch klassische Fahrradmonteure aus. Vielleicht findet sich über die Nacht der Ausbildung ja noch ein weiteres weibliches Mitglied für das Team von Tari-Bikes.

Den allerersten Auszubildenden zum Anlagenmechaniker suchen die Stadtwerke Walldorf noch. Wer hier also der oder die Erste in einer hoffentlich langen Reihe von Azubis sein will, kann sich schon jetzt bewerben. Bei den Stadtwerken geht es laut Ausbilder Heiko Huber um den Rohrnetzbau im Bereich Gas und Wasser . Die Arbeit ist körperlich anstrengend und findet fast ausschließlich im Freien statt. Man sollte also nicht nur handwerklich geschickt sein, sondern auch körperlich fit und insgesamt belastbar sein. „Unsere Arbeit ist Teamarbeit“, erklärt Heiko Huber. Gute Kommunikationsfähigkeit ist aber nicht nur im Team gefordert, sondern auch im Umgang mit anderen Handwerkern, Kunden und Anwohnern von Baustellen. Die Ausbildung findet in Kooperation mit der MVV Energie AG statt, die Berufsschule ist in Karlsruhe. Für eine Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung bestehen für das „Eigengewächs“ gute Chancen. „Sehr gute Berufsaussichten“ bescheinigt auch Marcel Wendt, Ausbilder im AQWA Bäder- und Saunapark, den angehenden Fachangestellten für Bäderbetriebe. Neben technischem Verständnis für die gesamten Anlagen im Hallen- und Freibad müssen sie auch gute Schwimmer sein, nicht nur, um im Notfall helfen zu können, sondern auch um die verschiedensten Schwimmstile in Kursen weiterzuvermitteln. Ein freundliches, aber auch bestimmtes Auftreten ist gefragt, denn nicht alle Badegäste verhalten sich vorbildlich. Ein wachsames Auge muss der oder die Fachangestellte nicht nur auf alle, die sich im Wasser und der Sauna tummeln, werfen, sondern auch auf die Wasserqualität. Hier müssen regelmäßig Proben entnommen werden. „Die Arbeit ist nie langweilig“, berichtet Marcel Wendt, der zurzeit vier Auszubildende betreut, drei junge Männer und eine junge Frau. Da in diesem Beruf auch an Wochenenden und Feiertagen und im Schichtbetrieb gearbeitet wird, muss man flexibel sein. Alle Berufsausbildungen bieten viele Weiterbildungsmöglichkeiten, auch mit Studienabschlüssen.

Mehr unter: www.walldorfer-nacht-der-ausbildung.de


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