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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 30. Januar 2018 - Ein ausgesprochen "Kommunaler"

Das ist die Bildunterschrift
  Ehrenurkunde und Stele des Gemeindetags Baden-Württemberg überreichte Erster Beigeordneter Otto Steinmann (li.) Stadtrat Wilfried Weisbrod für 30-jährige Zugehörigkeit (Foto: Pfeifer)


Eine Ehrenurkunde und Stele des Gemeindetags zur Würdigung seiner 30-jährigen Zugehörigkeit zum Walldorfer Gemeinderat erhielt Stadtrat Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) in der öffentlichen Sitzung des Gremiums am 30. Januar.


Mit diesem Termin fand die Ehrung nicht ganz punktgenau statt, denn die dreißig Jahre erreichte Weisbrod bereits 2017. Erster Beigeordneter Otto Steinmann gratulierte Wilfried Weisbrod im Namen der Verwaltung und des Gemeinderats herzlich und dankte ihm „für dieses Engagement für unsere Heimatstadt“.

Bereits 1984 begann Weisbrods Engagement als Stadtrat, das er dank regelmäßiger Wiederwahlen bis heute ausübt, seit vielen Jahren als Fraktionsvorsitzender. Lediglich von 1996 bis 1999 legte er aus persönlichen Gründen eine Pause ein. Starkes Interesse am kommunalen Geschehen zeigte Wilfried Weisbrod schon früh. Zunächst als Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr, Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre als Mitglied des Walldorfer Jugendrats. Noch sehr präsent ist seine aktive Rolle in der „Aktion für ein Jugendzentrum in Selbstverwaltung“. Dies sei eine bewegende Zeit gewesen, erinnerte sich Steinmann, mit Demonstrationen vor und im Rathaus. In seiner Funktion als Stadtrat war und ist Weisbrod Mitglied verschiedener Ausschüsse, sitzt im Astorstiftungsrat und im Kuratorium des Hopp-Fonds. Während einer Wahlperiode war er ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters, zweimal – 1997 und 2010 – bewarb sich Weisbrod um das Amt des Bürgermeisters.

Die kommunalpolitischen Tätigkeitsfelder Weisbrods charakterisierte der Erste Beigeordnete als „ungeheuer breit aufgestellt“. Er nannte Sozialpolitik, Finanzen, Umweltschutz, Klimapolitik, Personalrecht und Nachhaltigkeit als Felder mit besonderem Stellenwert. Das Prädikat der „Nachhaltigkeit“ könne Wilfried Weisbrod durchaus auch für sich selbst beanspruchen, meinte Steinmann. „Wer dreißig Jahre lang die Höhen und Tiefen der kommunalpolitischen Arbeit erlebt und ausgehalten hat, muss von einer tiefen Überzeugung erfasst sein, dass es sich lohnt, für seine kommunalpolitischen Ziele – auch nach Niederlagen – einzutreten und zu streiten. Und mehr Nachhaltigkeit geht eigentlich kaum“, stellte er fest. Weisbrod habe in den drei Jahrzehnten seine Überzeugung konsequent vertreten. „Auch wenn man Ihre Meinung nicht oder nicht immer geteilt hat, verlässlich sind Sie stets gewesen“, erklärte Otto Steinmann. „Intensiv, wortreich, streitbar, nachdrücklich und manchmal auch ganz und gar unkuschelig“ habe Weisbrod seine Ansichten vorgetragen. Die Argumente des streitbaren Stadtrats wären dabei öfter geteilt worden als die Art und Weise des Vortrags. Dass es immer viel zu diskutieren gab, machte der Rückblick auf die Entwicklung Walldorfs in den letzten dreißig Jahren deutlich. Südumgehung, Altenwohnungen und Pflegeheim, Schulen, Kindergärten, sozialer Wohnungsbau, die Gründung der Stadtwerke, der Neubau des Hallenbads, die Umweltförderprogramme waren einige der Marksteine, die Steinmann aufzählte. Bei der Planung der Astoria-Halle und der „Drehscheibe“ gehörten Wilfried Weisbrod und seine Fraktion zu der Initiative, die den Bürger-

entscheid auf den Weg brachte. Wenn auch nicht juristisch erfolgreich, habe sich das Engagement doch politisch auf die Entscheidungen des Gemeinderats ausgewirkt, so Steinmann. Ein „ausgesprochen Kommunaler“ sei Wilfried Weisbrod, denn – so Steinmann – dies er sei der Auffassung, dass grundsätzliche politische Entscheidungen mit Auswirkungen auf die Stadt im Rat stattzufinden hätten. Steinmann wertete die drei Jahrzehnte auch als Lernprozess des Gemeinderats auf allen Seiten. Unterschiedliche Argumente und kontroverse Positionen seien schließlich für die politische Diskussion förderlich gewesen.

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sprach Stadtrat Walter Hecker, der 1984 gemeinsam mit Wilfried Weisbrod in den Gemeinderat einzog. Er lobte das „unveränderte Engagement für soziale Gerechtigkeit“ seines Fraktionskollegen und dessen Fähigkeit zur Analyse. Nicht unerwähnt lassen wollte er auch Weisbrods Talent als Fußballer und seinen Elan als begeisterter Radfahrer. Er dankte Wilfried Weisbrod für den Vorsitz der Fraktion, er habe den „Laden“ immer zusammengehalten. Schmunzelnd erinnerte er daran, dass es im Laufe der Jahre gewisse Veränderungen im Äußeren gegeben habe. Aus den „wehenden roten Locken“ sei ein Kurzhaarschnitt geworden und der Kollege sei doch immer häufiger im Anzug gesichtet worden. In Anlehnung an den Fast-Namensvetter und Landesvater Winfried Kretschmann meinte Walter Hecker:“Wilfried, leg noch eine Schippe drauf!“

Wilfried Weisbrod dankte herzlich für die Ehrung. Obwohl er sich aus Ehrungen eigentlich nichts mache, so Weisbrod, nehme er die heutige an für seine Fraktion. In deren Anfängen sei schließlich geunkt worden, dass sie „schon bald“ nicht mehr dabei sei. Er selbst hätte damals allerdings auch nicht gedacht, dass er heute noch im Gemeinderat sei, gab er gerne zu. Parteimitglied hätte er auch nie werden wollen, doch über seine damalige Frau sei er schließlich zu den Grünen gekommen. Politisiert worden sei er in der Schule, berichtete Weisbrod, er sei in der Evangelischen Gemeinde Jugend aktiv gewesen und habe sogar einmal Plakate für die FDP geklebt. Als echter Walldorfer mit einem Großvater, der bei der CDU war, sei er bei Wahlen auffallend oft auf CDU-Listen kumuliert worden. Einen bis jetzt nicht erfüllten Wunsch äußerte er noch: „Wir hätten gerne mehr Frauen in der Fraktion gehabt!“


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