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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 8. Dezember 2020 - Nachbarschaftliches Wärmekonzept am Astorhaus

Gemeinderat stimmt für höhere Investitionen zugunsten des Klimaschutzes

Das ist die Bildunterschrift
  Künftig soll eine nachhaltige Heizzentrale im Astorhaus, dem benachbarten Kommunalen Kindergarten (siehe unten) und einem weiteren Gebäude für  wohlige Wärme sorgen (Foto: Pfeifer)


Das historische Astorhaus bekommt eine zeitgemäße Heizung und mit ihm der benachbarte Kommunale Kindergarten sowie das städtische Gebäude Ringstraße 45a. Der Gemeinderat votierte in seiner öffentlichen Sitzung am 8. Dezember einstimmig für ein neues Wärmekonzept mit einer gemeinsamen Zentrale mit Pelletsheizung. Rund 650.000 Euro wird das neue System kosten.


Anlass für den Umstieg auf eine zukunftsfähige, regenerative Heizanlage ist der Zustand der bestehenden Gasheizungen im Astorhaus und dem Kommunalen Kindergarten. Wie Stadtbaumeister Andreas Tisch in der Sitzung ausführte, seien diese Anlagen „an der Grenze ihrer Lebensdauer“ angelangt und nicht mehr reparabel, es bestehe daher Handlungsbedarf. Lösungsvorschläge für die sehr unterschiedlichen Gebäude erarbeitete im Auftrag der Stadt das Ingenieurbüro IBV aus Heidelberg. Das Wohnhaus in der Ringstraße 45a, das der Stadt gehört, wurde angesichts einer absehbaren Sanierung der aus dem Jahr 1991 stammenden Heizung ebenfalls in die Planungen miteinbezogen. Das benachbarte Gebäude Ringstraße 45 aus dem Jahr 1955, ebenfalls städtisches Eigentum, werde zunächst nicht mitberücksichtigt, erklärte Tisch, da die langfristige Nutzung der baulichen Substanz  noch nicht feststehe und hier eventuell sogar ein Abriss in Frage käme. Ein Ersatzbau könne aber auch nachträglich noch mitangeschlossen werden, erklärte er auf Nachfrage.

Für die drei Gebäude arbeitete das Ingenieurbüro zwei realisierbare Varianten aus. Zur Debatte standen der Ersatz der Heizungen durch Einzelgeräte in den Objekten mit Kosten von rund 560.000 Euro und als zweite Variante die Heizzentrale mit Holzpelletsheizung für rund 650.000 Euro. Diese zweite Variante sei zwar teurer als die erste, erläuterte der Stadtbaumeister, der als deren Vorteile vor allem den Einsatz regenerativer Energie und den deutlich geringeren Kohlendioxidausstoß anführte. Die Holzpellets-Heizzentrale liegt mit 841 Kilogramm Kohlendioxidausstoß im Jahr unter dem der einzelnen Gasheizungsanlagen, die 11.495 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr emittieren. Auch bei den Betriebskosten schneidet die Pellets-Heizzentrale günstiger ab. Während die Einzelheizungen jährliche Kosten von rund 3.700 Euro verursachen, liegen diese bei der Heizzentrale bei rund 2.800 Euro. Wie Tisch erklärte, seien hier die künftigen Kohlendioxid-Aufschläge auf den Gaspreis noch nicht berücksichtigt. Die Spreizung der Kosten zwischen Gas und Pellets falle daher künftig noch etwas stärker aus. Der vorberatende Technische Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr (TUPV) hatte dem Gremium die zweite Variante wegen der ökologischen Vorteile empfohlen .

Für ökologisch-nachhaltige Lösung

Mit der Empfehlung des TUPV konnte Stadtrat Uwe Lindner (CDU), der eine zentrale Unterbringung der Heizungstechnik grundsätzlich befürwortete, „mitgehen“. Auch den „hohen Zielen“ des Klimaschutzes müsse Rechnung getragen werden, erklärte Lindner. Er kritisierte, dass bei den vorgestellten Varianten nicht auf Wärmeanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung und die Brennstoffzellenheizung eingegangen worden sei. Bei künftigen Heizungssanierungen wollte er vor allem die Brennstoffzellenheizung einezogen wissen. Den Pelletsheizungen attestierte Lindner „eine gute Umweltbilanz“, sofern die Pellets nicht aus anderen Ländern hierher transportiert würden. „Wir müssen den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen, auch wenn es teurer wird“, stellte Stadtrat Lorenz Kachler (SPD) fest. Er hob nochmals den „gigantisch“ geringeren Kohlendioxid-Ausstoß der Pelletsheizung hervor. Das sei der „Fahrplan in die Zukunft“, den ja auch das Leitbild der Stadt vorschreibe. „Wir müssen hier grundlegend erneuern“, meinte auch Stadtrat Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen). Er sprach von einer „ökologisch-nachhaltigen Lösung“, die die richtige Entscheidung sei. Der Klimawandel werde schließlich immer bedrohlicher. Stadtrat Fredy Kempf (FDP) befürwortete die zweite Variante ebenfalls und vertraute dem Vorschlag der Fachleute.


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