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Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 26. Juni 2018 - Frische Luft für die Sporthalle Neue Soziale Mitte

Das ist die Bildunterschrift
  Blick in die Sporthalle Neue Soziale Mitte, in der beim Sport im Sommer über zu hohe Temperaturen geklagt wird (Foto: Pfeifer)


Den Klagen über „stickige Luft“ in der Sporthalle Neue Soziale Mitte ging die Stadt Walldorf auf Antrag der SPD-Fraktion nach. Stadtbaumeister Andreas Tisch informierte in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 26. Juni über die Ergebnisse.


Die Fraktion der SPD hatte eine Kohlendioxidmessung beantragt, die im März dieses Jahres durchgeführt werden konnte. Wie Tisch erläuterte, habe jedoch nicht nur der Kohlendioxidgehalt Einfluss auf das Wohlbefinden und die Behaglichkeit in einem Raum, sondern auch die Temperaturen seien von entscheidender Bedeutung. Der qualifizierten Messung durch ein externes Ingenieurbüro war zuvor eine Messung des städtischen Energiemanagers vorausgegangen. Die Messungen zum Kohlendioxidgehalt der Luft ergaben "eine nicht gesundheitsbeeinträchtigende, zufriedenstellende Raumluftqualität". Es sei jedoch festzustellen, dass sich die Innenraumtemperaturen in der Halle in der warmen Jahreszeit hochschaukeln. Die gute Dämmung der Sporthalle, so Tisch, sorge auch dafür, dass die Wärme im Gebäude bleibe. Auch in der Sporthalle im Schulzentrum herrschten in dieser Jahreszeit erhöhte Temperaturen, wobei es hier wenig Klagen gebe. Ein niedriges Temperaturniveau lasse sich in Sporthallen in Hitzeperioden nicht halten, so Andreas Tisch.

Für die Sporthalle Neue Soziale Mitte kündigte er an, dass man bei den Jalousien, die von der Wetterstation geregelt werden, nachsteuern werde. Denn wenn Wind kommt, fahren die Jalousien automatisch hoch, da sie sonst beschädigt werden könnten. Aktuell, so der Stadtbaumeister, sei nun eine Anpassung vorgenommen worden, so dass die Jalousien bei Sonne herunterfahren und die Oberlichter sich zur Abkühlung öffnen. Dieser Einfluss sei aber nur gegeben, wenn die Wetterstation die Funktionen nicht sperre. „Für Nutzer ist dies nicht immer leicht nachzuvollziehen“, meinte Tisch. Es gebe auch Überlegungen zu einem feststehenden Sonnenschutz. Kühlen könne man die Sporthalle jedoch nicht. „Dies entspricht nicht dem energetischem Konzept. Ich kenne auch keine anderen Schulsporthallen in der Umgebung, die gekühlt werden“, stellte Andreas Tisch fest.

Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) ging davon aus, dass die Klagen nicht aufhören würden. In der Tabelle stehe jede fünfte Messung nicht im grünen Bereich, sondern stehe klar auf „Gelb“ in Anlehnung an das Bild einer Kohlendioxid-Ampel. In einem solchen Fall sei „Lüftung dringend notwendig“. Man müsse weiter Messeinheiten durchführen. Der Kohlendioxid-Wert müsse direkt beim Sportler gemessen werden, was „sicher ein schwieriger Job“ sei. Zusätzliche Lüftung sei nötig. Man müsse auch an ältere Menschen denken, die zum Beispiel zum Koronarsport gingen. Dr. Gerhard Baldes (CDU) kritisierte die Messungen im März, die „nur eine Momentaufnahme“ seien. Man müsse „alles Menschenmögliche machen, damit die Halle auch im Sommer nutzbar bleibe“. Walldorf habe einige „Baustellen“ in diesem Bereich, meinte er. Er sprach eine aktive Klimatisierung an. In der Sporthalle müsse man die Verschattung und deren Steuerung abwarten. Generell müsse man über den Passivhausstandard bei solchen Gebäuden nachdenken. Den Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zur Passivhausbauweise versah er daher mit einem Fragezeichen. Er regte an, dies im Technischen Ausschuss als „Paket“ anzugehen. Messen müsse man eigentlich nichts mehr, so Baldes.

Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) sprach vom „schrecklichen Raumklima“ in der Halle, das zeitweise wie in einer Sauna sei. Die Steuerungstechnik der Fenster sei „vermaledeit“. Nach fünf Minuten rinne einem der Schweiß herunter, wusste er aus eigener Erfahrung zu berichten. Außerdem hätte man sich gewünscht, dass nicht im März gemessen geworden wäre. Günter Lukey (FDP) sprach vom "nicht mehr zu ändernden Baustandard", der eine sehr gute Wärmedämmung garantiere und im Sommer für kontinuierlich steigende Temperaturen sorge. Die Halle müsse stärker durchlüftet werden, was mit den Hallenwarten zu klären sei. Er sprach auch eine Nachrüstung durch eine Kältekompressionsanlage an. Messungen seien nicht mehr nötig, es müssten Konsequenzen herbeigeführt werden.

„Es ist eine sehr schwierige Situation“, stellte Bürgermeisterin Christiane Staab fest. Den Klimawandel befördere man noch, wenn man überall Klimaanlagen einbaue – das sei ein Parodoxon und sei schwierig für eine klimabewusste Fairtrade-Stadt. Man müsse sich mit dem Thema des Klimawandels auseinandersetzen und auf höhere Außentemperaturen einstellen. Walter Hecker (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, der Stadtbaumeister habe die Maßnahmen richtig genannt und „mit handwerklichem Geschick“ könne man das Problem „in den Griff“ bekommen. Er sei zuversichtlich. Man solle nicht aktive Geräte, die Strom verbrauchen, ins Spiel bringen. Gerhard Baldes ergänzte noch, dass die aktive Klimatisierung selbstverständlich mit regenerativen Energien gespeist werden solle. Andrea Schröder-Ritzrau bestand auf weiteren Messungen, was Stadtrat Werner Sauer (CDU) kritisch sah. Das Geld für Messungen sei besser für aktive Maßnahmen angelegt. Beim geringsten Luftstoß gingen die Jalousien hoch. Die Technik sei so komplex, dass sie kaum funktioniere. In der Sporthalle müsse vor allem die Beschattung funktionieren. Man solle die Jalousien lieber dauerhaft unten lassen und riskieren, dass eine Jalousie auch einmal kaputt ginge. Stadträtin Petra Wahl (SPD) war „froh darüber, dass die Diskussion heute geführt wird“, denn der Antrag der SPD-Fraktion sei aus dem April 2017.

Bürgermeisterin Staab erklärte, dass man viel mitnehme und prüfe, von Grund auf könne man die Halle aber nicht neu herstellen.


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