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Landschaftsbiotop auf einstiger Müllkippe ... ja, aber ...

Verpachtung an Nabu-Gruppe an Ergebnisse von Untersuchungen geknüpft

Die Ortsgruppe Walldorf-Sandhausen des Naturschutzbundes (Nabu) will auf einem ehemaligen Kleingartengelände in Walldorf, das zuvor zwanzig Jahre lang als Müllkippe gedient hatte, ein Landschaftsbiotop schaffen.

Dem Vorschlag der Stadt, dieses Gelände südlich der Kreisstraße zwischen Hardtbach und Bahnlinie, an die Nabu-Gruppe zu verpachten, konnten grundsätzlich alle Mitglieder des Gemeinderats am 10. Juli in öffentlicher Sitzung zustimmen. Dass es bei solcher Einmütigkeit doch zu einer längeren Diskussion vor der Abstimmung kam, war der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Verpachtung geschuldet.


Wie Klaus Brecht, Leiter des städtischen Fachbereichs Ordnung und Umwelt, in der Sitzung erläuterte, sei die Nutzung des Areals als Kleingarten vom Gesundheitsamt untersagt worden, da sich hier früher eine Müllkippe befunden habe. Die Stadt habe die Kündigung der Pachtverträge teils „durchgefochten“, so Brecht. Wegen des kontaminierten Erdreichs komme eine Kleingartenanlage nicht mehr in Frage. Die örtliche Nabu-Gruppe habe jedoch Interesse bekundet, auf der Fläche ein Biotop zu entwickeln. Wie Klaus Brecht weiter ausführte, habe das Wasserrechtsamt vor, mit hundertprozentiger Landesförderung weitere Brunnenbohrungen und Wasserproben vorzunehmen. Über die Ergebnisse werde die Stadt informiert.

Nachdem Stadtrat Werner Sauer (CDU) daran erinnert  hatte, dass die frühere Kleingartenanlage als solche gar nicht gedacht gewesen, sondern „wild angelegt“ worden sei, begrüßte dieser die weiteren Erkundungen des Wasserrechtsamtes und auch das Interesse des Nabu an der Fläche. „Wir sind gespannt, was dort wächst“, meinte er. Auch Stadträtin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) befürwortete die Initiative des Nabu. „Lieber heute als morgen“ wolle man an den Nabu verpachten. Sie wünschte sich aber zuvor „mehr Sicherheit vom Wasserrechtsamt“, um ausschließen zu können, dass der Nabu vielleicht schon gepflanzt habe, um dann erst zu erfahren, dass Boden abgetragen werden müsse. Wer dann die Doppelkosten trage, fragte sie. „Die Fraktion hat Bauchweh, jetzt schon zu verpachten“, meinte sie, denn man wisse ja nicht, was in der früheren Müllkippe alles drin sei.  Stadtrat Hans Wölz (Bündnis 90/Die Grünen) stand inhaltlich voll hinter der SPD. Auch er sah die Notwendigkeit, zunächst die Ergebnisse der Untersuchungen abzuwarten. Stadträtin Dagmar Criegee (FDP) war von einer Zustimmung des Wasserrechtsamtes ausgegangen. Selbst, wenn das Amt Bedenken habe, sei sie nicht sicher, ob die Erde ausgekoffert werden müsse, denn viele Müllkippen würden einfach überdeckt, so Criegee. Klaus Brecht meinte, dass man die Verpachtung ja an die Bedingung knüpfen könne, dass das Wasserrechtsamt zustimme. Bürgermeisterin Christiane Staab wollte in die Vertragsverhandlungen mit dem Nabu eintreten. Das könne die ganze Angelegenheit beim Wasserrechtsamt noch beschleunigen, hoffte sie. Auch CDU-Stadtrat Dr. Gerhard Baldes warb für einen Vorratsbeschluss und wollte keine Vertagung. Für Stadtrat Lorenz Kachler (SPD) sprach jedoch nichts gegen eine Vertagung. Schließlich brauche das Wasserrechtsamt ja nicht Jahre, bis die Ergebnisse vorlägen. Dann sei es eine „runde Sache“. Sein Fraktionsvorsitzender, Manfred Zuber, stellte schließlich den Antrag auf Vertagung, der jedoch im Rat bei neun Ja-Stimmen und dreizehn Nein-Stimmen keine Mehrheit fand.  

Der Beschlussvorschlag, das Gelände an die Nabu-Ortsgruppe zu verpachten, wurde schließlich neu formuliert und an die Freigabe des Areals und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung durch das Wasserrechtsamt geknüpft. Dieser wurde mit dreizehn Ja-Stimmen bei neun Enthaltungen akzeptiert. „Wir halten Sie auf dem Laufenden“, sicherte Bürgermeisterin Staab zu.


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