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Wichtig, aber zu wenig genutzt

Zwischenbilanz der städtischen Umweltförderprogramme unbefriedigend

Das ist die Bildunterschrift
An Informationen zu den Umweltförderprogrammen mangelt es nicht (Visual: Imago Walldorf)


Die Zwischenbilanz von Januar bis August 2019 für die Nutzung der städtischen Umweltförderprogramme war Thema in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 5. November.


Sie falle zwar um 100.000 Euro besser aus als im Vorjahr, sei aber „noch nicht befriedigend“, erklärte Klaus Brecht, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt. Grund für die Unzufriedenheit bei der Stadt und im Gemeinderat ist, dass die Stadt alljährlich 250.000 Euro an Fördermitteln im Haushalt für die 14 Umweltförderprogramme einstellt, diese aber nicht gänzlich abgerufen werden. Lediglich in den Jahren 2011 und 2012 habe man die Fördersumme annähernd ausgeschöpft, stellte Brecht fest. Dem Ziel, das die Stadt mit den Förderprogrammen erreichen will, nämlich den Ausstoß von schädlichem Kohlendioxid zu minimieren, hinkt sie daher hinterher.

Für 2019 liegen für den Zeitraum von Januar bis August 68 bewilligte Anträge vor. Aus den Vorjahren sind es weitere 36 bewilligte Anträge, die aber noch nicht abgerechnet wurden. Wie Klaus Brecht berichtete, seien die meisten Anträge, nämlich 29, im Förderprogramm Fensteraustausch gestellt worden mit einer Fördersumme von über 36.000 Euro, gefolgt von acht Anträgen für Dachdämmung mit einer Fördersumme von 9.600 Euro. Die neuen Förderrichtlinien für die energetische Sanierung, die zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten seien, hätten sich bei der Fenstererneuerung deutlich ausgewirkt, so Brecht. Das sei ein Fingerzeig, meinte er. Nach der alten Förderrichtlinie mit Zuschussberechnung nach Fensterfläche hätte die Fördersumme lediglich 11.800 Euro betragen. Die neue Richtlinie bedeute eine „erhebliche finanzielle Entlastung bei der energetischen Sanierung“. Die Kohlendioxid-Einsparung dank der Umweltförderprogramme lag von Januar bis August dieses Jahres bei 33,7 Tonnen. Auch auf das Förderprogramm Einbruchschutz ging Klaus Brecht kurz ein. In diesem Jahr seien bisher zehn Anträge gestellt worden. Fünf Maßnahmen, von denen zwei noch aus dem letzten Jahr stammten, seien mit rund 5.600 Euro gefördert worden. Wie aus der Vorlage für den Gemeinderat hervorgeht, suchten 130 Personen telefonisch oder persönlich den Rat des Fachdienstes Umwelt zu den Fördermaßnahmen. Die Stadt geht davon aus, dass die Sanierungsrate durch die angestrebten Quartierskonzepte in den nächsten Jahren noch erhöht werden dürfte. Ein Sanierungsmanager oder eine Sanierungsmanagerin konnte trotz Stellenausschreibung aber noch nicht gefunden werden.

„Das Sanierungsmanagement wäre eine wichtige Maßnahme“, meinte Stadtrat Uwe Lindner (CDU). Die Gebäudeeigentümer müssten unterstützt werden. Auch die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur müsste hier ins Boot geholt werden, so Lindner. Er bedauerte, dass die Förderprogramme nur so zögerlich in Anspruch genommen würden. Sein Appell lautete daher, regen Gebrauch von den Programmen zu machen und damit auch einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. „Das Programm braucht das Sanierungsmanagement und gezielte Beratung“, meinte auch Stadträtin Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD). Den Sachstand nannte sie „enttäuschend“, die Umweltförderprogramme seien ein „stumpfes Schwert“ und die Kohlendioxid-Einsparung „eigentlich nicht feststellbar“. Man müsse „Synergien mit den Stadtwerken heben“, so Schröder-Ritzrau, die hier „ein wenig Licht am Ende des Tunnels“ sah. Es gebe kaum eine Stadt mit solchen Förderprogrammen, stellte Stadtrat Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) fest. Er regte noch mehr Kreativität und spektakuläre Aktionen an, um auf die Programme aufmerksam zu machen. Stadtrat Matthias Renschler (FDP) gab zu bedenken, dass die Förderung vielleicht nicht attraktiv genug sei und keinen Umbau finanziere. Nach wie vor seien die Umweltförderprogramme aber wichtig, seien aber wohl zu wenig bekannt. Man müsse die Leute darauf stoßen.

Information

Informationen zu allen Umweltförderprogrammen sind hier zu finden. Informationen gibt Christian Horny vom Fachdienst Umwelt, Tel. (0 62 27) 35-12 31, christian.horny[at]walldorf.de, bei ihm ist auch die Broschüre zu den Umweltförderprogrammen erhältlich.


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