20.01.2026, Startseite

Die Vision heißt „Wir wollen zusammen wachsen“

Pfarrer Bernhard Pawelzik blickt zuversichtlich auf das Zusammenwachsen der neuen Kirchengemeinde St. Aegidius.
Foto: Carina Kircher

Investitur-Gottesdienst der neuen katholischen Kirchengemeinde St. Aegidius

„Das ist kein Schlusspunkt, den wir setzen. Das ist ein Doppelpunkt: Es geht jetzt erst los“, sagt Pfarrer Bernhard Pawelzik. Er freut sich, „dass so viele da sind“, um in der Mauritiuskirche in Rot gemeinsam in einem feierlichen Gottesdienst die sogenannte „Investitur“ der katholischen Kirchengemeinde Wiesloch zu begehen – „die Tauffeier der am 1. Januar neu geborenen Pfarrei“, wie die Vorsitzenden des Pfarreirats, Clemens Gramlich (Walldorf) und Anke Beck (Gauangelloch), in ihrer Begrüßung erläutern. Die neue Pfarrei St. Aegidius vereint seit dem 1. Januar die ehemaligen vier Seelsorgeeinheiten Wiesloch-Dielheim, Walldorf-St. Leon-Rot, Leimen-Nußloch-Sandhausen und Letzenberg. Unter den zahlreichen Besuchern des Gottesdiensts und des anschließenden Empfangs im Pfarrheim ist auch der Walldorfer Bürgermeister Matthias Renschler.

Ordinariatsrat Thorsten Gompper, Leiter des Erzbischöflichen Seelsorgeamts der Erzdiözese Freiburg, verliest einen Brief von Erzbischof Stephan Burger und richtet dessen besonderen Gruß an die Gemeinde in Rot aus, deren Pfarrer Burger ab 1995 war. Dann nimmt er Pfarrer Pawelzik vor der versammelten Kirchengemeinde das Investiturversprechen ab. „Ich bitte Sie herzlich, ihn vertrauensvoll aufzunehmen“, sagt Gompper und segnet Pawelzik zusammen mit seinen engsten Kollegen, Georg Henn (stellvertretender Pfarrer), Gernot Hödl (leitender Referent), Heiko Wenz (Pfarreiökonom) und dessen Stellvertreter Nicolas Kneis. „Alles Gute und Gottes Segen für euer Wirken“, sagt Gompper. Beim Einzug in die Kirche werden sie und ihre Co-Zelebranten von über 70 Ministranten begleitet.

„Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, in unserer neuen Kirchengemeinde die Mitte für Gott freizuhalten“, sagt Pfarrer Pawelzik in seiner Ansprache. In der Kurpfalz seien alle gut im Anpacken und etwas auf die Beine stellen, was ein Gewinn, aber auch eine Gefahr sei, denn Kirche könne man nicht alleine „machen“, Kirche gehe nur mit Gottes Führung. Pfarrer Pawelzik zitiert den Seefahrer und Schriftsteller Gorch Fock: „Ich weiß nicht, wohin mich Gott führt. Ich weiß aber, dass er mich führt.“ Auf Gott dürfe die Kirchengemeinde immer vertrauen, denn Christus sei derselbe: gestern, heute und in Ewigkeit.

Die Messe ist geprägt von starker Symbolik: Auf dem Altar liegt das von Gemeindemitgliedern beim ersten großen Zusammentreffen der alten Kirchengemeinden im Sommer 2024 auf Schloss Unteröwisheim selbst gestaltete Tuch. Gemeindemitglieder, die sich im Entwicklungsprozess der Kirchengemeinde engagiert haben, bringen Gegenstände, die für Erfahrungen auf diesem Weg stehen: den Pilgerstab, der mit den Rom-Pilgern der Kirchengemeinde unterwegs ist; ein Brot mit dem Sauerteig, der zu Beginn der Kirchenentwicklung angesetzt wurde und zur Vision „Wir wollen zusammen wachsen“ inspirierte; die mobile Glocke, die von Ort zu Ort gereist war und mit der das Geläut aller Kirchen im Pfarrgebiet angehört werden konnte.

Das Motto der neuen Kirchengemeinde „zusammen wachsen“ präsentiert die Band Spurensuche mit einem Lied von Wilfried Röhrig, in dem es heißt: „Miteinander wachsen, dem Himmel entgegen, miteinander gehen auf Gottes Wegen.“ Grußworte sprechen Bürgermeister-Stellvertreterin Karin Geis (St. Leon-Rot), die Landtagsabgeordnete Christiane Staab und die Dekanin des Evangelischen Kirchenbezirks Südliche Kurpfalz, Katharina Treptow-Garben. Als Dankeschön an alle gibt es zum Schluss grüne Armbändchen mit dem Gemeindemotto. Und anschließend sind alle zum Empfang im Pfarrheim eingeladen.