18.02.2026, Startseite
Ein Austausch, von dem alle profitieren
Bürgermeister Matthias Renschler (4.v.re.) empfing die Teilnehmer des Programms „Afrika kommt!“ im Ratssaal. Foto: Stadt Walldorf
Afrikanische Nachwuchsführungskräfte zu Gast im Walldorfer Rathaus
Wie geht Walldorf mit den Steuereinnahmen um? Welchen Einfluss hat Walldorf auf die Bundespolitik? Warum wollten Sie Bürgermeister werden? Die Teilnehmer des Programms „Afrika kommt!“ haben bei ihrem Besuch im Walldorfer Rathaus viele Fragen an den Bürgermeister, der die Gruppe im Ratssaal herzlich in Empfang nimmt. Begleitet werden die zehn jungen Afrikaner, die aus sieben verschiedenen Ländern kommen und im Rahmen von „Afrika kommt!“ bei SAP in Walldorf arbeiten, von Anja Rosker, die den Besuch im Rathaus organisiert hat, und von Sonja Pollok, die zusammen mit Ilka Wiskemann und Elisabeth von Falkernhausen seitens der SAP das Programm verantworten.
„Afrika kommt!“ bringt engagierte afrikanische Nachwuchsführungskräfte mit führenden deutschen Unternehmen zusammen. Ziel des Programms ist es, dass die Unternehmen von der fachlichen Kompetenz, den lokalen Netzwerken und der afrikanischen Perspektive der jungen Talente profitieren. Gleichzeitig erhalten diese die Möglichkeit, umfassende Einblicke in die deutsche Wirtschaft, unternehmerische Praxis sowie in Gesellschaft und Kultur Deutschlands zu gewinnen. Das Programm wurde 2008 von 19 deutschen Unternehmen ins Leben gerufen.
Zum Einstieg wird der neue Imagefilm der Stadt gezeigt, der von den Besuchern mit anerkennendem Applaus honoriert wird. Danach lädt Bürgermeister Matthias Renschler die Besucher ein, im Rund des Ratssaals Platz zu nehmen – wo üblicherweise die Gemeinderäte ihre Sitzungen abhalten. „Stellen Sie gerne Ihre Fragen“, eröffnet der Bürgermeister das Gespräch, nachdem er einige Informationen zur Stadt, zum „berühmtesten Sohn“ Johann Jakob Astor, zum Stadtjubiläum in diesem Jahr und zu den Partnerstädten gibt.
Die Stipendiaten stellen sich zunächst der Reihe nach auf Deutsch vor: Yohannes Lilay kommt aus Äthiopien und arbeitet als Cloud Developer, Hind Taha kommt aus dem Sudan und arbeitet als Software Expert, und Moustapha Kebe kommt aus dem Senegal und ist als User Experience Developer tätig. Auch ihre Fragen an Matthias Renschler formulieren einige auf Deutsch, was den Bürgermeister sichtlich beeindruckt. Deutsch haben die Stipendiaten schließlich erst im Rahmen eines vierwöchigen Kurses in Bonn gelernt, den sie vor ihrem Einsatz bei der SAP absolviert haben. Man empfehle den Teilnehmern von „Afrika kommt!“, sich Sprachpartner im Unternehmen oder außerhalb zu suchen, um besser Deutsch zu verstehen und zu sprechen, erklärt Anja Rosker.
Bürgermeister Matthias Renschler findet den Gedanken des gegenseitigen Austauschs verschiedener Kulturen wirtschaftlich wie gesellschaftlich toll. „Hier in Walldorf leben Menschen aus über 90 Nationen, das ist gelebte Internationalität, auf die wir auch stolz sind.“ Die afrikanischen Stipendiaten lädt er auch dazu ein, die heimischen Festivitäten wie die zum Zeitpunkt des Besuchs stattfindenden Faschingsveranstaltungen oder das Jubiläumsfest Ende Juli zu besuchen. Man erwarte zu Letzterem auch viele Besucher aus den Partnerstädten, wie der Bürgermeister ausführt, als er auf die Bedeutung der verschiedenen Fahnen im Ratssaal hinweist. Was zur Nachfrage führt, was denn genau eine Partnerstadt ist. Diese und noch viele weitere Fragen aus der Runde, unter anderem zum durchaus komplizierten deutschen Steuerrecht, beantwortet Renschler gerne ausführlich und bekommt zum Abschied von den Teilnehmern ein T-Shirt überreicht. Die Stipendiaten von „Afrika kommt!“ wünscht er alles Gute und einen schönen Aufenthalt in Walldorf.