07.01.2026, Startseite
Ein breites Spektrum musikalischer Vielfalt
Freuen sich auf die kommenden Konzerte der Stadt: (v.li.) Bürgermeister Matthias Renschler, der Musikbeauftragte Dr. Timo Jouko Herrmann, Lena Zimmermann (Fachdienst Kultur und Sport) und der Erste Beigeordnete Otto Steinmann. Foto: Stadt Walldorf
„Konzerte der Stadt“: Vom Liederabend bis zum Jazz-Open-Air
Die traditionsreichen „Konzerte der Stadt Walldorf“ präsentieren sich 2026 wieder als feste Größe im kulturellen Leben. „Es ist uns ein Anliegen, den Bürgerinnen und Bürgern ein besonders vielfältiges Programm zu bieten, und wir decken ein breites musikalisches Spektrum ab“, sagt der städtische Musikbeauftragte Dr. Timo Jouko Herrmann. Bürgermeister Matthias Renschler freut sich auf „eine wunderbare Musikreise“ und ein „sehr schönes Programm“, das auch wieder Entdeckungen „abseits des Mainstreams“ verspricht. Gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Otto Steinmann stellen sie bei einem Pressgespräch das Programm der sechs Konzerte vor, die zwischen 29. Januar und 21. Mai jeweils donnerstags um 19 Uhr in der Laurentiuskapelle stattfinden und mit einem Open Air im Innenhof der Stadtbücherei am Mittwoch, 8. Juli, 20 Uhr, ihren Abschluss finden.
Den Auftakt der Konzertreihe bildet am Donnerstag, 29. Januar, der Liederabend „Letzte Reisen“. Dessen Titel bezieht sich laut Herrmann auf Franz Schuberts posthum veröffentlichten Liederzyklus „Schwanengesang“, der vom rastlosen Menschen auf Wanderschaft, der Trennung von der Heimat, aber auch dem Erleben der Natur handelt, und die „Songs of Travel“ von Ralph Vaughan-Williams, die auf Gedichten von Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“) basieren. Außerdem führen der am Nationaltheater Mannheim engagierte Bariton Nikola Diskic und der als Liedbegleiter hochgelobte Pianist Jonathan Ware drei thematisch dazu passende Stücke Timo Jouko Herrmanns auf, die er während des Corona-Lockdowns mit Bezug auf den Walldorfer Wald und nach Gedichten von Richard Dehmel, Joseph von Eichendorff und Conrad Ferdinand Meyer komponiert hat.
„Eine ganz besondere Stimmung“ verspricht Herrmann für das Konzert „Ich bin die Rose zu Saaron“ am Donnerstag, 5. März. „Es ist, als ob man in eine vergangene Zeit eintaucht.“ Das Berliner Ensemble Sprezzatura 22 entführt mit aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammenden Liedern und Romanzen der einst aus Spanien vertriebenen sephardischen Juden in eine faszinierende Welt und stellt dieser neue Instrumentalstücke gegenüber. Und das in ungewöhnlicher Besetzung: Neben June Telletxea (Sopran) und Wolfgang Eger (Percussion) spielt Andreas Arend nicht nur die Laute, sondern auch die Lyra Polyversalis, ein vergleichsweise junges Instrument, das Merkmale der Gitarre und der Viola da Gamba in sich vereinigt. „Man kann es zupfen, streichen und perkussiv verwenden“, macht Herrmann neugierig. Ähnlich besonders ist auch der Name des Ensembles: Der Begriff „Sprezzatura“ stammt aus der Frührenaissance und heißt so viel wie „studierte Lässigkeit“ – laut Herrmann ist damit gemeint, „etwas, das sehr kompliziert ist, ganz leicht aussehen zu lassen“.
Das Kammerkonzert des Gymnasiums kam im vergangenen Jahr sehr gut an und ist auch deshalb am Donnerstag, 19. März, wieder Bestandteil der Reihe. Junge musikalische Talente zeigen auf verschiedenen Instrumenten ein buntes und abwechslungsreiches Programm. „Es ist immer wieder beeindruckend, was die jungen Leute musikalisch können, und wir bieten ihnen damit ein wichtiges Forum“, freut sich Timo Jouko Herrmann. Bei diesem Konzert ist der Eintritt frei, allerdings sind Platzreservierungen erforderlich.
Bezug aufs Jubiläum „125 Jahre Stadtrechte“ nimmt der Klavierabend „In der Natur“ am Donnerstag, 16. April. „Walldorf ist von Natur umgeben und war es früher auch vom Wald“, sagt Herrmann. Pianist Victor Nicoara lädt zu einem klingenden Streifzug durch Feld, Wald und Flur ein. Ausgehend von der Waldromantik des 19. Jahrhunderts führt dieser über die expressive Musik der Jahrhundertwende hinein in die frühe Moderne. Zu hören sind unter anderem Werke von Franz Liszt, Robert Schumann, Richard Strauss und Jean Sibelius. „Ein ganz feines Programm und spannendes Repertoire“, freut sich Herrmann besonders auf Schumanns „Waldszenen“, einen selten gespielten Klavierzyklus, der den Hörer mitten in die Natur hinein versetze.
„Klangfarben im Dialog“ heißt es am Donnerstag, 21. Mai, mit dem Trio MelanJ. Meltem Özari-König (Flöte), Hyunji Lee (Klarinette) und Ganna Trofymchuk (Klavier) haben laut Herrmann „ein Faible für besondere Klangfarben“ und „eine unglaubliche Bühnenpräsenz“. Mit Werken von unter anderem Camille Saint-Saëns, Claude Debussy, Maurice Emmanuel und Ernest Bloch spannen sie einen weiten Bogen von der Romantik über den Impressionismus bis hin zur zeitgenössischen Musik. „Ein faszinierendes Programm, virtuos gespielt“, verspricht Herrmann.
Ausnahmsweise an einem Mittwoch (dem Spielplan der Fußball-Weltmeisterschaft geschuldet) findet am 8. Juli der Abschluss der Reihe statt: Das Open Air „Jazzclassics“ im Innenhof der Stadtbücherei hatte im vergangenen Jahr kurzfristig abgesagt werden müssen, weil gleich drei der Musiker erkrankt waren. Nun holt die Formation „5-to-Play“ um den Jazztrompeter Prof. Stephan Zimmermann und den vielfach gelobten Pianisten Paul Janoschka ihre Hommage an das New Yorker Label „Blue Note“ nach, auf dem einige der berühmtesten Kompositionen der Jazzgeschichte veröffentlicht wurden. Nicht nur Herrmann freut sich auf „einen schönen Sommerabend in einzigartigem Ambiente“. Und schon jetzt kündigt er an, dass in der zweiten Jahreshälfte die Walldorfer Musiktage mit einem gleichfalls sehr abwechslungsreichen Programm ganz im Zeichen des Jubiläums „125 Jahre Stadtrechte“ stehen werden.
Info: Eintrittskarten für die „Konzerte der Stadt“ gibt es im Vorverkauf (zehn Euro, ermäßigt sechs Euro) in Walldorf in der Buchhandlung Dörner und an der Rathaus-Pforte sowie an der Abendkasse.