18.08.2022, Leben in Walldorf

Forst will möglichst viele Bürger mit Holz versorgen

Der Brennholzverkauf steht aus mehreren Gründen unter schwierigen Vorzeichen

Das Forstrevier Rheintal-Nord, das auch für den Walldorfer Stadtwald zuständig ist, informiert über die Bezugsmöglichkeiten von Brennholz: Der Brennholzverkauf steht laut Förster Gunter Glasbrenner in diesem Jahr unter schwierigen Vorzeichen, dennoch kann eine begrenzte Menge Brennholz aus dem Gemeindewald bezogen werden.
Wegen des Krieges in der Ukraine steigen die Preise insbesondere im Energiesektor. Die Nachfrage nach Brennholz sei aus diesem Grund in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen, so der Förster. Gleichzeitig leide unser heimischer Wald unter den Folgen des Klimawandels. In den letzten Jahren seien viele Bäume abgestorben und weder als Bauholz noch als Brennholz nutzbar gewesen. Daher könne nicht einfach mehr Brennholz bereitgestellt werden. Im Gegenteil: Die verwertbaren Mengen gingen eher zurück. Zusätzlich hat sich durch die Forstreform der Zuständigkeitsbereich des Forstreviers verändert, das jetzt nur noch für Gemeindewälder zuständig ist. Auch dadurch hat sich die Menge an Brennholz, die an private Interessenten verkauft werden kann, stark reduziert.
Im Forstrevier Rheintal-Nord kann Brennholz ausschließlich als „Polterholz“ erworben werden. Die Bäume sind dann bereits gefällt und an den Waldweg gezogen. Dort können die zwischen drei und zehn Meter langen Stämme dann weiter aufgearbeitet und abtransportiert werden. Der Preis für einen Festmeter Polterholz (ein Festmeter = 1,4 Ster oder Raummeter) ist abhängig von der Baumart. Buche, Ahorn, Esche und Hainbuche kosten 80 Euro je Festmeter, Eiche und sonstiges Laubholz kostet 70 Euro je Festmeter. Diese Preise wurden vom Kreisforstamt verbindlich festgelegt.
Forst-Revierleiter Glasbrenner bemüht sich, möglichst vielen Wünschen nach Brennholz zu entsprechen. Jedoch bittet er auch um Verständnis, dass nur eine begrenzte Anzahl an Bestellungen berücksichtigt werden kann. Um möglichst viele Bürger mit Holz versorgen zu können, wird wie in den Jahren zuvor die Kontingentierung beibehalten. Pro Haushalt dürfen maximal zehn Festmeter Brennholz bezogen werden. Im Interesse aller bittet der Förster darum, nur so viel Holz zu bestellen, wie tatsächlich gebraucht wird.
Brennholz kann in diesem Jahr voraussichtlich letztmals persönlich während der Sprechstunden des Forstreviers auf dem Rathaus bestellt werden. Ab dem nächsten Jahr kann Brennholz voraussichtlich nur noch online bestellt werden. Die erste Sprechstunde zur Brennholzbestellung findet am 19. Oktober, 17 bis 18 Uhr, auf dem Rathaus, Raum 132, 1. OG, statt. Vor dem Sprechstundenzimmer können Nummern gezogen werden. Die Interessenten werden dann in der Reihenfolge der Nummern aufgerufen. Auch Fragen im Zusammenhang mit Brennholz können ausschließlich in den Forstsprechstunden beantwortet werden, nicht per E-Mail. Die Revierleitung bittet hierfür um Verständnis. Da das Holz erst im Januar/Februar 2023 aufgearbeitet wird, kann bestelltes Brennholz erst in den Monaten Februar bis April 2023 zugeteilt werden.

Alternativ kann Brennholz aus dem Staatswald beim Landesbetrieb ForstBW über die Website www.forstbw.de/produkte-angebote/holz/bhf/ bestellt werden.


Das Kreisforstamt weist darauf hin, dass Brennholz nicht alleine aufgearbeitet werden darf. Sobald die Motorsäge eingesetzt wird, muss die Rettungskette sichergestellt sein, die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung ist zu tragen. Für die Aufarbeitung darf nur Bio-Sägekettenhaftöl und Sonderkraftstoff (Alkylatbenzin) verwendet werden. Voraussetzung für die Vergabe von Brennholz ist der „Motorsägenschein“, der bei der Arbeit im Wald mitzuführen ist.