28.01.2026, Startseite

Investitionen in Rekordhöhe

Der Gemeinderat hat den Haushaltsplan für 2026 einstimmig verabschiedet. Foto: Stadt Walldorf

Gemeinderat verabschiedet Haushaltsplan einstimmig

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend den Haushaltsplan für das laufende Jahr einstimmig verabschiedet. Nach der Einbringung des Zahlenwerks Anfang Dezember und der folgenden Beratung im Finanzausschuss hat es nur „wenige Veränderungen“ an den Zahlen gegeben, wie Kämmerer Boris Maier erläuterte. Im Ergebnishaushalt sind Erträge in Höhe von 296 Millionen Euro sowie Aufwendungen von 263,5 Millionen vorgesehen. Der voraussichtliche Finanzierungsmittelbedarf, der aus der Liquiditätsreserve gedeckt werden muss, beträgt knapp über 114 Millionen Euro. 

Beschlossen wurde auch der Wirtschaftsplan des städtischen Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft. „Wir haben den Fehlbetrag über die Jahre sukzessive verringern können“, berichtete Eigenbetriebs-Leiter David Högerich. 2026 wird ein Jahresverlust von 49.000 Euro erwartet – im ersten Wirtschaftsplan vor zwölf Jahren hatte der Fehlbetrag noch bei 600.000 Euro gelegen.
Wie üblich lebt der Haushalt der Stadt von hohen Einnahmen, die vor allem aus der Gewerbesteuer rühren, und von gleichfalls hohen Ausgaben, die im laufenden Jahr vor allem bei den Umlagezahlungen und den Investitionen anstehen. „Wir hatten 2024 sehr hohe Steuereinnahmen, sodass wir jetzt mit den Umlagen über den Erträgen aus der Gewerbesteuer liegen“, sagte der Kämmerer. Nach der Systematik des Finanzausgleichs schlagen die bei der Kommune landenden Steuerzahlungen immer zwei Jahre später als Ausgaben zu Buche, die als Umlagen abzuführen sind. So hatte sich die Stadt zwar 2024 über 211 Millionen Euro an Einnahmen aus der Gewerbesteuer freuen dürfen, muss aber nun in den sauren Apfel beißen, insgesamt 174 Millionen Euro an Kreis-, Finanzausgleichs- und Gewerbesteuerumlage weiterzureichen. Dass die Kreisumlage mit 74,7 Millionen zum „Spitzenreiter“ in dieser Kategorie wird, ist für den Kämmerer ein Novum. „Mir gedenkt’s nicht, wann das das letzte Mal der Fall war“, sagt Boris Maier. An Gewerbesteuereinnahmen plant er dieses Jahr mit 170 Millionen Euro. Ein großer Posten auf der Ausgabenseite sind neben den Umlagen die Personalkosten der Stadt, die 2026 auf über 26 Millionen Euro klettern.

Während der Ergebnishaushalt ein ordentliches Ergebnis von 32 Millionen Euro ausweist, sieht es laut dem Kämmerer „im Finanzhaushalt nicht ganz so rosig aus“. Denn der bildet nur die tatsächlichen Geldflüsse ab und ist deshalb sowohl um die Abschreibungen als auch um die Auflösung der in den Vorjahren gebildeten Rückstellungen für Umlagezahlungen bereinigt: So wird aus dem Plus ein Minus und es bleibt ein Mittelbedarf von 17 Millionen Euro. Der erhöht sich noch durch die Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit: Von den 100 Millionen Euro sind rund 75 für Baumaßnahmen eingeplant. „Wir haben große Projekte vor uns“, sagt Maier und spricht von einer „Rekordhöhe“. Eingeplant sind unter anderem 24 Millionen für die beiden Wohnungsbauprojekte in der Heidelberger-/Hebelstraße und in der Wieslocher Straße, 14 Millionen für die Sanierung und Erweiterung der Waldschule sowie zwölf Millionen für das Pflegezentrum, für dessen Neubau in diesem Jahr mit dem ersten Spatenstich der Startschuss fallen soll.

Die Liquiditätsreserve der Stadt, Ende 2025 auf einem Stand von 707 Millionen Euro, wird durch die Entnahme der 114 Millionen und voraussichtlich weiterer 130 Millionen im Jahr 2027 zwar deutlich schrumpfen, sollte bei planmäßigem Verlauf der Haushalte und trotz der Finanzierung der Großprojekte wie Pflegeheim und Feuerwehrhaus Ende 2029 aber noch rund 332 Millionen und damit ungebundene Mittel von 132 Millionen Euro enthalten.

David Högerich erläuterte die wichtigsten Zahlen des Wirtschaftsplans des Eigenbetriebs. Dass sich dessen Erträge gegenüber 2025 um rund 600.000 Euro auf knapp über 3,1 Millionen erhöhen, liegt nach seinen Worten nicht etwa an Mieterhöhungen, sondern an der Übertragung weiterer durch die Stadt erworbener Immobilien. Dem steht ein ambitioniertes Investitionsprogramm mit Ausgaben von 3,3 Millionen gegenüber, das hauptsächlich energetischen Modernisierungsmaßnahmen dient.
Für den Gemeinderat nahmen Mathias Pütz (CDU), Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD), Paula Glogowski (FDP),, Maximilian Himberger (Bündnis 90/Die Grünen) und Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) Stellung zum Haushalt. Die ausführlichen Haushaltsreden werden nach der Landtagswahl in der Walldorfer Rundschau veröffentlicht.