02.01.2026, Startseite

Sternsinger machen sich gegen Kinderarbeit stark

Der Erste Beigeordnete Orro Steinmann (re.) begrüßt die Sternsinger bei ihrem traditionellen Besuch im Rathaus. Foto: Carina Kircher

Besuch im Rathaus zum Auftakt der Aktion Dreikönigssingen

„Ich freue mich, dass sich so viele von euch engagieren und auch bei kalten Temperaturen von Haus zu Haus gehen“, begrüßt der Erste Beigeordnete Otto Steinmann gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen die Walldorfer Sternsinger im Rathaus. Wie es gute Tradition ist, erfolgt ihr Besuch gleich zum Auftakt der Aktion Dreikönigssingen am 2. Januar. Die steht in diesem Jahr unter dem Motto „Schule statt Fabrik“, wie Steinmann erklärt. „Es geht darum, Spenden zu sammeln und sich dafür stark zu machen, dass Kinder in die Schule können und nicht arbeiten müssen.“

„Weltweit arbeiten Millionen von Kindern, teilweise unter gesundheitsschädlichen und gesundheitsgefährdenden sowie ausbeuterischen Umständen“, sagt Steinmann weiter. Deshalb freue er sich, „dass ihr euch hier in Walldorf einbringt und auf den Weg macht, zu helfen“. Damit leisteten die Walldorfer Sternsinger ihren Beitrag dazu, dass die Bekämpfung der Kinderarbeit weltweit besser gelingen könne. „Dafür vielen Dank“, sagt der Erste Beigeordnete. Neben einem Geldbetrag für die Sammelbüchse überreicht er den Sternsingern, die wieder von Jugendlichen aus Reihen der KJG und der Ministranten begleitet werden, auch etwas Wegzehrung für den weiteren Nachmittag. Die Sternsinger bringen ihren Segensspruch „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) an der Eingangstür des Rathauses an.

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ schreibt in einer Pressemitteilung zum diesjährigen Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“: Die Weltgemeinschaft habe ihr Ziel, Kinderarbeit bis zum Jahr 2025 zu beenden, nicht erreicht. Stattdessen arbeiteten 138 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, darunter 54 Millionen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Produkte aus Kinderarbeit gelangten auch in Deutschland in den Handel.

Partnerorganisationen der Sternsinger setzten sich in vielen Ländern dafür ein, Kinder aus Arbeit zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Sie organisieren laut dem Kindermissionswerk Förderkurse, um Kinder wieder einzuschulen und zu verhindern, dass sie die Schule abbrechen. Die Partnerinnen und Partner helften arbeitenden Jugendlichen, einen Abschluss zum Beispiel an Abendschulen zu machen. Sie sensibilisierten Eltern, Gemeinden, Unternehmen und Behörden für Kinderrechte, insbesondere für die Rechte auf Schutz und Bildung. Nur wenn diese Rechte umgesetzt würden, lasse sich der Teufelskreis von Armut, Kinderarbeit und fehlenden Aufstiegschancen durchbrechen.

Beispielland der diesjährigen Sternsingeraktion ist Bangladesch. Dort leben laut dem Kindermissionswerk etwa ein Drittel der 167 Millionen Einwohner in Armut. In der Pressemitteilung heißt es: „Um zum Familienunterhalt beizutragen, brechen viele Kinder die Grundschule ab und gehen arbeiten. Trotz Fortschritten im Kampf gegen die Kinderarbeit arbeiten in Bangladesch noch rund 1,8 Millionen Kinder, darunter 1,1 Millionen unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen. Zwei Projekte zeigen, wie das Engagement der Sternsinger dazu beiträgt, Kinderarbeit zu bekämpfen: Die Caritas Bangladesch bildet Kinder und Jugendliche armer und benachteiligter indigener Bevölkerungsgruppen aus. Sie sensibilisiert Eltern für das Recht auf Bildung und vermittelt ihnen, dass der Schulbesuch ihren Kindern bessere Zukunftschancen bietet. Die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation (ARKTF) befreit in der Region Jessore in Westbangladesch Kinder und Jugendliche aus gesundheitsschädigenden Arbeitsverhältnissen.
Das ARKTF-Team unterstützt die (Wieder-)Einschulung oder Ausbildung der jungen Menschen. Außerdem sensibilisiert der Projektpartner Kinder, Eltern, Arbeitgeber, lokale Behörden und Regierungsmitarbeitende für die Kinderrechte.“