21.01.2026, Startseite
Zwölf Klassenzimmer sollen Raumbedarf am Schulzentrum decken
Voraussichtlich für mehrere Jahre wird der Parkplatz östlich der Sporthalle als Ausweichraum für die Containerlösungen dienen.
Foto: Stadt Walldorf
Brandschutz und G9 machen Interimsgebäude in Modulbauweise notwendig
Im Hauptgebäude des Schulzentrums muss mit einer umfangreichen Sanierung der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht werden. Darauf hat sich der Gemeinderat schon vor geraumer Zeit verständigt. Nun wurden auch die notwendigen Interimsräume auf den Weg gebracht, die dem Gymnasium und der Theodor-Heuss-Realschule während der Baumaßnahme zur Verfügung gestellt werden. „Wir haben das Raumkonzept gemeinsam mit den Schulen entwickelt“, sagte Stadtbaumeister Andreas Tisch. Das dreistöckige Gebäude in Modulbauweise, das Platz für zwölf Klassenzimmer bietet, soll auf dem Parkplatz östlich der Sporthalle errichtet werden. Nach der einhelligen Zustimmung des Gemeinderats läuft nun die konkrete Planung an.
Die Brandschutzmaßnahme soll in mehreren Abschnitten umgesetzt werden, sodass voraussichtlich während der Sanierung meist neun Klassenzimmer nicht zur Verfügung stehen. Für diese Räume in der Baustelle muss Ersatz geschaffen werden. Außerdem entwickelt sich am Gymnasium durch die Wiedereinführung von G9 zusätzlicher Raumbedarf, den man ebenfalls zunächst durch die Interimsräume abdecken will – auf längere Sicht wird allerdings ein Erweiterungsbau notwendig werden, der nach ersten Diskussionen in einer Klausurtagung des Gemeinderats westlich des Hauptgebäudes entstehen soll. Wert legt das Gremium allerdings darauf, dass die Schülerzahl an beiden Schulen nicht weiter ansteigen soll.
Die für eine voraussichtliche Dauer von sechs bis acht Jahren im Interimsgebäude zu schaffenden zwölf Klassenzimmer sollen für bis zu je 30 Schüler ausgelegt und rund 70 Quadratmeter groß sein. Laut dem Stadtbaumeister haben die Schulen dafür plädiert, den Bau „möglichst nicht auf Sport- oder Schulhofflächen“ zu errichten, weil er diese über mehrere Jahre blockieren würde. Deshalb sei der Parkplatz östlich der Sporthalle der beste Standort. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist es wirtschaftlicher, die Modulanlage zu kaufen, statt sie zu mieten. Zum Zeitablauf erklärte der Stadtbaumeister, die Ausschreibung für die Anlage solle noch 2026 erfolgen, dann könne sie ab Anfang 2027 errichtet werden. „Wenn die Interimsräume stehen, können wir im Schulzentrum mit der Sanierung beginnen“, sagte Tisch.
Uwe Lindner (CDU) sagte, es sei dringend, den Brandschutz umzusetzen. Wichtig sei, mit dem Interimsgebäude keinen der für die Pausen und die Bewegung benötigten Bereiche zu belegen. Dem Raumprogramm und dem Kauf der Module könne seine Fraktion zustimmen. Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) sagte: „Der Platz scheint uns der optimale, wir folgen gerne den Wünschen der Schulen.“ Ohnehin sei die Abstimmung mit den Schulen wichtig. Und man brauche Lösungen, „die den pädagogischen Mindestanforderungen genügen“.
Der Brandschutz sei „unabdingbar und nicht weiter aufschiebbar“, erklärte Günter Lukey (FDP). Zudem entstehe durch die Umstellung auf G9 ein erhöhter Raumbedarf. Er mahnte, es dürfe „auf keinen Fall“ zu einem weiteren Anstieg der Schülerzahl kommen. Für Moritz Winnes (Bündnis 90/Die Grünen) muss die Stadt den Anspruch haben, die benötigten Räume „bestmöglich zur Verfügung zu stellen“. Der Unterricht dürfe darunter nicht leiden. Und der Standort sei sinnvoll ausgewählt: „Der Eingriff in die Grünfläche ist nicht dramatisch, sie hat ihre besten Zeiten hinter sich.“