01.04.2026, Startseite

„Auf dem Weg in die richtige Richtung“

Photovoltaikanlagen zieren immer mehr Dächer der Walldorfer Wohngebäude – inzwischen ist es jedes Zweite. Foto: Stadt Walldorf

Photovoltaikanlagen decken 80 Prozent des privaten Strombedarfs

Die Stadt Walldorf hat im Jahr 2025 über ihre Umweltförderprogramme rund 2,2 Millionen Euro an Zuschüssen ausbezahlt. Darüber informierte Alena Müller, die Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Ordnung, den Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung. „Der absolute Großteil geht in die Solarenergie“, sagt sie mit Blick auf mehr als 1,9 Millionen, die in die beiden Photovoltaik-Förderprogramme flossen. Inzwischen sind laut der Verwaltungsvorlage rund die Hälfte aller Walldorfer Wohngebäude mit PV-Anlagen ausgestattet. Sie decken etwa 80 Prozent des Stromverbrauchs der privaten Haushalte ab. „Wir sind definitiv auf dem Weg in die richtige Richtung“, sagte Alena Müller.

Dabei haben nach wie vor die privaten Maßnahmen die Nase deutlich vorn: Mit 1,8 Millionen Euro an Fördergeldern wurden 281 Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 2,4 Megawattpeak (MWp) installiert. Sie können jährlich rund 886 Tonnen CO2 einsparen. Zum Vergleich: Über das Förderprogramm Photovoltaik für Nichtwohngebäude wurden nur knapp 50.000 Euro an insgesamt vier Gewerbetreibende ausbezahlt. Die Anlagenleistung von 223 Kilowattpeak (kWp) hilft, jährlich 77 Tonnen CO2 einzusparen. Gefördert wurden außerdem Batteriespeicher und Balkonanlagen. Die 2025 neu geschaffene Förderung von Parkplatzüberdachungen mit Photovoltaik wurde laut Alena Müller bisher noch nicht in Anspruch genommen.

Rund 190.000 Euro hat die Stadt im Bereich „Bauen und Sanieren“ ausbezahlt, darunter mehr als 140.000 Euro für energetische Sanierungen. Bei der Gebäudetechnik wurden fünf Erdwärmepumpen mit zusammen 62.500 Euro bezuschusst. Und das Förderprogramm für Zweiräder, ob elektrisch oder konventionell, wurde 50-mal in Anspruch genommen – die Fördersumme liegt bei zusammen rund 18.000 Euro.

„Die Förderprogramme leisten einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung“, sagte Katrin Siebold (CDU). Dass man schon 80 Prozent des privaten Strombedarfs über Photovoltaik produziere, „finde ich super“, fügte sie an. Und dass die Programme insgesamt gut angenommen werden, unterstreiche ihre „passgenaue Ausrichtung auf aktuelle gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen“. Die Photovoltaik-Förderung ist für Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD) „das zentrale Instrument zur CO2-Einsparung“. Mit der Förderung von Balkonanlagen schließe man „die Lücke für Menschen mit kleinerem Geldbeutel“. Bei den Maßnahmen zur energetischen Sanierung könne man dagegen ihrer Ansicht nach „mehr erreichen“.

Dagmar Criegee (FDP) sah in den ausgezahlten Summen „ein deutliches Zeichen für den hohen Stellenwert des Klimaschutzes in unserer Stadt“. Das zeige, „dass die Bürger rechnen können“. Ihr Appell: „Denken Sie daran, vor einer energetischen Sanierung einen Förderantrag zu stellen.“ Für Nele Böhm (Bündnis 90/Die Grünen) helfen die Förderprogramme den Bürgerinnen und Bürgern, „den ersten Schritt zu gehen“. Die hohe Summe der PV-Förderung sei wieder „ein starkes Ergebnis“. Und es sei ein wichtiges Signal, dass die Förderprogramme allen offen stünden. Die Stadt, so Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf), unterstütze die Bürger aktiv dabei, „etwas zum Klimaschutz beizutragen“. Damit seien die Förderprogramme „ein großartiges Instrument“, um die Stadt noch lebenswerter zu gestalten.