Sprachförderung
Sprachbildung als zentraler Bestandteil pädagogischer Qualität in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen
Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und zentrales Thema der Bildungspolitik in Baden-Württemberg. Sie ist wesentliche Voraussetzung für Bildung, Teilhabe und soziale Integration. Jedes Kind verfügt von Geburt an über die Fähigkeit und das Bedürfnis zu kommunizieren und Sprache zu erwerben. Die Förderung der Kinder in ihrer Umgebungs- und Schulsprache Deutsch ist Walldorf seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen in der pädagogischen Arbeit. Gute Sprachkenntnisse erleichtern den Zugang zu Bildung wesentlich. Die Sprachförderung steht mit der „alltagsintegrierten“ Förderung einerseits und der externen „additiv-kompensatorischen“ Förderung auf der anderen Seite auf zwei Säulen.
Alltagsintegrierte Sprachförderung
Die kommunalen Kindertageseinrichtungen Haus der Kinder, Kommunaler Kindergarten und KiTa Astorhaus haben sich wie auch der Evangelische Kindergarten für die alltagsintegrierte Sprachförderung entschieden. Sie schaffen innerhalb der täglichen Arbeit verlässliche, wertschätzende und anregende Rahmenbedingungen. Die Wertschätzung von Mehrsprachigkeit sowie das Einbeziehen unterschiedlicher Kommunikationsformen – einschließlich nonverbaler und unterstützter Kommunikation – sind fester Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Ziel ist es, allen Kindern – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – Zugang zu Sprache und Schriftkultur zu ermöglichen, Freude an Sprache zu wecken und tragfähige Grundlagen für den weiteren Bildungsweg zu legen. Der systematische Erwerb der Schriftsprache als Aufgabe der Schule wird von den Kindertageseinrichtungen entwicklungsangemessen vorbereitet.
In den kommunalen Einrichtungen und im Evangelischen Kindergarten greifen die Sprachförderkräfte diese Situationen auf und gehen in kleinen Gruppen oder mit einzelnen Kindern in den Dialog. Dieser wird nicht als isoliertes Sprachtraining verstanden, sondern als gezielte Unterstützung und Begleitung der Sprachentwicklung durch reflektiert eingesetztes sprachförderliches Interaktionsverhalten oder in den Alltag integrierte sprachanregende Angebote.
Externe Sprachförderung
Neben der alltagsintegrierten Sprachförderung unterstützt die Stadt seit über 20 Jahren die sprachliche Entwicklung der Kinder zusätzlich durch das freiwillige Angebot der externen Sprachförderung. Die Kindergärten in der Trägerschaft der katholischen Kirche, die Walldorfer Grundschulen und die Sambuga-Schule haben sich für die zusätzliche „externe Sprachförderung“ entschieden. Dort gestalten pädagogische Fachkräfte vielfältige Kommunikations- und Lernsituationen und nutzen spezifische, fachdidaktische Materialien,um Grammatik, Wort- und Satzbau der deutschen Sprache altersadäquat zu vermitteln. Dabei erweitern die Kinder ihren aktiven Wortschatz und lernen Strategien für einen sicheren Umgang mit der Schulsprache Deutsch. Die pädagogischen Fachkräfte der externen Sprachförderung agieren dabei als Sprachvorbilder, erkennen individuelle Entwicklungsstände und unterstützen Kinder im Spracherwerb fachlich fundiert, feinfühlig und ressourcenorientiert.
Innerhalb dieser Fördermaßnahmen wird die Sprachkompetenz der Kinder durch ein wissenschaftlich gestütztes Vorgehen gezielt und systematisch erarbeitet. Dazu ist es zunächst notwendig, den individuellen Sprachstand des Kindes durch geeignete, standardisierte Verfahren zu erfassen, um dann Förderpläne mit individuellen Zielkompetenzen zu entwickeln. In kleinschrittigen Fördermaßnahmen, die auf der aktuellen Spracherwerbsforschung und Sprachdidaktik basieren, werden sprachliche Inhalte erklärt, vermittelt und geübt. So werden die Kinder beim Auf- und Ausbau ihres individuellen sprachlichen Könnens unterstützt. Manche Kinder benötigen zusätzliche Unterstützung im Spracherwerb. Stellen Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer in diesen Einrichtungen einen Förderbedarf bei einem Kind fest, der über die Notwendigkeit einer alltagsintegrierten Förderung hinausgeht, informieren sie in Abstimmung mit der jeweiligen Leitung die Eltern über die Möglichkeit der zusätzlichen, externen Sprachförderung. In der weiteren Zusammenarbeit legen die Förderkräfte der externen Sprachförderung besonderen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und den Kooperationspartnern in Kindergarten und Schule.
