29.04.2026, Startseite

Der Vollzugsdienst leistet wichtige Arbeit

Die stationären Geschwindigkeitsmessanlagen sorgen für eine überwiegend vernünftige Fahrweise. Foto: Stadt Walldorf

Jahresstatistik im Gemeinderat präsentiert

Im kommunalen Vollzugsdienst sind aktuell sieben Vollzeitkräfte beschäftigt.  Laut der Statistik für 2025, die jetzt Alena Müller (Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Umwelt) im Gemeinderat vorstellte, haben sie im vergangenen Jahr 3557 Verwarnungen im ruhenden Verkehr ausgesprochen, viele davon im Zuge von Abend- und Wochenenddiensten. 189 Geschwindigkeitsmessungen führten zu 14.089 Anzeigen. Und es wurden 154 Spät- und Nachtdienste mit dem Schwerpunkt Kriminalprävention durchgeführt, in denen es unter anderem um Verstöße gegen Satzungen und Verordnungen, Ruhestörungen oder die Poserproblematik ging. Alena Müller berichtete zudem von 87 illegalen Müllentsorgungen.

Die Verwaltungsvorlage zur Sitzung zeigt auf, dass die städtischen Vollzugsbediensteten daneben bei zahlreichen Veranstaltungen und sonstigen Ereignissen in Walldorf wie Silvester, Kerwe, Spargelmarkt, Martins- und Sommertagszug, Wahlen, Weihnachtsmarkt und Fußballspielen Dienst leisten und so zu einer sicheren und ordnungsgemäßen Durchführung beitragen. Aufgrund des Personalmangels bei der Polizei habe der städtische Vollzugsdienst in den letzten Jahren zusätzliche Aufgaben, speziell im Bereich Gefahrenabwehr, Prävention und Veranstaltungen, übernommen. Die Zusammenarbeit mit dem Polizeirevier Wiesloch und dem Posten Walldorf funktioniere hervorragend. Angesichts der veränderten Aufgabenstellung und der erweiterten Dienstzeiten sei die personelle Aufstockung in den letzten Jahren erforderlich und sinnvoll gewesen und habe sich bestens bewährt.

Alena Müller präsentierte außerdem die Auswertung der stationären und mobilen Geschwindigkeitsmessungen für 2025. Die Zahlen zeigten, dass die dauerhaft installierten Anlagen überwiegend zu einem regelkonformen Fahrverhalten beitragen. An den Standorten in der Ringstraße und der Schwetzinger Straße lägen die Beanstandungsquoten konstant auf einem sehr niedrigen Niveau von 0,12 Prozent. In der Hauptstraße liegt die Quote mit 1,36 Prozent um einiges höher. „Das ist durchaus beachtlich für eine stationäre Anlage“, sagte die Fachbereichsleiterin, allerdings habe man dort dennoch „kein massives Geschwindigkeitsproblem“. Die höchste gemessene Geschwindigkeit habe bei 69 km/h gelegen. Auch die Quote von 5,74 Prozent in der Heidelberger Straße relativiere sich insofern, dass dort Schrittgeschwindigkeit gilt und rund zwei Drittel der Überschreitungen von Radfahrern verursacht worden seien. Einzelfälle erheblicher Überschreitungen wie beispielsweise 98 km/h in der Schwetzinger Straße unterstreichen aus Sicht des Ordnungsamtes aber „das weiterhin vorhandene Gefahrenpotenzial und bestätigen die Notwendigkeit kontinuierlicher Überwachungsmaßnahmen“.

Mobile Messungen ergaben eine Beanstandungsquote von knapp über 17 Prozent („das ist durchaus normal“, so Alena Müller), wobei die Überschreitungen überwiegend im unteren Bereich gelegen hätten. Ein Ausreißer nach oben seien 67 km/h im Schlossweg gewesen. Geblitzt wird seit diesem Jahr auch in der Nußlocher Straße, seit die Stadt hier tätig werden darf. Nach der Einführung von Tempo 30 habe man bei drei mobilen Messungen 1050 Fahrzeuge gemessen: 58 Fahrzeuge seien zu beanstanden gewesen, das entspricht einer Quote von 5,5 Prozent. Mit der wärmeren Jahreszeit rechne man auch wieder vermehrt mit Posern.

„Es wird deutlich, dass die Kräfte benötigt werden“, sagte Petra Marx (CDU) zur Statistik des Vollzugsdiensts. Dessen sichtbare Präsenz sei „ein wichtiger Beitrag zum Sicherheitsgefühl unserer Bürger“. Die Geschwindigkeitsmessungen tragen aus ihrer Sicht „zur Verkehrssicherheit bei“ und wirkten sich „positiv auf das Fahrverhalten“ aus. „Die Verkehrsüberwachung wirkt, ist aber keineswegs entbehrlich“, sagte Christian Schick (SPD). Beim Vollzug werde deutlich, „wie breit das Aufgabenspektrum ist“. Sorge bereite ihm „der Schutz unserer Mitarbeitenden“, wenn diese Beleidigungen und Ähnlichem ausgesetzt seien. „Gewalt jeglicher Art gegen Personen ist absolut inakzeptabel“, sagte dazu auch Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf), die es als „kritischen Punkt“ bezeichnete, dass der Vollzug zunehmend Aufgaben der Polizei übernehmen müsse.

Die FDP verstehe den Vollzugsdienst „als Ansprechpartner und Bindeglied zwischen Bürgern und Polizei“, sagte Günter Lukey. Das Aufgabenspektrum sei groß, die Arbeit verlagere sich vermehrt in die Abend- und Nachtstunden. Das erhöhe das Sicherheitsgefühl, auch die Geschwindigkeitsmessungen zeigten Ergebnisse. Für Wilfried Weisbrod (Bündnis 90/Die Grünen) leistet der Vollzug „einen wichtigen Beitrag zur Prävention“. Als „interessant“ stufte er die Höhe der eingezogenen Verwarnungsgelder ein, aus denen 2026 300.000 Euro eingeplant seien. Die Personalkosten lägen aber bei 600.000 Euro, „das sollte zum Nachdenken anregen“, meinte er. „Walldorf kann den Fokus auf die Sicherheit der Bürger legen“, wollte Alena Müller diese Verknüpfung aber nicht mitgehen, zumal der Vollzug noch viele weitere Aufgaben habe.