28.05.2026, Startseite

Die städtische Förderung geht mit der Zeit

Die Stadt fördert seit 1990 in verschiedenen Bereichen – die Solaranlagen sind zurzeit besonders gefragt. Archivfoto: Stadt Walldorf

Gemeinderat beschließt die überarbeiteten Umweltförderprogramme

Die Umweltförderprogramme der Stadt sollen noch attraktiver für die Bürgerinnen und Bürger werden. Das war das Ziel der jüngsten Überarbeitung der Programme, die bereits im Ausschuss für Technik, Planung, Umwelt und Verkehr sowie im Arbeitskreis Klima diskutiert worden waren. Alena Müller, Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Umwelt, stellte die wichtigsten Änderungen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor, der anschließend einstimmig die Fortführung der Förderprogramme bis Ende 2027 beschloss. Die neuen Richtlinien gelten rückwirkend zum 1. Januar 2026, bereits bewilligte Anträge bleiben davon unberührt und niemand soll durch die Änderungen schlechter gestellt werden.

Die Förderprogramme sollen private Haushalte, aber auch Unternehmen motivieren, in Klimaschutz, Energieeffizienz und mehr Grün im Stadtgebiet zu investieren. Über finanzielle Zuschüsse der Stadt werden Maßnahmen unterstützt, die Treibhausgasemissionen senken, die Anpassung an den Klimawandel fördern und zur Erreichung der Walldorfer Klimaleitziele beitragen. Seit der Einführung der ersten Zuschussmöglichkeiten (Regenwassernutzung und Solarthermie im Jahr 1990) und dem kontinuierlichen Ausbau auf heute 22 Umweltförderprogramme wurden 3686 Zuschüsse mit einem Gesamtvolumen von über 11,2 Millionen Euro ausgezahlt.

Eine der Änderungen betrifft das Programm „Energetische Sanierung der Gebäudehülle“, dessen Zuschüsse nur in Kombination mit einer Antragstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA) gewährt werden. „Diese Maßnahmen sind vergleichsweise teuer“, sagte Alena Müller, weshalb die städtische Förderung nun verdoppelt wird. Das Rechenbeispiel: Bei einem Einfamilienhaus mit Baukosten von 60.000 Euro ergab sich bislang eine Gesamtförderung von 18.000 Euro (20 Prozent Bundes- und zehn Prozent städtische Förderung), wodurch der Großteil der Kosten von den Haushalten getragen werden musste. Nun wurde der Zuschuss der Stadt analog zur Bundesförderung angehoben (gedeckelt auf 25.000 Euro) und kann sich durch einen Förderzuschlag für die Verwendung nachhaltiger Dämmstoffe um weitere 20 Prozent erhöhen (gedeckelt auf maximal 30.000 Euro).

Neu ist das Förderprogramm „Effizient heizen“, in das das bisherige Programm „Erdwärmepumpe“ integriert wurde. Es deckt drei Bereiche ab: gering-investive Maßnahmen zur Heizenergieeinsparung, investive Maßnahmen zur Optimierung des Heizsystems und das Heizen mit Wärmepumpen. Umbenannt wird das bisherige Programm „(Elektrische) Zweiräder“, das nun „Elektrische und nicht-elektrische Zweiräder und Dreiräder“ heißt und auch eine Förderung für minderjährige Familienmitglieder vorsieht. Das Programm „Wallbox“ wird zur Klarstellung um den Begriff „abseits des eigenen Wohngrundstückes“ ergänzt. Erhöht wird der Zuschuss für den Neubau eines Passivhauses (von 5000 auf 10.000 Euro). Mehr Geld gibt es auch für die Entsiegelung mit künftig 100 Euro (statt bisher 30) pro Quadratmeter vollständig entsiegelter Fläche (gedeckelt auf maximal 4000 statt bisher 3000 Euro). Mit einer Staffelung der Zuschüsse je nach Substrathöhe soll die Wirksamkeit des Programms „Dachbegrünung“ verbessert werden.

„Vielen Dank für die tolle Sitzungsvorlage“, sagte Dr. Joachim Ullmann (CDU) und freute sich über die Möglichkeit, „die Bürger am Geldsegen der Stadt teilhaben zu lassen“. Mit Blick auf die bislang ausgezahlten Fördergelder meinte er: „Diese Unterstützung sucht in Baden-Württemberg und wahrscheinlich deutschlandweit ihresgleichen.“ Die Förderprogramme seien „umfangreich und finanziell sehr attraktiv“, sagte Dr. Andrea Schröder-Ritzrau (SPD). Sie betonte: „Die Förderung von Balkonsolarmodulen haben wir vor der Streichung bewahrt.

Dr. Günter Willinger (FDP) sprach angesichts der Überarbeitungen von „lebenden und lernenden Programmen“, die „den aktuellen Veränderungen in der lokalen Klimapolitik Rechnung“ tragen. Sie seien so gestaltet, dass sie als „positive Förderung von klimafreundlichem Verhalten“ empfunden würden. „Die Stadt setzt ihren sinnvollen und zukunftsweisenden Weg fort“, sagte Nele Böhm (Bündnis 90/Die Grünen). Gut sei, dass neben dem Klimaschutz in den Förderprogrammen auch Klimaanpassung und Biodiversität eine Rolle spielten. Für Mihriban Gönenç (Zusammen für Walldorf) zeigen die Zahlen, dass die Programme genutzt werden. „Das sind niedrigschwellige Angebote, da können viele mitmachen“, sagte sie.

Info: Alle Förderprogramme sind inklusive digitaler Anträge findet man hier. Auskünfte erteilt der Fachdienst Umwelt im Rathaus, Telefon 06227/35-1234, E-Mail umweltschutz@walldorf.de.