Verwundbarkeitsanalyse

Die Stadt Walldorf hat im Jahr 2022 eine „Verwundbarkeitsuntersuchung zur Anpassung an den Klimawandel in Walldorf“ erstellen lassen. Die Verwundbarkeitsanalyse untersucht die aktuellen und zukünftigen klimatischen Veränderungen in der Region, einschließlich Temperatur- und Niederschlagsveränderungen. Sie identifiziert die Risiken des Klimawandels in verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Infrastruktur und bewertet die Anpassungsbedarfe. Auf Basis dieser Analyse wurden konkrete Maßnahmen entwickelt, wie zum Beispiel die Begrünung öffentlicher Flächen, ein Förderprogramm zur Entsiegelung und die Verbesserung der Klimawandelanpassung im städtischen Raum. Sie soll dazu beitragen, die negativen Folgen für die Menschen sowie den Natur- und Wirtschaftsraum zu begrenzen und sich bietende Chancen zu nutzen.

Die Verwundbarkeitsanalyse für Walldorf zeigt auf, wie die Stadt vom Klimawandel betroffen ist und welche Maßnahmen notwendig sind. Dabei wurden 98 Klimafolgen untersucht, von denen 33 als besonders dringlich eingestuft wurden. Empfohlene Maßnahmen umfassen

  • Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit: Die Bevölkerung soll für die Anpassung an den Klimawandel sensibilisiert werden.
  • Grüne, kühle Korridore: Diese sollen geschaffen werden, um den Frischluftaustausch zu fördern und den Hitzeinseleffekt zu verringern.
  • Begrünung und Entsiegelung: Öffentliche Flächen sollen begrünt und entsiegelt werden, um mehr Grünflächen zu schaffen.
  • Bewässerungskonzepte: Maßnahmen zur Bewässerung öffentlicher Flächen werden ebenfalls empfohlen.

Die Verwundbarkeitsanalyse in voller Länge finden Sie hier.

Verwundbarkeitsanalyse als Grundlage für die Klimaanpassung
Die Analyse ist Teil des Klimaanpassungskonzeptes der Stadt Walldorf. Sie bildet die Grundlage für den Hitzeaktionsplan, der unter anderem Frühwarnsysteme und die Schaffung kühlender Rückzugsorte für gefährdete Gruppen wie Senioren oder Kinder vorsieht.

Aufgrund der Komplexität des Themas und verschiedener einzubindender Akteure erfolgt die Erarbeitung des Anpassungskonzeptes in mehreren Phasen. Es lassen sich fünf Bearbeitungsphasen unterscheiden. Die Phasen bauen aufeinander auf und sollten im Idealfall der Reihe nach durchlaufen werden. Die Strukturierung hilft dabei, die komplexe Aufgabe der Klimaanpassung systematisch anzugehen. Phase 1 und 2 (Betroffenheit und Gefährdung) werden durch eine sogenannte Verwundbarkeitsanalyse erarbeitet.

  1. Betroffenheit: Klimawandel verstehen und beschreiben 
    Welche Klimaveränderungen kommen auf die Kommune bzw. Region zu?
     
  2. Gefährdung: Gefahren erkennen und bewerten 
    Welche Folgen hat der Klimawandel für die Kommune/Region und wie verwundbar ist sie?
     
  3. Maßnahmen: Maßnahmen entwickeln und vergleichen 
    Welche Anpassungsoptionen gibt es und welche sind für die Kommune/Region wichtig?
     
  4. Umsetzung: Maßnahmen planen und umsetzen 
    Wie können die ausgewählten Maßnahmen umgesetzt werden?
     
  5. Monitoring & Evaluation: Anpassung beobachten und bewerten 
    Wie erfolgreich sind die durchgeführten Anpassungs¬maßnahmen?

Die weitere Vorgehensweise sieht in den Schritten drei und vier die Entwicklung von Maßnahmen und deren Umsetzung vor. Die in der Verwundbarkeitsuntersuchung aufgeführten Maßnahmen werden hinsichtlich ihrer Umsetzung weiterentwickelt.

 

Ansprechpartner

Fachdienst Umwelt
06227/35-1231
umweltschutz@walldorf.de