Fahrradstraße Kleinfeldweg
Der Kleinfeldweg soll im Zuge des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch zukünftig zur zentralen Radachse ausgebaut werden. Neue Verbindungen über die L723 nach Frauenweiler sowie die vorgezogene Unterführung am Gutenbergring binden das Gewerbegebiet zukünftig direkter und sicherer an den Bahnhof an. Der Kleinfeldweg wird damit zum zentralen Verbindungsstück. Der Verkehrsversuch soll schon heute zeigen, wie die Stärkung des Radverkehrs ohne große Baumaßnahmen funktionieren kann. Daher wird der Kleinfeldweg für drei Monate zur Fahrradstraße. Den Verkehrsversuch hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 19.05.2026 mehrheitlich beschlossen. Ziel ist es, Erkenntnisse für eine eventuelle dauerhafte Lösung auf der wichtigen Route zwischen Bahnhof und Gewerbegebiet zu gewinnen, um die Sicherheit und Attraktivität für den Radverkehr zu erhöhen.
Begleitet wird der Verkehrsversuch durch die landesweite RadKultur-Kampagne und die Mobilitätswoche des Mobilitätspakts Walldorf/Wiesloch. Vorgesehen sind eine Online-Beteiligung sowie Vorher-/Nachher-Zählungen des Radverkehrs, um die Wirkung der Maßnahme zu bewerten und eine Grundlage für eine mögliche dauerhafte Einrichtung der Fahrradstraße zu schaffen.
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Ein Verkehrsversuch lebt von Ihren Erfahrungen im Alltag. Wie erleben Sie die neue Aufteilung? Nutzen Sie unsere Beteiligungsplattform, teilen Sie uns Ihr Feedback mit und helfen Sie uns, den Kleinfeldweg gemeinsam sicherer zu machen!
Der Kleinfeldweg ist eine wichtige Achse für den Alltagsradverkehr. Die aktuelle Aufteilung des Straßenraums stößt jedoch an ihre Grenzen und führt regelmäßig zu Konflikten zwischen den Verkehrsarten.
- Einseitiges Angebot: Ein 1,50 Meter breiter Schutzstreifen bietet derzeit nur in westlicher Fahrtrichtung eine eigene Spur für den Radverkehr.
- Hoher Parkdruck: Besonders unter der Woche und östlich der Kopernikusstraße sind die Parkflächen am Fahrbahnrand stark ausgelastet.
- Verengter Straßenraum: Bei einer Gesamtfahrbahnbreite von 6,00 Metern verbleiben nach Abzug von Parkstreifen (ca. 2,00 Meter) und Schutzstreifen (1,50 Meter) nur rund 2,50 Meter Kernfahrbahn.
Konfliktpotenziale im Alltag
Die Kombination aus parkenden Fahrzeugen und Gegenverkehr führt auf der verbleibenden Restfahrbahn zu engen Verhältnissen. Die Enge der Kernfahrbahn bei geltender Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h verleitet dazu, Radfahrende ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von 1,50 Metern zu überholen. Zudem müssen bei Gegenverkehr Kraftfahrzeuge hinter den parkenden Autos warten. In der Praxis kommt es hierbei jedoch häufig zu riskanten Engpässen und einer Behinderung des Radverkehrs.

Um den Kleinfeldweg sicherer und attraktiver zu machen, wird ein Verkehrsversuch gestartet. Ziel ist eine Fahrradstraße nach den Qualitätsstandards des Landes Baden-Württemberg, die die Sicherheit des Radverkehrs erhöht und gleichzeitig die Funktion des Gewerbegebiets sichert.
- Rechtliche Basis: Aufgrund der Route für Pendler wird eine hohe Radverkehrsdichte prognostiziert. Der Kfz-Verkehr ist untergeordnet und wird per Zusatzzeichen temporär auf den Anliegerverkehr beschränkt (Tempo 30).
- Klare Bevorrechtigung: Der Radverkehr erhält an Kreuzungen Vorfahrt und wird durch rote Markierungen sichtbar priorisiert. Ausnahme: Der Knoten an der Kopernikusstraße bleibt wegen seiner Zubringerfunktion zur L723 untergeordnet.
- Wechselseitiges Parkplatzkonzept: Um überhöhte Geschwindigkeiten zu verhindern, bleibt das einseitige Parken bewusst wechselseitig erhalten. Durch die positive Ausweisung der Stellplätze werden jedoch die Abstellmöglichkeiten reduziert.
- Schutz vor Unfällen: Lücken (25 – 30 Meter) zwischen den Parkständen sichern Ausweichflächen für Pkw und Lkw. Ein 75 cm breiter Sicherheitstrennstreifen schützt Radfahrende vor sich öffnenden Autotüren (Dooring-Zone).
- Flexible Erprobung: Während des Versuchs wird die neue Aufteilung durch Piktogramme und gelbe Temporärmarkierungen umgesetzt und getestet.

In einer Fahrradstraße haben Radfahrer Vorrang
Am Anfang und Ende der Fahrradstraße, sowie an Einmündungen wird durch Rotmarkierungen die Bevorrechtigung des Radverkehrs verdeutlicht. Durch das Verkehrszeichen „Vorfahrt an der nächsten Kreuzung“ soll zusätzlich darauf hingewiesen werden.
Hinweis: Aufgrund der Zubringerfunktion der Kopernikusstraße und dessen unmittelbaren Anschluss an die L723 ist die Unterordnung des Kleinfeldweges am Knoten Kleinfeldweg/Kopernikusstraße auch als Fahrradstraße weiter beibehalten.
Geschwindigkeitsbegrenzung
Innerhalb der Fahrradstraße gilt für alle Fahrzeuge eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, wobei der Radverkehr nicht behindert werden darf. Falls erforderlich, muss der Kraftfahrzeugverkehr seine Geschwindigkeit weiter reduzieren.
Zulässige Fahrzeuge
Während des Verkehrsversuchs wird durch das Zusatzzeichen „Anlieger frei“ der Kfz-Verkehr auf das notwendige Maß beschränkt und es dennoch ermöglicht das alle Anlieger, Kunden- und Lieferverkehr weiter zugelassen bleiben.
Überholen
Beim Überholen von Radfahrern müssen Autofahrer einen Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten. Radfahrer dürfen in Fahrradstraßen nebeneinander fahren, was die Sicherheit und Sichtbarkeit erhöht.
Ein zentraler Bestandteil der Planung ist die Beibehaltung von Parkständen auf der Fahrbahn bei einer Gesamtbreite von 6,00 m.
Insgesamt werden rund 19 Stellplatzmöglichkeiten beibehalten. Dazwischen werden Lücken von mindestens 25-30m geschaffen. Die Abstände zwischen den Parkständen sind damit so dimensioniert, dass auch Ausweichvorgänge zwischen Lkw und entgegenkommenden Radfahrer (-gruppen) problemlos möglich sein sollten. Radfahrer können sich auf der Radfahrgasse von 3,25 m hingegen gut begegnen.
Ziel dabei ist es, mittels der mittig in den Engstellen der Fahrbahn dargestellten Rad-Piktogrammen und den Sicherheitstrennstreifen entlang der Parkstände die Radfahrer stärker in der Mitte zu führen. Zwischen den Parkständen und der Fahrgasse wird ein Sicherheitstrennstreifen von 75 cm markiert. Dieser soll sicherstellen, dass Radfahrende nicht durch sich öffnende Türen gefährdet werden.
Im Radverkehrskonzept der Stadt Walldorf ist der Kleinfeldweg als Premium-Pendlerroute dargestellt. Dabei soll dem Kleinfeldweg eine wichtige Rolle für den Radverkehr als äußere Erschließungsachse für das Gewerbegebiet zu kommen. Der erste Schritt zum Erreichen dieser Bedeutung wird die mit dem Kreisverkehrsplatz Gutenbergring geplante Unterführung am Anschluss zur L723 darstellen. Zudem wird im Radverkehrskonzept die perspektivische Prüfung und Planung einer Fuß- und Radbrücke über die Dietmar-Hopp-Allee vorgeschlagen. Weiter soll mit dem Ausbau der L723 ein straßenbegleitender Radweg über die Bahnbrücke in Richtung Wiesloch geschaffen werden. Entsprechend wird der Radverkehr auf dem Kleinfeldweg langfristig stark an Bedeutung gewinnen.
Fuß- und Rad-Unterführung am Gutenbergring
Der Bebauungsplan „HDM – Digital Campus“ zielt darauf ab, die gewerblichen Nutzungen auf den freiwerdenden Firmengeländeflächen zu steuern und die verkehrliche Erschließung sicherzustellen. Dabei kommt dem Knotenpunkt am Gutenbergring mit seinem Anschluss an die L723 auf Walldorfer Gemarkung für die Erschließung des Gewerbegebietes und auch der zu entwickelnden Fläche des Bebauungsplanes eine hohe Bedeutung zu. Gleichzeitig erfolgt derzeit die Planung des Landes zum Ausbau der L723. Dabei soll auch der Anschluss des Gutenbergrings am Knoten mit der Landesstraße ausgebaut werden, weshalb zur verträglichen Abwicklung der Ampelschaltung die Bedarfsampel für den Fuß- und Radverkehr nicht mehr möglich sein wird und die Ausbauplanung eine Unterführung vorsieht. Teil der Ausbauplanung der L723 ist auch ein landesstraßenbegleitender Radweg entlang der Bahnbrücke und in der Fortführung in Richtung Westen.
Die Unterführung als vorgezogene Maßnahme um den Rad- und Fußverkehr schon frühzeitig zu stärken, baut die Stadt die neue Unterführung am Kreisverkehr Gutenbergring als eigenständige, vorgezogene Maßnahme. Dieses Projekt ist als verkehrsträgerübergreifender Baustein ein fester Bestandteil des Mobilitätspakts Walldorf-Wiesloch. Die zeitliche Vorziehung bringt zwei wesentliche Vorteile: Sie vereinfacht die spätere Bauabwicklung beim Hauptausbau der L723 durch das Land und verbessert bereits heute die wichtige Radverbindung zwischen dem Bahnhof und dem SAPCampus. Das Unterführungsbauwerk wird dafür direkt in seinen endgültigen Dimensionen errichtet.
Brückenschlag über die Dietmar-Hopp-Allee
Im Radverkehrskonzept der Stadt Walldorf wird die planfreie Querung der Dietmar- Hopp-Allee als wichtige langfristige Maßnahme zur Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes vorgeschlagen. Sie soll eine bestehende Netzlücke schließen und die Verbindung zwischen dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf und dem SAP-Campus deutlich verbessern.
Die Dietmar-Hopp-Allee stellt mit ihrem fünfspurigen Ausbau und der hohen Verkehrsbelastung heute ein wesentliches Hindernis für den Radverkehr dar. Eine planfreie Querung, die aufgrund der örtlichen Gegebenheiten voraussichtlich als Brückenbauwerk realisiert werden müsste, würde eine sichere und komfortable Führung des Radverkehrs ermöglichen und die Qualität der Verbindung erheblich steigern. Mit ihrer zentralen Lage besitzt die Maßnahme eine hohe Bedeutung für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs in Walldorf. Das Radverkehrskonzept sieht darin einen wichtigen Baustein, um bestehende und geplante Radwege besser miteinander zu verknüpfen und attraktive Bedingungen für den Alltags- und Pendlerverkehr zu schaffen. In ihrer Fortführung in Richtung Frauenweiler schafft sie attraktive Voraussetzungen für den täglichen Radverkehr und stärkt die umweltfreundliche Erreichbarkeit des wichtigen Arbeitsschwerpunktes in der Region.

Ihr Ansprechpartner:
Andreas Konrad
Bauleitplanung
Telefon: (0 62 27) 35-14 21
Fax: (0 62 27) 35-14 19
andreas.konrad@walldorf.de
Anlass
Im Rahmen des Mobilitätspaktes Wiesloch - Walldorf ist für den Zeitraum vom 14. bis 20. Juni 2026 die Initiierung einer Mobilitätswoche geplant. Mit dem Ziel durch mehr Information eine verstärkte Nutzung der im Wirtschaftsraum bestehenden klimafreundlichen Mobilitätsangeboten zu erreichen, wurde unter anderem eine betriebsübergreifende (Werbe-) Kampagne als Maßnahme durch den Steuerungskreis des Mobilitätspaktes beschlossen. Dabei soll mit der Mobilitätswoche im Sinne einer Themenwoche mit diversen Veranstaltungen die Pendlermobilität in den Vordergrund gerückt werden und kommunikativ sowohl innerhalb der Unternehmen als auch öffentlich beworben werden.
In diesem Kontext wurde zusätzlich mit der Mobilitätswoche auch eine RadKULTUR-Kampagne gestartet. Dabei steht die wesentliche Radbeziehung zwischen Wiesloch und Walldorf im Zentrum: Die sowohl im Walldorfer als auch im Wieslocher Radverkehrskonzept benannte Pendlerroute P1 zwischen Wiesloch und Walldorf sowie in Richtung Schwetzingen ist auch Teil des RadNetz BW und bereits mit den umgesetzten Maßnahmen wie der Einfädelung am Mühlwegkreisel, der Querungshilfe an der Wieslocher Straße (in Richtung Kopernikusstraße) sowie die Bevorrechtigung des Radverkehrs am Impexkreisel und der Verbreitungen der Radwege im Bereich der Brücke über die Bahn in den letzten Jahren deutlich verbessert worden.
Zur RadKultur-Kampagne gelangen Sie über folgenden Link: Infrastrukturkampagne Walldorf-Wiesloch: RadKULTUR BW
Schnellmaßnahmen auf der Radroute Wiesloch-Walldorf
Zur weiteren Attraktiverung der Radroute Wiesloch-Walldorf wurde die Radverkehrsführung im Rahmen der RadKultur-Kampagne durch Schnellmaßnahmen verbessert. Dabei wurden die im AK Nahmobilität bereits diskutierten und im Radverkehrskonzept genannten Maßnahmen als Schnellmaßnahmen zur Verbesserung der Radinfrastruktur kurzfristig bis zum Start der Mobilitätswoche umgesetzt.

Zur Überführung des Richtungsradweges (Gehweg mit „Radfahrer frei“) auf die Schwetzinger Straße soll südlich des Robinienwegs der Radverkehr sicherer auf die Fahrbahn geführt werden. Dazu wurde der bereits bestehende geschützte Übergang von ca. 1,60m breite genutzt und mit einer Rotmarkierung und einem Schutzstreifen eine sichere Einfädelung auf die Fahrbahn geschaffen. Der Gehweg an der Schwetzinger Straße wird im Bereich des Robinienwegs insbesondere durch den Schülerverkehr genutzt.

Als Teil des Radnetz-BW, in dem die gesamte Radroute Wiesloch-Walldorf als Alltagsroute dargestellt ist, liegt eine besonders hohe Netzbedeutung vor. Durch die vorliegenden Fahrbahnbreiten ist die Schaffung von Radfahrsteifen und Schutzstreifen kaum möglich. Mithilfe der Piktogrammketten soll die Radverkehrsführung im Mischverkehr verdeutlich werden.

Die im Fußverkehrskonzept vorgeschlagenen Fußgängerüberwege wurden zunächst markierungstechnisch umgesetzt. Die in den Richtlinien und Musterlösungen empfohlene differenzierten Bordhöhen mit taktilen und kontrastreichen Leitsystemen kann nur baulich und damit mittelfristig erfolgen.

Die im Fußverkehrskonzept und Radverkehrskonzept vorgeschlagenen Fußgängerüberwege wurden markierungstechnisch umgesetzt. Mittelfristig sollen auch die Querungsinseln richtlinienkonformen umgebaut werden. Zusätzlich wurde am Arm Ringstraße des Kreisverkehrs Nahversorgungszentrum zur Bevorrechtigung des Radverkehrs eine Rote Furt von 1,25m Breite markiert. Um die Radverkehrsführung auch im Gehwegbereich zum Einschleußungsstreifen (Richtung Drehscheibe) zu verdeutlichen, wurde die Rote Furt weitergeführt.
Die Einfädelung des Radverkehrs auf die Bahnhofstraße vom Kreisverkehr NVZ kommend wurden in einer Länge von 10 m rot markiert, um die Erkennbarkeit der Radfahrenden nach der Bushaltestelle deutlich zu erhöhen. Zudem soll ein Radpiktogramm mit Richtungspfeil die Fahrtrichtung verdeutlichen, da die Einfädelung häufig in Gegenrichtung missbräuchlich genutzt wird.

Die Radfahrende vom Kreisverkehr Mühlwegkreisel (KVP Wieslocher Straße/ Bert-Brecht-Straße) kommend und als Linksabbieger in Richtung Industriegebiet wollen, sollen mit Piktogrammen und Pfeilen am Boden geleitet werden, um zu verhindern, dass die Kurve zu eng geschnitten wird.

Bei den Einmündungen des Fuß- und Radwegs in den Kleinfeldweg sowie an der Querungshilfe wurden Wartelinien als dauerhafte Markierungen angelegt. Zudem sind in den Einmündungsbereichen zur klaren Verkehrsführung ergänzende Sperrflächen markiert worden.
