30.04.2026, Startseite
Eine Ära geht zu Ende
Der scheidende Erste Beigeordnete Otto Steinmann (Mitte) nimmt zu seinem Abschied die Glückwünsche (v.li.) Reilingens Bürgermeister Stefan Weisbrod, Sandhausens Bürgermeister Hakan Günes, Wieslochs OB Dirk Elkemann, der Landtagsabgeordneten und ehemaligen Bürgermeister Christiane Staab, Bürgermeister Matthias Renschler und Wieslochs Bürgermeister Ludwig Sauer entgegen. Foto: Helmut Pfeifer
Erster Beigeordneter Otto Steinmann in den Ruhestand verabschiedet
43 Jahre in Diensten der Stadt Walldorf mit Stationen in der Bauverwaltung und im Hauptamt, davor auch die Ausbildung auf dem Rathaus absolviert, 2002 und 2010 zum Beigeordneten gewählt, 2012 und 2020 zum Ersten Beigeordneten. Mit dem Abschied von Otto Steinmann in den wohl verdienten Ruhestand geht bei der Stadt eine Ära zu Ende. „Als Walldorfer, in Walldorf, für Walldorf“ hat er sich 2002 bei der ersten dieser Wahlen im Gemeinderat vorgestellt. Mit denselben Worten schlägt er nun zu Beginn seiner eigenen Rede die Brücke zum Abschied.
„Wir sind dankbar für das, was du für Walldorf geleistet hast. Du hinterlässt Spuren – in der Verwaltung, in den Strukturen, vor allem aber in den Köpfen und Herzen der Menschen, mit denen Du gearbeitet hast“, dankt ihm Bürgermeister Matthias Renschler im Namen der Stadt, des Gemeinderats, der gesamten Verwaltung sowie persönlich für seinen jahrzehntelangen Einsatz, seine Verlässlichkeit, seine Loyalität und sein Engagement. Wenn man auf Otto Steinmanns beruflichen Weg blicke, werde schnell deutlich, „dass es sich hier nicht nur um eine lange Karriere handelt, sondern um eine echte Lebensleistung im Dienste der Stadt Walldorf“.
Der Bürgermeister betont: „Dein Weg ist ein eindrucksvolles Beispiel für Engagement, Fachkompetenz und Verlässlichkeit.“ Seine Verbundenheit mit der Stadt sei immer spürbar, er habe mit „Herzblut und Leidenschaft“ für sie gearbeitet und sie mitgestaltet. Neben dem Einsatz für Walldorf spricht der Bürgermeister auch Steinmanns Engagement als Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Kraichgau, als Gründungsmitglied des Lions Clubs Walldorf-Astoria und als Vorsitzender der Stiftung Evangelische Kirchengemeinde Walldorf an. Renschler dankt Steinmanns Frau Birgit und seinem Sohn Pascal, „die oft auf gemeinsame Zeit verzichten musste, wenn die Pflicht rief“.
Ihm falle es schwer, gesteht Steinmann selbst, dass er zum wahrscheinlich letzten Mal als Vertreter der Stadt am Rednerpult stehe. Gleichzeitig betont er die Dankbarkeit, mit der er auf die vergangenen vier Jahrzehnte zurückschaut. Diesen Dank gibt er zahlreiche der Anwesenden weiter: so unter anderem an den amtierenden Bürgermeister und dessen Vorgängerin, die Landtagsabgeordnete Christiane Staab, an die Bürgermeister und Hauptamtsleiter aus den Nachbarkommunen, die Mitglieder des Gemeinderats sowie an viele der Kolleginnen und Kollegen im Rathaus. Neben den früheren Bürgermeistern Dr. Jürgen Criegee und Heinz Merklinger erinnert er ausdrücklich an den früheren Stadtbaumeister und Ersten Beigeordneten Wilhelm Schneider, „der mich in meinen ersten Berufsjahren entscheidend geprägt hat“. Steinmann dankt ebenso den pädagogischen Einrichtungen, den Schulen, den Kirchen und der Feuerwehr, der er sich immer besonders eng verbunden gefühlt hat.
Der scheidende Erste Beigeordnete blickt in seiner Ansprache auf einige wenige markante kommunale Ereignisse und Projekte zurück, von der ersten Umweltbilanz über den Bau von West- und Südumgehung bis hin zum Ausbau der Kinderbetreuung oder Planung und Bau der Astoria-Halle. „All das ist Teil unserer unglaublichen städtischen Potenziale“, spricht Steinmann vom „Walldorf-Standard“, aber auch von Arbeitspensum, Haltung und hohem Qualitätsanspruch als den Grundlagen für Niveau und Qualität in den unterschiedlichsten Bereichen. Mit der Rücklagenvorsorge sei die Stadt gut für die Zukunft gewappnet. Und den Kolleginnen und Kollegen im Rathaus schreibt er ins Stammbuch, die Eigenschaft, den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber „demütig, bescheiden und respektvoll aufzutreten“, habe zu einer bürgerfreundlichen Verwaltung beigetragen und müsse auch künftig als Auftrag verstanden werden.
„Es war mir als Walldorfer, in Walldorf, für Walldorf eine Ehre, für diese Stadt tätig zu sein und an ihrer Entwicklung so lange mitwirken zu dürfen“, sagt Otto Steinmann. „Ich hoffe, dass man bei mir Herzblut und Leidenschaft gespürt hat.“ Er schaue mit großer Dankbarkeit auf die lange Zeit im Rathaus zurück. „Wenn man im Rückblick feststellt, dass der scheidende Erste Beigeordnete in all diesen Jahren seine Pflicht erfüllt hat, dann kann ich gut damit leben. Und wenn der eine oder andere zum Ergebnis kommt, es war auch etwas mehr, dann nehme ich das dankbar zur Kenntnis.“ Der große Kreis der geladenen Gäste spendet am Ende der Rede lang anhaltenden Beifall. Im Anschluss darf Otto Steinmann viele Hände schütteln. Bei einem kleinen Umtrunk bleibt Zeit für persönliche Gespräche und den Austausch von Erinnerungen.
Musikalisch umrahmt wird die Feierstunde vom städtischen Musikbeauftragten Dr. Timo Jouko Herrmann und Britta Hofmann mit einem Ausschnitt aus Johann Sebastian Bachs „Jagdkantate“ (BWV 208). Das Stück „Schafe können sicher weiden“ steht sinnbildlich für Frieden, Milde und Güte.