18.03.2026, Startseite
„Es ist richtig schön geworden“
Bürgermeister Matthias Renschler, Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Oberbürgermeister von Wiesloch Dirk Elkemann (hinten, v.li.) mit den Kindern des Wieslocher Kindergartens Eine-Welt-Familienzentrum (vorne) bei der Einweihung des Ausbaus Leimbach-Oberlauf Maßnahme 3.3.Foto: Pfeifer
Maßnahme 3.3 „Ausbau Leimbach-Oberlauf“ abgeschlossen
Was mit der Einladung zur „Einweihung Ausbau Leimbach-Oberlauf Maßnahme 3.3“ für Außenstehende zunächst etwas sperrig klingen mag, war für alle Beteiligten vor Ort in Wiesloch ein Anlass zur Freude: Der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe hat das Hochwasserschutzprojekt, das sich über eine Strecke von 1,4 Kilometern am Leimbach von der Brücke „In den Weinäckern“ bis zum ehemaligen Postmühlenwehr in Wiesloch erstreckt, abgeschlossen. Das wollten die Verantwortlichen gebührend feiern. „Immer wieder kommt ein neuer Frühling“, sang passend zum sonnigen Wetter eine Gruppe des Wieslocher Kindergartens Eine-Welt-Familienzentrum, bevor Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder die Gäste begrüßte, zu denen unter anderem Wieslochs Oberbürgermeister Dirk Elkemann, aus Walldorf Bürgermeister Matthias Renschler und Stadtbaumeister Andreas Tisch sowie die beiden Landtagsabgeordneten Christiane Staab und Norbert Knopf zählten.
„Es war viel Arbeit“, sagte Felder in Bezug auf das Projekt, für das im Oktober 2023 der Spatenstich den Startschuss gab. „Wir hatten engagierte Partner“, so Felder weiter, die die „gute Kommunikation“ zwischen allen Beteiligten lobte. Sie habe kurz vor der offiziellen Eröffnung ein Kind mit Blick auf das umgestaltete Gelände „Oh, ist das nice!“ rufen hören. Dem könne sie nur zustimmen, sagte Felder schmunzelnd und drückte es in eigenen Worten aus: „Es ist richtig schön geworden.“ Es sei gelungen, Hochwasserschutz mit einem Mehrwert für die Menschen zusammenzubringen. Das Gelände sei nach der Fertigstellung der Maßnahme ein Erholungsort geworden. Ganz wichtig sei bei dem Projekt immer gewesen, den Natur- und Artenschutz mitzudenken. „Das ist hier ganz wunderbar gelungen“, zog Felder ein überaus positives Fazit.
Unter anderem wurden Hochwasserschutzdämme ertüchtigt, das ehemalige Postmühlenwehr abgerissen und an der Stelle eine „Raue Rampe“ errichtet. Im Gewässerbett wurden Totholz und Kiesbänke eingebaut. Und an einigen Stellen wurde der Fußweg nah an das Flussbett herangeführt.
Der Leimbach sei zu einem attraktiven Gewässer umgestaltet worden. „Das Grün wird kommen“, sagte die Regierungspräsidentin in Bezug auf das Außengelände. „Es wird noch mehr gepflanzt.“ Die Maßnahme 3.3 sei nun zwar abgeschlossen, es werden aber flussabwärts noch weitere Abschnitte folgen, die in den kommenden Jahren angegangen werden. Einer davon, die Maßnahme M3.1, liegt auf Walldorfer Gemarkung, für die laut Pressemitteilung des Regierungspräsidiums ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt. Im Laufe des Jahres soll nun mit der Erstellung der Ausführungsplanung und der Bauvorbereitung begonnen werden.
„Das geht nur Stück für Stück“, machte Felder deutlich, dass man solche Maßnahmen „nicht mal eben schnell“ umsetzen könne. Das liege zum einen an den Kosten, zum anderen auch am planerischen Aufwand. Die Gesamtkosten für die Maßnahme 3.3 belaufen sich auf 11,5 Millionen Euro. Davon trägt das Land Baden-Württemberg 70 Prozent. Die Kommunen Walldorf und Wiesloch beteiligen sich mit je 15 Prozent. Oberbürgermeister Dirk Elkemann betonte, dass man den Hochwasserschutz im Sprengel als „gemeinschaftliche Aufgabe“ verstehe. Das Thema Hochwasser betreffe alle gleichermaßen. „Wir müssen gerüstet sein für den Fall der Fälle“, so Elkemann zu kommenden Extremwetterereignissen. Er erinnerte an das Hochwasser in Baiertal, das er kurz nach Antritt seiner ersten Amtszeit als Oberbürgermeister im Jahr 2016 erleben musste. Mit dem Ausbau des Leimbach-Oberlaufs, der auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis ausgelegt ist, „können wir erst mal beruhigt in die Zukunft schauen“. Elkemann dankte allen Beteiligten im Regierungspräsidium, mit denen man sich gut abgestimmt habe, ebenso wie der Stadt Walldorf. „Das ist ein Miteinander, das funktioniert.“
Info: Das Projekt "Ausbau Leimbach-Oberlauf" (Maßnahme 3) umfasst einen 3,1 Kilometer langen Abschnitt des Landesgewässers Leimbach zwischen der Mündung des Waldangelbachs im Bereich der ehemaligen Postmühle in Wiesloch und dem Hochwasserrückhaltebecken Nußloch (Maßnahme 1). Mit dem Ausbau "Leimbach-Oberlauf" soll ein 100-jährlicher Hochwasserschutz am Leimbach für die Städte Wiesloch und Walldorf hergestellt werden. Ziel außerdem, die Gewässerökologie deutlich zu verbessern, indem Fische und andere wassergebundene Lebewesen den Leimbach wieder ungehindert durchwandern können und die Struktur des Gewässers optimiert wird. Gleichzeitig wird die Pflege des Leimbachs und der Dämme erleichtert, und das Gewässer soll für die Bevölkerung wieder erlebbar werden.